Zwischen Schreinereien, Autohändlern und Kunststoffwerken hat sich Daniele Alianiello alias Mondetto seinen Traum vom eigenen Studio verwirklicht. Hier im Industriegebiet Oberentfelden produziert er Musik, die weit über seine vier Wände hinaus Wellen schlägt. Schweizer Rap-Größen wie Mimiks und und LCone vertrauen schon lange auf das Können des Aargauers.

Daniele Anianiello (26) wird nächstes Jahr unter dem Musiklabel Sony Music Schweiz sein Debütalbum veröffentlichen.
Daniele Anianiello (26) wird nächstes Jahr unter dem Musiklabel Sony Music Schweiz sein Debütalbum veröffentlichen. | Bild: Severin Bigler/CH Media

Etwa mit „Plan B“ von Sinan-G und PA Sports oder „Caje“ von Calo&Bato haben es Titel des Produzenten und Rappers auch schon auf internationale Bühnen geschafft. Von ihm produzierte Lieder erreichen regelmäßig mehr als eine Million Streams auf Spotify. Alleine auf die Streamingplattformen wolle er aber nicht setzen, schließlich sei der finanzielle Reiz dabei bescheiden.

Strukturierter Tagesablauf unnötig

Wie viele Streams ein Lied generieren wird, könne man im Vorfeld kaum abschätzen. „Das ist die Magie des Ganzen“, sagt der 26-Jährige in seinem Studio. Gleich beim Eingang steht ein kleiner Red-Bull-Kühlschrank. Die Stimmung in seinem Studio sei immer sehr unkompliziert und kollegial. Das gilt auch für die Arbeitszeiten: „Es gibt Sessions, die dauern bis 2 Uhr morgens.“ Deshalb sei ein geregelter Tagesrhythmus bei ihm auch praktisch nicht existent. „Es ist schon vorgekommen, dass ich mitten in der Nacht joggen ging“, nennt er als Beispiel.

Die Anfänge

Die unregelmäßigen Arbeitszeiten machen dem jüngsten von drei Brüdern aber nichts aus. Schließlich wusste er schon lange, dass er einmal Musik machen will: „Zuhause hatten wir ein Klavier, auf dem ich immer herumgeklimpert habe.“ Später habe ihm sein Vater ein Keyboard gekauft. „Weil da Töne drauf waren“, erklärt er den Grund für ihn als Kind. Als diese nicht mehr reichten, fing er an, sich Musikprogramme beizubringen – mit Erfolg.

Die Werke

Nicht nur seine Beats, sondern auch seine Solo-Produktionen kommen gut an. Sie werden zum Teil schon mehr als eine halbe Million Mal gestreamt. Darunter auch der Remix seines Liedes „Autopilot“ mit dem deutschen Rapper „Jiggo“. Der Song eröffnete dem in Lenzburg aufgewachsenen Mondetto die Türen in die großen Ligen des Deutschraps. Und das, obwohl er ausschließlich im Dialekt rappt. „Ich will die Leute mit meiner Musik nicht belehren, das können andere besser. Meine Lieder sollen entspannen“, so der Künstler. Das funktioniere auch gut, ohne dass man jedes Wort versteht.

Mehr Geld

Zudem sagt er: „Die Urheberrechtsauszahlungen in Deutschland sind durch die Größe des Marktes lukrativer als in der Schweiz.“ Seine Strategie verhilft Mondetto seit der Veröffentlichung seines ersten Liedes zu stetigem Erfolg. Der blieb nicht unbemerkt. Sein neues Album, das er auf Mitte des nächsten Jahres plant, wird von Sony Music Schweiz vertrieben.

Er kann von der Musik leben

„Meinen ersten Hit hatte ich 2017“, erinnert er sich, während er in seinem Sessel sitzt. Hinter ihm befindet sich sein Schreibtisch, ein Standmikrofon und eine Menge akustische Dämmung. Eingezogen ist er hier erst Ende 2020. „Bis vor einem Jahr habe ich noch als Technischer Kaufmann in Aarau gearbeitet.“ Mittlerweile kann Mondetto von der Musik leben und sogar aussuchen, mit wem er zusammenarbeiten will. Im Moment seien das zwischen 15 und 20 Musiker. Wobei nicht jeder Job eine Liedproduktion von A bis Z sei. „Manchmal will jemand nur aufnehmen und woanders mischen oder umgekehrt.“ Zu den regelmäßigen Kunden kommen dem Sportliebhaber zufolge rund zwei Künstler pro Woche.

Das Repertoire

Die Bandbreite von Daniele Alianiello ist groß: „Zum Teil mache ich reine Trap-Produktionen am einen und Rock-Songs am anderen Tag.“ Man dürfe nie alles auf eine Karte setzen. Darum arbeitet Mondetto auch nicht nur für gestandene Künstler. Mit der deutschen Sängerin Xiara oder dem Zürcher Rapper Skilaz produziert der Aargauer auch Musik für Newcomer. „So bleibe ich am Zahn der Zeit und wer weiß, vielleicht ist einer von ihnen morgen berühmt und ich war vor Anfang an dabei.“