Mit der Verschärfung der Corona-Regeln in der Alarmstufe II wurden in Waldshut-Tiengen zwei neue private Corona-Testzentren eingerichtet. In Waldshut befindet sich das Corona-Schnelltestzentrum auf dem Viehmarkplatz und hat am Montag, 6. Dezember, seinen Betrieb aufgenommen. Bereits am Samstag hat es einen Probe-Durchlauf gegeben, um zu sehen, wo es Optimierungsbedarf gibt, informiert Ipek Kücük, Inhaberin der Firma Medix, die das Testzentrum betreibt. Getestet wird ab sofort sieben Tage die Woche von 9 und 19 Uhr.

Weiteres Testzentrum in Tiengen beim Löwendenkmal

Seit Dienstag, 7. Dezember, steht ein weiteres Schnelltestangebot am Löwendenkmal in Tiengen für Bürgertests bereit. Auch in Tiengen gab es am späten Montagnachmittag einen Test-Durchlauf. Geöffnet ist dort vorerst ebenfalls täglich von 9 bis 19 Uhr. Ipek Kücük: „Die Öffnungszeiten können wir bei Bedarf erweitern, wir müssen jetzt erst einmal sehen, wie die Zentren angenommen werden.“ Bereits seit August betreibt Medix ein Schnelltestzentrum in Bad Säckingen. Die Stadt Waldshut-Tiengen, die zuletzt eine Drive-in-Teststation auf dem Chilbiplatz betrieb, wird laut Ordnungsamtsleiter Ralph Albrecht vor dem Hintergrund des erneut wachsenden Angebots im Moment keine städtischen Bürgertests anbieten.

Die Corona-Testergebnisse gibt es per E-Mail direkt aus Handy, erklärt Kücük. „Auch eine Verknüpfung mit der Corona-Warn-App könne erstellt werden. Aber wir können natürlich das Ergebnis auch ausdrucken, obwohl wir vor dem Hintergrund des Umweltschutzes davon so wenig wie möglich Gebrauch machen wollen. Ist ein Test positiv, leiten wir die nötigen Informationen an das Gesundheitsamt weiter.“ Kostenlos getestet werden können auch Schweizer. Kücük: „Wir geben allerdings hier keine Garantie, dass der Test überall dort eine Gültigkeit hat. Bisher haben wir aber noch nicht mitbekommen, dass es mit deutschen Tests in der Schweiz Probleme gab.“ Die Kapazität pro Testzentrum liegt laut Kücük bei 300 bis 400 Testungen pro Tag.

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Ipek Kücük ist die Betreiberin der beiden neuen Corona-Testzentren in der Stadt. Zudem hat sie bereits im August ein Testzentrum in Bad ...
Ipek Kücük ist die Betreiberin der beiden neuen Corona-Testzentren in der Stadt. Zudem hat sie bereits im August ein Testzentrum in Bad Säckingen eröffnet. Bild: Kücük | Bild: Kücük

Auf die Idee, ein Testzentrum einzurichten, ist die 27-jährige Ipek Kücük im Sommer gekommen. „Eigentlich arbeite ich als Consultant, also Wirtschaftsberaterin, in Zürich und mache derzeit meinen Master, aber ich habe im Sommer einfach bei der Stadt Bad Säckingen nachgefragt, ob Bedarf für ein Testzentrum besteht. Zwei Wochen später bekam ich dann einen Anruf, dass es klappt. Und da im August Urlaubssaison war, wurden wir auch gut frequentiert.“

Kücük schätzt, dass in Bad Säckingen seit Beginn im August rund 10.000 bis 20.000 Tests vorgenommen wurden. Sie selbst habe eine Schulung zum Testen absolviert und habe anfänglich auch selbst die Testungen durchgeführt. „Mittlerweile bin ich aber nur noch für die Organisation zuständig.“ Vor allem Studenten und Frauen würden bei ihr in der Firma arbeiten. „Ich habe auch Mitarbeiter, die wegen der Corona-Krise ihren Job verloren haben, eingestellt. Generell möchte ich genau solche Menschen als Mitarbeiter gewinnen, die wegen der Krise gelitten haben. Und Bedarf daran haben wir derzeit noch.“

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Wer benötigt einen Schnelltest?

