Badefreunde können nach einer Entscheidung des Gemeinderats seit der vergangenen Woche die Freibäder in Waldshut und Tiengen unter Corona-Bedingungen besuchen. In der gleichen Sitzung entschied das Gremium, die Sanierungsarbeiten für das Bad in Waldshut spätestens Anfang Januar 2021 auszuschreiben. Ursprünglich sollte die Ausschreibung der einzelnen Gewerke unmittelbar im Anschluss an die Baugenehmigung, mit der laut Stadtverwaltung Ende August zu rechnen ist, erfolgen.

Erneut nannte Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Pflüger die Corona-Pandemie und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen als Ursache für die Verzögerung bei der Ausschreibung. „Wir müssen unsere Investitionen auf das Nötigste reduzieren“, sagte er in der Sitzung und verwies auf einen Verlust in Höhe von 833.000 Euro, von dem die Stadtwerke für das laufende Jahr ausgehen. Vor der Corona-Krise hatte man mit einem Jahresüberschuss von 227.000 Euro gerechnet.

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Bereits in der Sitzung des Gemeinderats im Mai hatte Siegfried Pflüger die Stadträte über den neuen Zeitplan für die Sanierung des maroden Waldshuter Freibads informiert. Nach einem Antrag von Adelheid Kummle (Freie Wähler) musste nun auch das Kommunalparlament der Entscheidung der Gesellschafterversammlung offiziell zustimmen.

Aufgrund der maroden Filteranlage ist in dieser Saison die Hälfte des Schwimmbeckens gesperrt.
Aufgrund der maroden Filteranlage ist in dieser Saison die Hälfte des Schwimmbeckens gesperrt. | Bild: Juliane Schlichter

„Wir müssen bis Januar mit der Ausschreibung warten“, wiederholte Siegfried Pflüger. Die Stadtwerke könnten dann erst im März oder April 2021 mit der Umsetzung des mit aktuell 3,34 Millionen Euro veranschlagten Projekts beginnen. Das Freibad würde nach abgeschlossener Sanierung erst wieder zur Badesaison 2022 öffnen.

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„Was soll im Januar besser oder anders werden als jetzt?“, fragte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra Thyen mit Blick auf die finanzielle Lage. „Wir sind an den Bürgerentscheid gebunden und sollten zügig dran gehen“, fügte sie an. „Wir waren zügig unterwegs. Dann kam Corona„, entgegnete Oberbürgermeister Philipp Frank und merkte an, dass „man im Nebelfeld vom Gas runtergeht“.

Die Sanierung des Waldshuter Freibads

Adelheid Kummle bat darum, bei den Sanierungskosten die Millionenspende zu berücksichtigen. Daraufhin erinnerte Siegfried Pflüger daran, dass die Stadt Waldshut-Tiengen die Spenden des Vereins Pro Freibad – darunter auch die Eine-Million-Euro-Summe eines anonymen Spenders – ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwenden dürfe. Für die Sanierung des Waldshuter Freibades darf es hingegen nicht eingesetzt werden. Die Spenden dürfen auch nicht an gewerbliche Unternehmen, wie es die Stadtwerke Waldshut-Tiengen sind, geleistet werden.

Das sagt der Verein Pro Freibad

„Wir finden es grundsätzlich gut, dass mit dem gefassten Beschluss jetzt wenigstens erstmals ein konkretes Datum für den Beginn der Ausschreibungen festgelegt wurde“, teilte Thomas Scheibel, stellvertretender Vorsitzender von Pro Freibad, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Die von Stadtwerke-Chef Siegfried Pflüger und der Stadtverwaltung angeführten Argumente bezeichnete er als „nachvollziehbar“. Jedoch bietet eine Verschiebung um ein halbes Jahr nach Ansicht des Vereins keine besseren Entscheidungsgrundlagen. „Umso mehr bedauern wir es, dass durch den Beschluss des Gemeinderates gleichzeitig der Ausfall der Freibadsaison 2021 beschlossen wurde“, so Scheibel.

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