Städtepartnerschaften haben langfristig nur dann Erfolg, wenn sie von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen werden. Daher war es ein gutes Zeichen, dass am Montag eine rund 50-köpfige Gruppe von Wanderern aus Bandol in Wehr eingetroffen war, um bis Samstag in der Region zu bleiben. Es ist der erste Besuch des Vereins „Les Randonneurs Pédestres de Bandol„ in Wehr.

Dessen Präsident Jacques Tessier erklärte, er freue sich darauf, die Freundschaft zu beleben und den Austausch zwischen den Kulturen zu befördern. Bei der Ankunft im Hotel Klosterhof brachten die Bandolais grüngelbe T-Shirts als Gastgeschenke mit. Die 1967 begründete Städtepartnerschaft war in den letzten Jahren ein wenig eingeschlafen, was Bürgermeister Michael Thater auf die einst schwierige kommunalpolitische Situation in Bandol zurückführte. Als eine Wehrer Delegation 2017 das Weinfest in Bandol besuchte, kamen die Ehefrauen der Bürgermeister, Elke Thater und Caroline Le Doaré, auf die Idee, einen Besuch des Wandervereins in Wehr zu organisieren.

Man holte den Freundeskreis Städtepartnerschaften und den Schwarzwaldverein mit ins Boot und stellte ein mehrtägiges Programm zusammen. „Das Interesse war auf französischer Seite auf jeden Fall da, denn es haben sich auf Anhieb 50 Personen angemeldet“, berichtete die Präsidentin des Schwarzwaldvereins, Manuela Ramsteiner. An dem Programm beteiligen sich mehrere Wanderführer, außerdem die Stadtverwaltung, die unter anderem einen Shuttle-Service anbietet, und der Freundeskreis, der sich um das leibliche Wohl der Gäste bei der Schluchtensteig-Wanderung kümmern wird.

Am Dienstag brachen die Gäste von der St.-Wolfgangs-Kapelle zu einer Zwei-Burgen-Wanderung auf, die zur Ruine Bärenfels und dann zur Burg Werrach führte. Auch die Besichtigung des Alten und Neuen Schlosses sowie der Wehrer Innenstadt standen auf dem Programm. Am Mittwoch fuhren die Gäste nach Bernau, wo sie wahlweise zur Krunkelbachhütte oder über den Panoramaweg wandern konnten. Am Donnerstag stehen der Feldbergsteig, am Freitag der Schluchtensteig auf dem Programm.

Der Freundeskreis wird von Ende September bis zum 5. Oktober mit 38 Reisenden (die Hälfte davon sind Nicht-Mitglieder) die südfranzösische Stadt und deren Umgebung besuchen. „Wir hoffen, dass wir der Bevölkerung die Idee der Städtepartnerschaft wieder näherbringen können“, sagte der Vorsitzende Roland Fricker.