Muss sie nun saniert werden oder nicht? Die Frage ist offensichtlich unstrittig und wird von allen Seiten mit einem klaren Ja beantwortet. Offen bleibt die Frage, wann die Schlossgarage in Tiengen auf Vordermann gebracht werden soll. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hat Oberbürgermeister Philipp Frank nun ein Machtwort gesprochen: „Da keine Gefahr in Verzug ist, bleibt die Tiefgarage bis auf Weiteres offen.“ Die Sanierung soll in der zweiten Jahreshälfte 2022 in Angriff genommen werden. Für diese Entscheidung trage er alleine die Verantwortung, so der OB, so wie er es bereits in der jüngsten Fraktionsvorsitzenden-Runde erklärt habe.

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Philipp Frank begründet seine Entscheidung mit drei Argumenten. Zum einen falle der Parkplatz am Sulzerring durch den von Investor Claus Schleith für diesen Sommer anvisierten Spatenstich für das Klettgau-Carré in Kürze weg.

Sanierungsfall: Die Schlossgarage am Rande der Fußgängerzone in Tiengen bleibt trotz Sanierungsbedarf geöffnet. Mit der Instandsetzung soll laut Oberbürgermeister Philipp Frank allerdings in der zweiten Jahreshälfte 2022 begonnen werden.
Sanierungsfall: Die Schlossgarage am Rande der Fußgängerzone in Tiengen bleibt trotz Sanierungsbedarf geöffnet. Mit der Instandsetzung soll laut Oberbürgermeister Philipp Frank allerdings in der zweiten Jahreshälfte 2022 begonnen werden. | Bild: Schlichter, Juliane

Zum anderen werde mit dem Bau eines Park-and-Ride-Platzes beim Bahnhof Tiengen erst nach Baustart des Klettgau-Carrés begonnen, da dazu der dort anfallende Erdaushub benötigt werde. Und zum Dritten arbeiteten die Mitarbeiter des städtischen Hochbauamtes weiter an der Belastungsgrenze.

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Sie hätten erst wieder Luft, wenn die beiden Großprojekte Kornhaus und Feuerwehrhaus mit Kita (beide in Waldshut) abgeschlossen seien. In beiden Fällen solle dies im ersten Halbjahr 2022 sein. „Danach gehen wir dann an die Schlossgarage in Tiengen.“ Da das Parkhaus an einigen Stellen undicht ist, müsse, so der Oberbürgermeister, bei einer Sanierung auch der darüberliegende Rasen des Schlossparks abgetragen werden, um so an das darunter liegende Dach der Garage zu kommen.

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Den mit teils deutlichen Worten geführten Schlagabtausch zwischen Oberbürgermeister und Freie-Wähler-Stadtrat Thomas Hilpert hatte Letzterer mit einer Anfrage an die Verwaltung ins Rollen gebracht, in der er vorschlug, die „kritischen Bauteile“ der Garage im Gemeinderat vorzustellen. Diese Forderung, verbunden mit der Aussage, dass es „ein kritisches Gutachten“ über den baulichen Zustand der Schlossgarage gebe, rief den sofortigen Widerspruch des Oberbürgermeisters hervor.

Die Frage, ob die Schlossgarage sofort oder erst später saniert werden müsse, sei „ein Geschäft der laufenden Verwaltung“, wie Frank betonte. Ergo sei es eine Entscheidung des Verwaltungsleiters und nicht des Gemeinderats. Zudem gebe es kein Gutachten, sondern lediglich ein Begehungsprotokoll. Dies wollte Thomas Hilpert so nicht stehen lassen. Er beharrte darauf, dass es sich sehr wohl um ein Gutachten handle.

Beide, sowohl OB Frank, wie auch Stadtrat Hilpert, hatte zudem Kontakt zu einem zweiten Ingenieurbüro aufgenommen, das im Auftrag der Verwaltung erst jüngst die Garage noch einmal unter die Lupe genommen hatte (die erste Begehung hatte unter dem damaligen Hochbauamtsleiter Lorenz Wehrle stattgefunden). Beide interpretierten die Aussagen des Ingenieurbüros unterschiedlich. Einig waren sich beide, dass die Tiefgarage am Rande der Tiengener Fußgängerzone saniert werden muss. OB Philipp Frank beharrte jedoch auf seinem Standpunkt, auch wenn ihm klar sei, dass es dann etwas teurer würde.

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