Manfred Dinort

Tief unten im Seltenbachtal, zwischen Realschule, Hallenbad und Hochrhein-Gymnasium, liegt ein kleines eingezäuntes Areal, ein Biotop, das in den 1990er-Jahren angelegt wurde und seitdem vom Waldshuter Ortsverband des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) gehegt und gepflegt wird.

Im Innenbereich befinden sich ein kleiner, kreisrunder Teich, eine Blockhütte und zwei Stege, die den Zugang zur Hütte und zum Teich erleichtern. Hier wird seit ein paar Tagen gearbeitet: Die BUND-Mitglieder Hans Jürgen Bannasch und Martin Mannel erneuern die Stege. Das Material hat der Baubetriebshof zur Verfügung gestellt.

Biber lässt sich Seerosen schmecken

Der Teich, so berichtet Bannasch, hat einen Durchmesser von knapp 20 Metern. Noch im Frühjahr sei der Teich mit Seerosen bedeckt gewesen, mit drei großen Rosetten, die aber im Sommer von einem Biber total abgefressen wurden. „Der ist wohl vom Rhein hier hochgekommen“, vermutet Bannasch, „das war in den Sommerferien, als er Ruhe vor den Kindern hatte.“

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Der Nager sei aber auch sonst aktiv gewesen, habe mit dem Bau eines Dammes begonnen und sich an kleineren Bäumen vergriffen. „Sollte er an größere Bäume gehen, dann bekäme die Stadt ein Problem, weil dann die Bäume durch Drahtmanschetten geschützt werden müssten“, erklärt Bannasch.

Tümpel dient Kindern als Anschauungsobjekt

Das Biotop wurde vor etwa 30 Jahren auf einem Platz angelegt, wo früher ein Gaskessel stand. Die Reste der ehemaligen Anlage wurden beseitigt und an Stelle der Betonplatte ein tiefes Loch gebaggert, das mit einer speziell dafür angefertigten Folie ausgelegt wurde. Damit entstand schulnah ein Tümpel, der für den Biologieunterricht und von der Kindergruppe des BUND genutzt werden konnte.

„Die alte Hütte mussten wir abbauen, da die Pfeiler von Vandalen angesägt wurden“, erzählt Hans Jürgen Bannasch. „Da der ursprüngliche Maschendraht zu wenig Wirkung gegen Eindringlinge gezeigt hat, haben wir die ganze Anlage zusätzlich mit einem stabilen Industriezaun abgesichert.“ Damit konnte der Vandalismus gestoppt werden, „seitdem ist nichts mehr passiert“, fügt er hinzu.

Die alte Hütte wurde durch eine neue ersetzt, die der Aufbewahrung der Kescher und der Pflegegeräte dient. Der Teich werde gerne für unterrichtliche Zwecke genutzt, „um den Kindern im Rahmen des Biologieunterrichts zeigen zu können, was es in einem Teich an Lebewesen und Pflanzen zu beobachten gibt“, erklärt Bannasch, der bis zu seiner Pensionierung selbst Biologie am Hochrhein-Gymnasium unterrichtet hatte.

Bauhof stellt Robinienholz

Der Steg hinaus aufs Wasser wurde im Laufe der Jahre marode und musste jetzt erneuert werden. Die Hauptarbeit, so berichtet Bannasch weiter, habe darin bestanden, die Unterkonstruktion für die Pritschen zu erneuern, die aus massiven Stämmen besteht, Robinienholz, das vom Bauhof gestellt wurde.

Das Einbringen der Stämme in das Biotop sei Schwerstarbeit gewesen, berichtet der 86-jährige Hans Jürgen Bannasch. Die Stämme wurden mit dem Traktor bis zum Eingang transportiert, dann von Hand mit Hebeln und Rollen in Position gebracht.

„Ich bin erleichtert, dass alles reibungslos geklappt hat und mir Martin Mannel zur Seite gestanden ist“, lautet sein Resümée. Zum Thema Biber meint er: „Wir vom BUND sehen das Vordringen des Bibers nicht negativ. Denn dort, wo der Biber aktiv wird, entstehen ganz neue, zusätzliche Lebensräume.“

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