Der größte Stadtteil von Waldshut-Tiengen ist geprägt von zwei großen Umspannwerken. Die versorgen nicht nicht nur die Bürger mit Strom, sondern sollen auch dafür sorgen, dass die Hochrheinbahn in Zukunft elektrisch fahren kann. In den kommenden Jahren sind dafür einige Schritte nötig.

Projektsprecher Jörg Weber vom Übertragungsnetzbetreiber Amprion sagt, der gesamte Standort soll erneuert werden. Eine neue Anlage soll errichtet, die alten Schaltanlagen zurückgebaut werden. Rund 60 Millionen Euro werden die Arbeiten laut Weber kosten.

Was braucht es für die Elektrifizierung der Hochrheinbahn?

Bis 2027 muss der Betreiber Amprion über eine 380-Kilovolt-Schaltanlage den Netzanschluss für die Deutsche Bahn bereitstellen. Laut Projektsprecher Jörg Weber gibt es hierbei gleich zwei Herausforderungen: „Die zeitliche Komponente der Fertigstellung bis Ende 2026“, sowie die Umbauarbeiten im laufenden Betrieb.

Das bringt die Elektrifizierung der Hochrheinbahn für Bahnfahrer

Laut der Website zur Hochrheinbahn, die von der DB Netz AG betrieben wird, bringen Ausbau und Elektrifizierung der Strecke gleich zwei Vorteile: Zum einen sorge das Projekt für einen klimaschonenden Nahverkehr. Zum anderen sollen mehr Verbindungen zwischen Südbaden, dem Bodensee und Nord- und Ostschweiz möglich sein. Im 30-Minuten-Takt soll der IRE von Basel nach Singen und die RB von Basel nach Waldshut fahren. Zusätzlich sind mehr Bahnen zwischen Waldshut und Erzingen und Stühlingen zu Zeiten von Schul- und Berufsverkehr geplant.

Was bringen die Umbauarbeiten der Umspannwerke noch?

Neben der Anbindung für die Elektrifizierung der Hochrheinbahn haben die Neuerungen auch weitere Vorteile. „Die Umbauarbeiten dienen dazu, den Anlagenstandort fit für die Aufgaben der Energiewelt von Morgen zu machen“, formuliert der Projektsprecher den Nutzen der Arbeiten.

Bild: Schlichter, Juliane

Diese sieht Projektsprecher Jörg Weber besonders im Stromtransport, der vorrangig über die 380-kV-Ebene ablaufen wird. „Viele Betriebsmittel in den alten Anlagen am Standort Tiengen haben perspektivisch das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht“, sagt Weber. Dadurch, dass die Anlage auf den aktuellsten technischen Stand gebracht wird, könne zudem die Versorgungssicherheit der Region gestärkt werden.

Was muss alles umgebaut werden?

Laut Projektsprecher wird die 110-Kilovolt-Anlage komplett neu errichtet. Ebenso neu errichtet wird eine 380-Kilovolt-Anlage „als Gas-Isolierte-Schaltanlage, die einen deutlich geringeren Flächenbedarf hat als eine Freiluftanlage“, sagt Weber. Die bisherige 220-Kilovolt-Anlage soll ersatzlos zurückgebaut werden. Zusätzlich soll es ein neues Betriebsgebäude geben.

Umbau, Rückbau und Neubau stehen für die Umspannwerke an. Zum genauen Zeitplan gibt es aktuell noch keine Informationen. (Archivbild)
Umbau, Rückbau und Neubau stehen für die Umspannwerke an. Zum genauen Zeitplan gibt es aktuell noch keine Informationen. (Archivbild) | Bild: Schlichter, Juliane

Insgesamt wird laut Amprion nach Abschluss des Rückbaus eine Fläche von rund 84.000 Quadratmetern frei. Wie diese in Zukunft verwendet werden kann, müsse zu gegebener Zeit in Gesprächen mit der Stadt erörtert werden.

Für die neuen Transformatoren muss der Tennisclub Gurtweil weichen. Stattdessen soll eine neue Anlage errichtet werden. (Archivbild)
Für die neuen Transformatoren muss der Tennisclub Gurtweil weichen. Stattdessen soll eine neue Anlage errichtet werden. (Archivbild) | Bild: Martin Hummel / TC Gurtweil

Auch die Tennisanlage des TC Gurtweil wird weichen müssen, denn sie steht dort, wo später Transformatoren ihren Platz haben sollen. Der Club soll dafür eine neue Anlage bekommen. „Wenn wir für unsere in die Jahre gekommene Anlage eine Neue bekommen, ist das wie ein Sechser im Lotto“, sagt Martin Hummel, Vorsitzender des Tennisclubs. Der Kontakt zu Amprion sei gut, die Pläne für die neue Anlage seien in Zusammenarbeit entstanden. Einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht, so Hummel.

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Wie sieht der Zeitplan aus?

Aktuell befinde sich das Projekt noch in der Planungsphase, so Projektsprecher Weber. Aussagen zum Zeitplan könnten daher noch nicht getroffen werden. Fest steht nur, dass die Anlage bis Ende 2026 in Betrieb genommen werden muss, „um den Netzanschluss für die Deutsche Bahn fristgerecht herstellen zu können“, sagt Weber.

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