Vor allem Ungeimpfte und Personen, deren Impfung älter als sechs Monate ist. Ungeimpfte benötigen beispielsweise einen Nachweis für ihren Arbeitgeber, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten. Auch im öffentlichen Nahverkehr muss ein Testnachweis erbracht werden.

Gelten Schnelltests vom Arbeitgeber auch für andere Einrichtungen?

Im Rahmen einer betrieblichen Testung durch Personal, das die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzt, dürfen allgemeingültige Nachweise ausgestellt werden.

Was ist mit den Schnelltests im Restaurant? Gelten diese Nachweise überall?

Wie bisher dürfen auch Anbieter einer Dienstleistung wie Gastronomie Testungen anbieten, wenn die Testung vor Ort unter Aufsicht desjenigen Anbieters stattfindet, der das Vorliegen eines Testnachweises überprüfen muss. Allerdings gilt der Test nur für die jeweilige Einrichtung.

Einen allgemeingültigen Nachweis gibt es ansonsten nur von anerkannten Leistungserbringern wie beauftragte Teststellen, Arztpraxen und Apotheken.

Welche Corona-Regeln gelten für Geimpfte und Genesene jetzt im öffentlichen Leben?

Personen mit einer Boosterimpfung sind laut Sozialministerium derzeit von der Testpflicht bei der 2G-Plus-Regelung ausgenommen. Das gilt beispielsweise bei einem Restaurant oder Zoobesuch, ebenso wie für Freizeit- und Kulturveranstaltungen.

Auch Geimpfte mit abgeschlossener Grundimmunisierung, deren letzte Impfung nicht länger als sechs Monate her ist, sind derzeit von der 2G-Plus-Regelung ausgenommen. Das gilt auch für Genesene, deren Infektion nachweislich maximal sechs Monate zurückliegt.

Noch bis zum 31. Januar 2022 haben alle noch nicht vollständig immunisierten Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren laut Ministerium die Möglichkeit, über tagesaktuelle Antigen-Schnelltests Zutritt zu allen 2G-Einrichtungen zu erhalten.

Was gilt für Geimpfte, deren letzte Impfung älter als sechs Monate ist?

Hier gilt in der Alarmstufe II in vielen Bereichen 2G-Plus, also Immunisierung und Schnelltest. Beispiel: Restaurant, Hotel, Skilift, körpernahe Dienstleistungen, Freizeiteinrichtungen.

Was gilt für Ungeimpfte?

Wer nicht geimpft ist, darf derzeit an keinen öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen. Zudem sind auch Restaurantbesuche oder Hotelaufenthalte nicht möglich. Der Einzelhandel, mit Ausnahme von Geschäften der Grundversorgung – also Supermärkte, Apotheken und Drogerie – ist ebenso tabu. Hier gilt die 2G-Regelung. Geimpfte und Genesene dürfen hingegen auch ohne Test beispielsweise in Schuh- oder Bekleidungsgeschäfte.

Dienstleistungen

In der Alarmstufe II müssen Ungeimpfte bei einem Friseurbesuch einen negativen PCR-Test vorlegen. Ein Schnelltest reicht hier nicht. Ausnahmen gelten wieder für Schüler, Schwangere (nur noch bis 10. Dezember) und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (mit Nachweis).

Nahverkehr

Im öffentlichen Nahverkehr gilt derzeit die 3G-Reglung. Vor allem Ungeimpfte können hier die Schnelltest-Angebote wahrnehmen, um weiterhin mit Bahn und Bus fahren zu dürfen.

Jugendliche

Noch bis zum 31. Januar 2022 haben alle noch nicht vollständig immunisierten Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren die Möglichkeit, über tagesaktuelle Antigen-Schnelltests Zutritt zu allen 2G-Einrichtungen zu erhalten. Die Landesregierung geht davon aus, dass auch alle Jugendlichen ab zwölf Jahren bis zum Ablauf dieser nun nochmals verlängerten Frist die Möglichkeit hatten, sich impfen zu lassen.