„Was machen wir heute?“, fragt Christina Manthei, stellvertretende Leiterin des Kindergartens in der Tiengener Zeppelinstraße. „Testen!“, rufen die neun Mädchen und Jungen der Kita-Gruppe wie aus einem Munde. Seit Anfang der Woche werden in den städtischen Kindergärten der Doppelstadt Corona-Schnelltests durchgeführt.

Die Stadtverwaltung folgt damit einer Empfehlung der Landesregierung, Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren regelmäßig zu testen. „Damit kann ein kleiner Beitrag geleistet werden, die Verbreitung der Corona-Infektionen einzudämmen beziehungsweise Infektionsketten zu durchbrechen“, ist Hauptamtsleiterin Ingrid Eble überzeugt.

Christina Manthei nimmt eine Puppe von der Fensterbank. „Erklärt Ihr Karlchen noch mal, wie das Testen geht?“, bittet sie die Kinder. „Das Stäbchen auf die Zunge legen, dann drehen und den Mund dabei zulassen“, erklärt der dunkelblonde Alex. „Richtig“, lobt die Erzieherin, bevor sie und ihre Kollegin Corinna Krüger abgepackte Wattestäbchen an die Mädchen und Jungen verteilen. In den Kindergärten kommen sogenannte Lollytests zum Einsatz. Doch mit einer süßen Leckerei haben die Stäbchen nichts zu tun, außer dass sie in den Mund gesteckt werden, was die Kinder sogleich tun.

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30 Sekunden lang drehen sie das Teststäbchen im Mund. Damit sie wissen, wann die Zeit vorbei ist, spielt Kindergartenleiterin Julia Hammelmann für die Dauer von einer halben Minute ein Lied auf einem CD-Spieler ab. Sobald die Musik verstummt, reichen die Kinder den Erzieherinnen die Stäbchen.

Mit der Puppe Karlchen werden die Kinder der Kita Zeppelinstraße spielerisch ans Testen herangeführt. Links die stellvertretende Leiterin Christina Manthei, im Hintergrund die Leiterin Julia Hammelmann.
Mit der Puppe Karlchen werden die Kinder der Kita Zeppelinstraße spielerisch ans Testen herangeführt. Links die stellvertretende Leiterin Christina Manthei, im Hintergrund die Leiterin Julia Hammelmann. | Bild: Juliane Schlichter

Auch Puppe Karlchen wurde getestet. Sein Stäbchen wandert jedoch sofort in den Müll, während die Tests der Kinder nun in einem anderen Raum der Kita ausgewertet werden. „Das dauert etwa 20 Minuten und funktioniert vom Grundprinzip wie ein Schwangerschaftstest“, erklärt Timo Hestler beim Pressetermin im Kindergarten.

Der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Waldshut-Tiengen hat zusammen mit Stadtkommandant Peter Wolf und einem Arzt das Kita-Personal darin geschult, die Corona-Tests sachgemäß durchzuführen. Darüber hinaus habe das Rote Kreuz (DRK) die Erzieherinnen und Erzieher darin unterwiesen, sich gegenseitig zu testen, erklärt Stephanie Meyer, die bei der Stadtverwaltung für Kindergärten und Schulen zuständig ist. Anders als bei den Kindern, kommen bei den Erwachsenen Nasen- und/oder Rachenabstriche zum Einsatz.

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Ein roter Streifen auf dem Testkit bedeutet ein negatives Ergebnis, zwei rote Striche weisen auf eine Corona-Infektion hin. Alle bisherigen Tests in den Kindergärten seien negativ ausgefallen, doch die Aktion laufe erst seit wenigen Tagen, betont Ingrid Eble. Im Falle eines positiven Tests werden alle Kinder nach Hause geschickt, erklärt die Leiterin des städtischen Hauptamts. Die Testergebnisse werden anonym behandelt. Lediglich die Eltern des betroffenen Kindes werden von der Stadtverwaltung informiert. Von da an übernehme das Gesundheitsamt den Fall.

„Die Tests sind alle freiwillig“, betont Stephanie Meyer. Von den rund 430 Kindern in den neun städtischen Kindergärten hätten bislang etwa 200 Eltern eine Einverständniserklärung abgegeben, berichtet sie. „Das sind rund die Hälfte. Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr werden“, hofft Ingrid Eble.

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