Das Klinikum Hochrhein in Waldshut erhält vier Millionen Euro vom Regierungspräsidium (RP) Freiburg. Laut einer Pressemitteilung vom Freitag fördert das RP die Errichtung eines zusätzlichen Bettenhauses am Klinikgebäude in Waldshut mit einer Summe von 3,5 Millionen Euro und eine erneute Vergrößerung des Hubschrauberlandeplatzes mit 500 000 Euro. Erst vor einem Jahr war der alte Landeplatz saniert worden.

61 Ein- und Zweibettzimmer entstehen

Der Anbau soll auf der Nordseite des bestehenden Bettenhauses Richtung B 34 über drei Geschosse errichtet werden. Es soll als Interimsgebäude genutzt werden, bis das neue Zentralklinikum fertig gestellt ist. Vorgesehen sind 61 moderne Ein- und Zweitbettzimmer, die größtenteils mit eigenen Nasszellen ausgestattet werden. Geplant ist eine Aufständerung des Gebäudes mit einer Stahlstützenkonstruktion, ähnlich Stelzen, so dass der jetzige Haupteingang mit der bestehenden Klinikzufahrt beibehalten werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Kostenschätzung für den Anbau beläuft sich auf elf Millionen Euro. Aufgrund einer ausgelasteten Bauwirtschaft verzögert sich der Baubeginn, wie Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt Anfang August gegenüber dieser Zeitung sagte. Bezug des Anbaus soll nun Ende 2020 sein. Im Februar hatte Planer Ralf Müller (Arcass Architekten Stuttgart) vor dem Waldshut-Tiengener Gemeinderat bei der Präsentation der Baupläne noch eine Fertigstellung für Mitte 2020 in Aussicht gestellt.

Neue Anforderungen für Landeplatz

Laut Regierungspräsidium wird der Hubschrauberlandeplatz durch die Vergrößerung an die aktuellen technischen und rechtlichen Anforderungen der Luftrettung angepasst. Gleichzeitig werde noch ein zusätzlicher Landeplatz geschaffen, der bei Bedarf als Ersatz genutzt werden könne. Im vergangenen Sommer war der Landeplatz bereits in einer dreimonatigen Bauzeit saniert worden. Zu den neuen Anforderungen gehörte unter anderem eine Mindestgröße der Start- und Landefläche von 15 Meter mal 15 Meter.

Im Sommer 2018 war der Landeplatz des Klinikums Hochrhein in Waldshut modernisiert und erweitert worden. Jetzt soll er erneut vergrößert und ein zusätzlicher Landesplatz geschaffen werden.
Im Sommer 2018 war der Landeplatz des Klinikums Hochrhein in Waldshut modernisiert und erweitert worden. Jetzt soll er erneut vergrößert und ein zusätzlicher Landesplatz geschaffen werden. | Bild: Halter, Maximilian

Außerdem musste es eine einheitliche Markierung geben. Die erforderliche Erkennungsmarkierung für eine Landestelle besteht aus einem weißen „H“ auf einem roten Kreuz. Der Platz wurde um das Vierfache vergrößert. Fangnetze wurden am Rand angebracht, ferner Signalleuchten am Krankenhausgebäude, wie Architektin Luzia Duffner bei der Inbetriebnahme erläuterte. Der Platz ist einer der 300 nach Luftverkehrs-Ordnung genehmigten Landeplätze. Mit rund 550 000 Euro war der geschätzte Kostenrahmen unterschritten worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer gestern in der Pressemitteilung: „Das Land Baden-Württemberg stellt sich seiner Verantwortung für eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung im Landkreis Waldshut. Es freut mich, dass wir mit dieser Förderung einen erheblichen finanziellen Beitrag zur aktuellen baulichen Verbesserung am Spital Waldshut leisten können, auch wenn die zukünftige Errichtung des neuen Zentralklinikums des Kreises in Albbruck bereits absehbar ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

So soll der Anbau genutzt werden

Das Klinikum Hochrhein in Waldshut soll um einen dreigeschossigen Anbau in Richtung Kaiserstraße erweitert werden. Nach Fertigstellung des geplanten Zentralspital soll das Provisorium zurückgebaut werden.

  1. Wie sehen Zeitplan und Kostenrahmen für den Interimsanbau aus? Der
    Beginn der Bauarbeiten verzögert
    sich wegen der ausgelasteten Bauwirtschaft. Der Startschuss soll nun im Frühjahr des kommenden Jahres sein, Bezug Ende 2020. Die Gesamtkosten sind mit elf Millionen Euro veranschlagt.
  2. Was passiert auf der ersten Etage des Anbaus? Dort sollen eine Intensivstation mit 14 Betten, eine sogenannte Stroke Unit für Schlaganfallpatienten und eine „Intermediate-Care-Station“ eingerichtet werden. Dadurch soll eine gebündelte Versorgung all jener Patienten, deren Leben akut bedroht ist oder jene, die intensiv betreuungspflichtig sind, gewährleistet werden.
  3. Wie sehen die Pläne für die beiden darüber liegenden Etagen aus? Dort sollen neue Ein- und Zweibett-Zimmer, größtenteils mit eigenen Nasszellen, entstehen. Diese werden dann vorhandene, veraltete Stationen und Mehrbettzimmer ersetzen.
  4. Wird durch den Anbau die Bettenzahl erhöht, also das Krankenhaus erweitert? Nein. Die Zahl der Patientenbetten wird auch mit dem Stelzen-Anbau, wie bisher auch, bei 303 liegen.
  5. Welche Sanierungsmaßnahmen wurden bislang vorgenommen? Das ambulante Untersuchungszentrum (Kosten: 600 000 Euro) ist ebenso in Betrieb wie der neue und 550 000 Euro teure Hubschrauber-Landeplatz. Die Umgestaltung der Notaufnahme ist ebenfalls abgeschlossen, Kosten: 200 000 Euro. Für die Notaufnahme wurde ein eigener Chefarzt eingestellt.