Ein knappes halbes Jahr vor den Kommunalwahlen deutet sich im Wehrer Gemeinderat ein größerer Personalwechsel an. Am 26. Mai wird ein neuer Gemeinderat gewählt. Mindestens acht der derzeit 20 Stadträte werden sich nicht wieder zur Wahl stellen. Die Kandidatenauswahl läuft bei den Parteien und Wählervereinigungen bereits auf Hochtouren.

Hans-Peter Felber (FW).
Hans-Peter Felber (FW). | Bild: Rainer Keser

Einer derjenigen, die bei der Wahl im Mai nicht mehr antreten wollen, ist Hans-Peter Felber, der dienstälteste aller Wehrer Stadträte. Er steht gerade in seinem 35. Jahr als Stadtrat und ist unbestritten das Urgestein der Wehrer Kommunalpolitik. Im Jahr 1984 – also noch in der Ägide von Bürgermeister Otto Wucherer – wurde er erstmals in den Gemeinderat gewählt. Sechs Mal bestätigten ihn die Wehrer. Mit meist über 2000 Stimmen war er bei den Freien Wählern stets weit oben in den Ergebnislisten zu finden.

Eugen Mulflur (FW).
Eugen Mulflur (FW). | Bild: Photographer: Rainer Keser

Mit Eugen Mulflur tritt noch ein weiterer erfahrener Stadtrat der Freien Wähler bei der Wahl 2019 nicht mehr an. Auch er wurde 1984 erstmals Gemeinderat. Bei der folgenden Wahl 1989 scheiterte er zunächst knapp, rückte dann aber 1993 für den verstorbenen Gerhard Zastrow nach. Seit 14 Jahren ist Mulflur zweiter Bürgermeisterstellvertreter, davor war er bereits zehn Jahre Fraktionssprecher der Freien Wähler-Fraktion. Insgesamt kann Eugen Mulflur im Sommer auf 31 Gemeinderatsjahre zurückblicken.

Bernhard Stockmar (CDU).
Bernhard Stockmar (CDU). | Bild: Rainer Keser

Die CDU wird wohl die größte personelle Veränderung erfahren: Vier der aktuell sieben Stadträte stehen nicht mehr zur Wahl. Für Bernhard Stockmar, nunmehr fast 20 Jahren Teil des Gemeinderats und seit 2004 CDU-Fraktionssprecher, muss ebenso Ersatz gefunden werden, wie für Michael Bauer, Günter Hierholzer und Christoph Eckert, die nach nur einer Gemeinderatsperiode aufhören.

Michael Bauer (CDU).
Michael Bauer (CDU). | Bild: Rainer Keser

Christoph Eckert möchte sich zukünftig über die Wehrer Ortsgrenze hinaus engagieren und kandidiert für den Kreistag – allerdings nicht für die CDU, sondern für die FDP. "Es ist schade drum, wenn jüngere Stadträte aufhören. Aber es gibt damit auch die Möglichkeit für Veränderung", so CDU-Stadtrat Paul Erhart, der die Kandidatensuche bei der CDU organisiert.

Christoph Eckert (CDU).
Christoph Eckert (CDU). | Bild: Photographer: Rainer Keser

Für den Kreistag seien die Christdemokraten bereits gut aufgestellt, und auch für die Wehrer Wahlliste sei man mit einigen guten Kandidaten im Gespräch, erklärt Erhart.

Günter Hierholzer (CDU).
Günter Hierholzer (CDU). | Bild: Photographer: Rainer Keser

Viel Erfahrung geht der SPD mit Susanne Kladisch verloren: nach 14 Jahren wird die Öflingerin nicht mehr für den Gemeinderat zur Verfügung stehen. Susanne Kladisch rückte 2005 für den ausgeschiedenen Walter Sautter in den Gemeinderat nach und wurde zwei Mal wiedergewählt.

Susanne Kladisch (SPD).
Susanne Kladisch (SPD). | Bild: Photographer: Rainer Keser

"Die Öflinger Liste ist aber bereits wieder voll besetzt", freut sich SPD-Fraktionssprecherin Karin Gallmann. "Allerdings hätte ich mir mehr junge Interessenten gewünscht. Schließlich geht es um ihre Themen, von Kindergarten und Schule bis hin zu Nahverkehr". Hinsichtlich weiterer Kandidaten sei man noch im Gespräch. Voraussichtlich Ende Januar wolle man mit der Liste an die Öffentlichkeit gehen. Was Karin Gallmann bereits verraten kann: auch bei dieser Wahl wird die SPD mit Frauenüberschuss in Rennen gehen.

Ob es bei der Grünen-Fraktion bei ihrem fünfzigprozentigen Frauenanteil bleibt ist bislang noch unklar: Claudia Arnold hat sich noch nicht für eine erneute Kandidatur entschieden. Wieder zur Wahl stellen wird sich Stadtrat Vito Doria. Weitere Kandidaten seien noch offen, teilt Heiner Glaser vom Ortsverband Wehr mit: "Wir sind noch im Gespräch, auch hinsichtlich der Kreistagswahl."

Walter Traichel (Rep).
Walter Traichel (Rep). | Bild: Rep

Der Republikaner Walter Traichel wird als einer der Gemeinderäte mit der kürzesten Amtszeit in die Geschichte eingehen: Er rückte erst im September für den verstorbenen Wolfgang Meier nach. Da er aus Altersgründen nicht wieder antreten möchte, endet seine Zeit als Gemeinderat nach nur zehn Monaten. "Es war eine sehr lehrreiche Zeit für mich", so Traichel.

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