Frau Maier, seit 2015 sind Sie mit der Organisation des Bürgertheaters im Rahmen der Chilbi, dem Waldshuter Heimatfest, befasst. Jetzt können Sie dieser Aufgabe aus beruflichen Gründen nicht mehr nachgehen. Wie geht es jetzt mit dem Bürgertheater weiter?

Durch meine neue berufliche Aufgabe habe ich nicht mehr die Zeit, alle Aufgaben des Projekts federführend zu übernehmen. Derzeit sind wir im Chilbi-Komitee im regen Austausch, wie es weiter gehen kann.

Haben Sie auch schon intern bei den Traditionsvereinen nachgefragt?

Im Chilbikommitee wurden die dort vertretenen Traditionsvereine gebeten, ihre Mitglieder über die Situation zu informieren. Die Vertreter hatten den Auftrag einzelne Personen/Gruppen anzusprechen, die entweder Einzelaufgaben oder die Gesamt-Organisation übernehmen. Bisher aber leider ohne Erfolg.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie sieht Ihr Wunschkandidat aus?

Da gibt es keine konkrete Vorstellung. Leidenschaft, Organisationstalent sowie Spaß und Freude für das Projekt und die Menschen, sind ausschlaggebende Punkte, die die Person mitbringen sollte.

Marion Maier spricht mit Redakteurin Susann Duygu-D‘Souza über die Zukunft des Bürgertheaters. Findet sich kein Nachfolger, ist die Zukunft für die Traditionsveranstaltung ungewiss. Bild: Maier
Marion Maier spricht mit Redakteurin Susann Duygu-D‘Souza über die Zukunft des Bürgertheaters. Findet sich kein Nachfolger, ist die Zukunft für die Traditionsveranstaltung ungewiss. Bild: Maier | Bild: Maier

Welche Aufgaben muss Ihr Nachfolger übernehmen?

Hier sind viele Konstellationen möglich. Ich habe einen Projektplan erstellt mit beispielsweise den einzelnen Teilprojekten und Zeitplänen. So kann man alles auf mehreren Schultern verteilten. Damit müsste mein Nachfolger sehr gut klarkommen und die Fäden zusammenhalten.

Falls kein Nachfolger gefunden wird, gibt es dann eine Zukunft für das Bürgertheater?

Das Bürgertheater war bislang ein fester und wichtiger Bestandteil der Waldshuter Chilbi. Aus dem klassischen Heimatabend wurde dieser Event. Wenn sich Personen finden, die die Aufgaben wahrnehmen, kann es so oder in ähnlicher Form weitergehen. Einen Plan B gibt es derzeit nicht.

Woran glauben Sie liegt es, dass es so schwer ist, einen Nachfolger zu finden?

Wir waren in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Unser Anspruch war es, jedes Jahr etwas professioneller zu werden. Da kann schnell ein gewisser Erfolgsdruck entstehen. Andererseits ist es bei vielen engagierten Bürgern vielleicht wie bei mir. Die berufliche Situation nimmt mehr Zeit in Anspruch. Und, nicht jeder ist bereit, sich für ein solches Projekt die Zeit zu nehmen.

Musste man Sie damals lange überreden, die Nachfolge von Margret Teufel zu übernehmen?

Ich bin mit dem Heimatabend und dem Nachfolgeprodukt Bürgertheater groß geworden. Margret Teufel hat mich praktisch in dem Projekt mit groß gezogen. So bin ich nach und nach in die Aufgabe hineingewachsen. Als dann die Frage der Nachfolge an mich herangetragen wurde, musste ich nicht lange überlegen.

Auch Sie waren damals Mutter von drei Kindern, berufstätig und haben trotzdem Zeit gefunden. Was war Ihr Geheimnis?

Ich bin in und mit der Waldshuter Chilbi aufgewachsen. Mein Vater und Bruder waren Junggesellen beziehungsweise Ehemalige. In unserer Familie leben wir aktiv die Traditionen und das Ehrenamt in den Vereinen unserer Stadt. Diese Traditionen und Werte möchte ich gerne an viele Menschen weitergeben. Es ist immer ein Gewinn, sich in Vereinen mit Menschen für Menschen seiner Stadt einzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Welche waren Ihre schönsten Momente in den vergangenen sechs Jahren?

Jeder Heimatabend war für sich eine Sensation. Das erste Treffen der Akteure zu einer neuen Saison war Gänsehaut pur. In den letzten Jahren konnten wir viele junge Menschen begeistern, mitzuwirken. So wurde das Bürgertheater deutlich verjüngt. Nicht zuletzt war es aber immer wieder der Applaus des Publikums des Heimatabends. Immer dann, wenn man in den Gesichtern des Publikums erkennt, dass wir alle zusammen wieder etwas Großartiges geleistet haben. Ein Moment, den jeder vor und hinter der Bühne genossen hat und sich gerne für diesen Abend Zeit genommen hat.

Fragen: Susann Duygu-D‘Souza