Mit einer Fernbedienung steuert Bauleiter Martin Käser den Kran, an dem der 2,5 Tonnen schwere Grundstein für den Neubau der Volksbank Hochrhein in Tiengen hängt. Wenige Minuten später heißt es „versenkt“, als der Betonquader auf den Millimeter genau in dem vorher ausgehobenen Erdloch verschwindet.

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Mit der Grundsteinlegung an der Tiengener Hauptstraße hat am Freitag das Großprojekt des Kreditinstituts eine weitere Etappe genommen. „Was lange währt, wird endlich gut“, freut sich Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Ritz und blickt auf die fast zehnjährige Planungsphase zurück, in der Bürger und Gemeinderäte immer wieder besorgt nachgefragt hätten, ob der Neubau überhaupt komme.

Versenkt: Gabriel Dittmar, einer der beiden Bauleiter des Volksbank-Projekts, kontrolliert, ob der Grundstein genau in die Vertiefung passt.
Versenkt: Gabriel Dittmar, einer der beiden Bauleiter des Volksbank-Projekts, kontrolliert, ob der Grundstein genau in die Vertiefung passt. | Bild: Juliane Schlichter

„Auch uns im Vorstand und im Aufsichtsrat haben durchaus manchmal Zweifel gepackt“, gesteht der Bankenchef. Beispielsweise als der ehemals vorgesehene Ankermieter, das schwedische Textilunternehmen H&M, „nach jahrelangen Verhandlungen einen für uns unzumutbaren Vertrag vorgelegt hat“. Darin habe unter anderem gestanden, dass die Volksbank eine Vertragsstrafe zahlen muss, falls der Bau sich verzögert, sagt Klaus-Dieter Ritz auf Nachfrage dieser Zeitung.

Wer künftig die Verkaufsfläche im Erdgeschoss bezieht, sei noch unklar. „Die Corona-Pandemie ist uns bei der Vermietung in die Quere gekommen“, berichtet der Vorstandsvorsitzende. Inzwischen liefen die Verhandlungen jedoch wieder.

Der Neubau der Volksbank Hochrhein in Tiengen

Bevor Klaus-Dieter Ritz, Vorstandsmitglied Thomas Hintermeier und der Projektverantwortliche Clemens Kirchherr von der Volksbank Hochrhein eine Zeitkapsel, darin unter anderem der jüngste Geschäftsbericht des Geldinstituts, ein Auszug des Genossenschaftsregisters, einige Münzen aus dem Jahr 2020 sowie jeweils eine tagesaktuelle Ausgabe des SÜDKURIER und des Alb-Bote, in den Grundstein einmauern, dankt Stadtrat Peter Kaiser in Vertretung für Oberbürgermeister Philipp Frank den Beteiligten für die Geduld, die sie für die Verzögerungen aufgebracht haben. „Das wird ein komplett neues Areal, das das Erscheinungsbild von Tiengen verändern wird“, so der OB-Stellvertreter.

Durch den Abriss zweier Nachbargebäude an der Hauptstraße, darunter die frühere Bäckerei Steffen, „können wir die Fassade ruhiger ausbilden“, erklärt der Architekt Jürgen Löffler.

Für die Nachwelt: Ins Fundament der Gebäudes kommen unter anderem eine Ausgabe des SÜDKURIER und des Alb-Bote. Von links: Klaus-Dieter Ritz, Thomas Hintermeier und Clemens Kirchherr.
Für die Nachwelt: Ins Fundament der Gebäudes kommen unter anderem eine Ausgabe des SÜDKURIER und des Alb-Bote. Von links: Klaus-Dieter Ritz, Thomas Hintermeier und Clemens Kirchherr. | Bild: Juliane Schlichter

„Waldshut-Tiengen ist unser Zuhause.“ Deshalb freue sich Claus Schleith als Bauunternehmer mit seiner Mannschaft, für das Projekt der Volksbank tätig zu sein. Gegenüber der Baustelle, auf dem Areal am Sulzerring, hofft Schleith, im Herbst mit dem Bau des eigenen Geschäftshauses Klettgau-Carré beginnen zu können.

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Projektleiter Clemens Kirchherr: „Es gibt so viele fleißige Hände, dass ich nicht alle aufzählen kann.“ Sein Dank gilt insbesondere den Handwerkern, die bei Wind und Wetter und vor allem bei der Hitze der vergangenen Tage auf der Baustelle arbeiten, sowie den beiden Bauleitern Martin Käser und Gabriel Dittmar. „Nicht zu vergessen unsere Nachbarn für deren Leidensbereitschaft in Sachen Lärm und Staub“, fügt Ritz hinzu, der mit der Fertigstellung des Neubaus Anfang 2022 rechnet.

Ritz weiter: „Tiengen ist neben Waldshut unser wichtigster Standort.“ Mit dem neuen Bankgebäude will das Unternehmen – „auch im Zusammenhang mit dem Klettgau-Carré“ – die Innenstadt von Tiengen beleben.

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