Die wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes Witzhalderstraße 2 in Ühlingen stand seit Jahren im Fokus der Gemeinde. Das denkmalgeschützte mächtige Gebäude ist ortsbildprägend. Als mögliches Projekt hat sich die Gemeinde für die Errichtung eines sozialen Zentrums entschieden. Bei einer sozialen Nutzung denkt die Gemeinde an eine Tagespflege und barrierefreie seniorengerechte Wohnungen. Der Gemeinderat besichtigte dieser Tage die Baustelle mit dem neuen Anbau.

Der Plan sieht vor, im Erdgeschoss eine Tagespflege einzurichten mit rund 16 Tagespflegeplätzen. Diese Plätze sind sowohl im Bestandsgebäude als auch im Erweiterungsbau vorgesehen. Im Obergeschoss, im bestehenden Gebäude als auch im Anbau, sind barrierefreie Wohnungen geplant.

Das denkmalgeschützte Haus Witzhalderstraße 2 ist in Ühlingen ortsbildprägend. Jetzt soll es zusammen mit einem Anbau zu einem sozialen Zentrum umfunktioniert werden.
Das denkmalgeschützte Haus Witzhalderstraße 2 ist in Ühlingen ortsbildprägend. Jetzt soll es zusammen mit einem Anbau zu einem sozialen Zentrum umfunktioniert werden. | Bild: Werner Steinhart

„Das Soziale Zentrum wird einerseits ein neues Angebot im Bereich Tagespflege sein und andererseits Wohnraum schaffen. Von daher gehen wir von einer großen Bedeutung für Ühlingen-Birkendorf, aber auch die angrenzenden Gemeinden, aus“, betont Bürgermeister Tobias Gantert. Investor ist Herbert Duttlinger aus Riedern a.W. Die Caritas ist Partner in kommunaler Daseinsfürsorge und zusammen sind sie gemeinsame Ansprechpartner für Menschen, denen geholfen werden muss.

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Mit den Bauarbeiten geht es wie geplant vorwärts. Allerdings, ist man wegen Lieferschwierigkeiten für das zu benötigende Material in Verzug. Der Anbau, der im Rohbau steht, ist eine komplette Holzkonstruktion. Beim bestehenden Altbau ist man mit dem Entkernen fertig.

„Der Umbau eines alten Gebäudes ist immer eine Herausforderung, insbesondere in den Bereichen Denkmalschutz und Brandschutz. Das hat Zeit und planerischen Aufwand benötigt, hat sich am Ende aber vernünftig lösen lassen“, informiert Bürgermeister Tobias Gantert.

Vorgaben durch Denkmalamt

„Die historische Substanz musste erhalten bleiben, so die Vorgabe durch das Denkmalamt“, betont Herbert Duttlinger. Das bedeutet, dass nicht nur die Wände des Hauses stehen bleiben mussten, also die ursprüngliche Konstruktion, sondern im Innern die historischen Decken und die Vertäfelungen, die inzwischen freigelegt wurden. Lediglich die später erfolgten An- und Umbauten, wie der Stallbereich, konnten entfernt werden. Im historischen ehemaligen Wohnteil wird in Zukunft die Sozialstation untergebracht. Im ehemaligen Stall sowie im Neubau im Erdgeschoss wird die Tagespflege eingerichtet. Im Obergeschoss des Alt- wie des Neubaus, sind acht Appartements vorgesehen und im Dachgeschoss gibt es zwei größere Wohnungen. Zu erreichen sind die barrierefreien Wohneinheiten mit einem Aufzug. Herbert Duttlinger ist überzeugt: „Im Herbst 2022 ist das Soziale Zentrum mit den Wohnungen bezugsfertig.“

Entkernt wurde das große Anwesen, wobei die Teile der historischen Substanz erhalten bleiben mussten.
Entkernt wurde das große Anwesen, wobei die Teile der historischen Substanz erhalten bleiben mussten. | Bild: Werner Steinhart

In Bezug auf die Heizung des Sozialen Zentrums beschloss der Gemeinderat eine Heizanlage zusammen mit dem nebenliegenden Feuerwehrgerätehaus, das derzeit noch über eine Stromheizung verfügt, und den noch zu bauenden zwei Mehrfamilienhäusern entlang der Witzhalderstraße zu errichten.