Seit rund zwei Wochen haben die Freibäder in Waldshut und Tiengen trotz Corona-Krise geöffnet. Damit gehören sie zu den wenigen, die in der Region überhaupt unter den strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen Badespaß und Abkühlung ermöglichen. Doch spürt der Besucher eigentlich etwas von den Auflagen? Und wie groß sind die Einschränkungen? Wir haben es getestet.

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Drei Zeitfenster buchbar

Schon bei dem Kartenkauf gibt es einen großen Unterschied zu der Zeit vor der Pandemie. Denn konnte man sonst einfach spontan zum Freibad fahren, um dann direkt vor Ort am Kartenhäuschen ein Eintrittsticket zu erwerben, müssen die Plätze nun vorab online reserviert werden. Denn die Besucherzahl ist pro Freibad begrenzt. So dürfen sich in Tiengen derzeit nur maximal 175 Gäste gleichzeitig im Bad aufhalten, in Waldshut sind es 152. Online reservieren kann man für maximal sechs Personen. Zudem gibt es derzeit drei Zeitzonen, die buchbar sind: Morgens, von 10 bis 13 Uhr, mittags von 13.30 Uhr bis 16.30, und abends von 17 bis 20 Uhr. Zwischen den einzelnen Zeiten muss die Anlage eine halbe Stunde lang geputzt und desinfiziert werden.

Die Online-Reservierung

Die Online-Reservierung funktioniert relativ einfach, wenn man sie vom heimischen Laptop oder Computer durchführt. Auf meinem Handy gibt es leider Probleme bei der Darstellung der Seite, weshalb ich über den Computer reserviere. Auf der Internetseite www.vitalwerk-wt.de rufe ich unter dem Punkt „Reservierung“ die Seite auf. Dort gibt es ein Video, in dem erklärt wird, wie alles funktioniert. Aber auch ohne Video ist das Buchen einfach. Ich entscheide mich für die Zeitzone am Dienstag, 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, gebe danach Namen, Adresse und E-Mail an und die Namen der Personen, die mich begleiten. Auch Babys und Kleinkinder müssen angemeldet werden. Ich buche für meine Tochter (2), zwei meiner Freundinnen plus ihre Kinder und mich. Insgesamt sind wir also zu sechst, mehr Reservierungen sind auf eine Person übrigens auch nicht möglich. Nur wenige Minuten später erhalte ich eine Bestätigungsmail und schließe damit die Reservierung ab. Ich erhalte einen QR-Code, den wir an der Kasse vorzeigen müssen.

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Bereits im Eingangsbereich des Waldshuter Freibads wird deutlich, dass auch hier die Abstandsregelungen und Hygienevorschriften gelten.
Bereits im Eingangsbereich des Waldshuter Freibads wird deutlich, dass auch hier die Abstandsregelungen und Hygienevorschriften gelten. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Kurz nach 14 Uhr erreichen meine Tochter und ich dann das Freibad. Am Eingang stehen Hinweisschilder, die auf den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter hinweisen sowie auf die Maskenpflicht, die am Eingangsbereich und bei den Sanitäreinrichtungen gilt, nicht aber im Becken oder auf der Wiese. Ich lasse mein Handy mit dem QR-Code scannen und zahle dann den Eintritt von 3,50 Euro, für meine Tochter muss ich nichts bezahlen.

Abstandsregeln auf der Wiese

Am Dienstagnachmittag waren nur wenige Besucher im Waldshuter Freibad. Maximal dürfen sich wegen der Corona-Krise 152 Besucher gleichzeitig im Bad aufhalten. Trotzdem gilt auf der Wiese der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter, woran auch immer wieder Hinweisschilder erinnern.
Am Dienstagnachmittag waren nur wenige Besucher im Waldshuter Freibad. Maximal dürfen sich wegen der Corona-Krise 152 Besucher gleichzeitig im Bad aufhalten. Trotzdem gilt auf der Wiese der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter, woran auch immer wieder Hinweisschilder erinnern. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Nur wenige Decken und Handtücher anderer Badegäste liegen auf der großen Wiese direkt neben dem Rhein. Meine Freundinnen sind schon da, ihnen habe ich vorher den jeweiligen QR-Code zugeschickt. Am Platz angekommen fackelt meine Tochter nicht lang, schnell schlüpft sie aus ihrem Kleidchen (was plötzlich auch ohne Hilfe von Mama geht) und rennt schon auf das große Becken zu. Schnell Schwimmflügel und -windel angezogen und los geht‘s.

Nur wenige Badegäste

Die Stadtwerke als Betreiber des Waldshuter Freibads haben seit dem 3. Juli auch wieder das Kinderbecken geöffnet.
Die Stadtwerke als Betreiber des Waldshuter Freibads haben seit dem 3. Juli auch wieder das Kinderbecken geöffnet. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Zuerst ins Babybecken, das seit wenigen Tagen jetzt auch geöffnet haben darf. Danach kühlen wir uns noch im großen Becken ab, das allerdings zur Hälfte gesperrt ist. Im Schwimmerbecken gibt es nur wenige Badefreunde, die sich bei 23 Grad Wassertemperatur abkühlen. Dennoch achtet der Bademeister genau darauf, dass der Abstand eingehalten wird – vor allem bei den Schwimmern. Ein bisschen komisch ist schon, dass nur so wenige Gäste da sind, aber dafür haben wir alle jede Menge Platz zum Toben und Planschen.

Schaukel, Rutsche und Wippe dürfen auch genutzt werden.
Schaukel, Rutsche und Wippe dürfen auch genutzt werden. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Nach zwei Stunden baden, auf der Wiese rumrennen und picknicken – der Kiosk ist übrigens in Waldshut, anders als im Tiengener Bad, geöffnet, allerdings mit Maskenpflicht, packen wir langsam die Sachen zusammen. Gegen 16.15 Uhr erinnert einer der Schwimmmeister dann auch die Besucher daran, dass sie das Bad bald verlassen müssen. Wir ziehen uns also schnell um, schaukeln noch eine Runde, setzen dann die Maske auf und machen uns auf den Heimweg. Schon vor der Tür warten neue Gäste, die aber erst um 17 Uhr ins Bad dürfen.

Gegen 16.25 Uhr müssen die Besucher das Freibad wieder verlassen. Maximal drei Stunden können sich derzeit Schwimmfreunde auf der Anlage aufhalten.
Gegen 16.25 Uhr müssen die Besucher das Freibad wieder verlassen. Maximal drei Stunden können sich derzeit Schwimmfreunde auf der Anlage aufhalten. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Fazit: Wir sind alle froh, dass das Bad in Waldshut geöffnet hat. Die Online-Reservierung ist – wenn man einen Computer oder Laptop nutzt – kein Problem, wegen der wenigen Besucher gibt es genügend Parkplätze sowie auch Platz im Freibad und eine Maske haben wir derzeit eigentlich auch immer dabei. Also nix wie hin in die Freibäder der Stadt.