Der Gang zum Friseur ist für viele eine kleine Auszeit vom Alltag. Viele nutzen den Termin, um es sich einmal gut gehen zu lassen – mit einem neuen Haarschnitt, einer neuen Farbe oder einem anderen Styling. Eine bislang alltägliche Praxis, die mit der Schließung der Friseursalons im zweiten Lockdown weggefallen ist. Wie zufrieden sind bekannte Frauen aus der Stadt und dem Kreis mit ihrer „Krisen-Frisur“? Wir haben bei den Abgeordneten Sabine Hartmann-Müller (Landtag, CDU), Rita Schwarzelühr-Sutter (Bundestag, SPD), Kulturamtsleiterin Kerstin Simon und Zara Tiefert-Reckermann, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Tiengen, nachgefragt.

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Sabine Hartmann-Müller schneidet ihren Pony selbst

Sabine Hartmann Müller, CDU-Landtagsabgeordnete: „Der Ausdruck Krisen-Frisur trifft es recht gut, da Abgeordnete natürlich ebenfalls von der Friseur-Schließung betroffen sind. Ich hatte einen Termin bei meiner Friseurin Anfang des Jahres, und bedauere es sehr, dass ich mich nicht in ihre kompetenten Hände begeben konnte. Zwar haben wir Frauen durch jahrelange Übung und Interesse vielleicht den ein oder anderen Trick für eine gute Frisur, aber richtig zufrieden bin ich mit meinem laienhaften Können nicht.

Sabine Hartmann-Müller, CDU-Landtagsabgeordnete, hat sich ihren Pony selbst geschnitten. Bild: Büro Hartmann-Müller
Sabine Hartmann-Müller, CDU-Landtagsabgeordnete, hat sich ihren Pony selbst geschnitten. Bild: Büro Hartmann-Müller | Bild: Büro Hartmann-Müller

Meine Frisur braucht einen guten Schnitt, der derzeit nicht leistbar ist. Zwar komme ich derzeit mit meiner Frisur noch einigermaßen gut zurecht und habe mir vorsichtig den Pony selber geschnitten. Nichtsdestotrotz bleibt es mir ein wichtiges Anliegen, dass wir die Pandemie bald bewältigen und unsere Frisöre wieder ihrer Haarkunst nachgehen können.“

Rita Schwarzelühr-Sutter trägt jetzt Zopf

Rita Schwarzelühr-Sutter, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin: „Zu Weihnachten hätte ich mir einen frischen Look gewünscht. Kürzer, die Haare – und auch wieder mal vom Profi gepflegt. Aber dann war da der Lockdown und in Berlin spontan keine Zeit mehr für einen der letzten freien Termine vor der bundesweiten Schließung der Friseursalons.

Rita Schwarzelühr-Sutter, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin bindet jetzt ihre Haare zusammen. Bild: Susie Knoll
Rita Schwarzelühr-Sutter, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin bindet jetzt ihre Haare zusammen. Bild: Susie Knoll | Bild: Susie Knoll

Das war schade, aber auch schnell abgehakt. Denn in diesen schwierigen Zeiten ist mir so vieles wichtiger als die Perfektion meines Haarstylings. Ich nehm‘s jetzt praktisch (und do it yourself), binde meine Haare öfters mal zusammen – und freue mich schon jetzt auf den nächsten Termin bei meinem Stammfriseur in Waldshut. Den allerdings werde ich dann in vollen Zügen genießen.“

Kerstin Simon greift selbst zur Schere

Kerstin Simon, Leiterin des städtischen Kulturamts Waldshut-Tiengen: „Da ich mit meiner starken Naturkrause ohnehin immer eine „Krisen-Frisur“ habe, sehe ich das Thema ziemlich entspannt. Wenn‘s wieder mal gar zu wild aussieht, stutze ich die Haare selbst vor dem Spiegel; für solche Zwecke habe ich schon vor Jahren eine entsprechende Haarschere gekauft. Da habe ich es sicherlich einfacher als Menschen mit einer „richtigen“ Frisur. Haare schneiden ist bei mir eher wie Hecke schneiden: Was übersteht, kann weg!

Kerstin Simon, Leiterin des städtischen Kulturamts, stutzt ihre Haare selbst vor dem Soiegel. Bild: Stadt Waldshut-Tiengen
Kerstin Simon, Leiterin des städtischen Kulturamts, stutzt ihre Haare selbst vor dem Soiegel. Bild: Stadt Waldshut-Tiengen | Bild: Stadt Waldshut-Tiengen

Und wenn ich mal irgendwo zu viel abschnipple, knautsche ich die Haare um diese Stelle herum so zurecht, dass man es nicht mehr sieht. Worüber ich inzwischen tatsächlich nachdenke, ist, selbst nachzufärben. Das lasse ich sonst die Profis im Friseursalon machen. Andererseits blicke ich lieber auf Chancen und Möglichkeiten einer Situation, als auf ihre Mängel: Wer weiß, vielleicht ist das ja die Top-Gelegenheit, um mal die Naturfarbe herauswachsen zu lassen und zu schauen, wie gut mir graue Strähnen stehen?“

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Zara Tiefert-Reckermann kann derzeit noch mit Krisen-Frisur leben

Zara Tiefert-Reckermann, Vorsitzende Aktionsgemeinschaft Tiengen: „Momentan kann ich noch ganz gut mit meiner Krisen-Frisur leben, doch freue ich mich, wenn ich wieder zum Friseur kann und dieser mir eine schöne Frisur macht. Zum Glück hatte ich Ende November nochmal einen Termin, sodass sich das „Krisen-Frisur-Chaos“ noch in Grenzen hält.

Zara Tiefert-Reckermann, Vorsitzende Aktionsgemeinschaft Tiengen, kann derzeit „noch ganz gut“ mit ihrer Krisenfrisur leben. Bild: Rosemarie Tillessen
Zara Tiefert-Reckermann, Vorsitzende Aktionsgemeinschaft Tiengen, kann derzeit „noch ganz gut“ mit ihrer Krisenfrisur leben. Bild: Rosemarie Tillessen | Bild: Rosemarie Tillessen

Außerdem habe ich das Glück, dass ich meine Haare nicht färbe, da fällt also schon mal etwas weg und die Schere aus Studienzeiten hält sich immer noch. Diese kam dann auch schon bei der Frisur meines Sohnes zum Einsatz.“

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