Für viele Gläubige gehört der Kirchgang zum Sonntag. Erstmals in ihrem Leben war es wegen der Infektionsgefahr durch das Coronavirus nun wochenlang nicht möglich, Gottesdienste zu besuchen. Jetzt darf die Gemeinde wieder in den Kirchen dabei sein. Pater Christoph hatte in den Wochen der Sperre sonntags die Eucharistie mit Mesnerin und Lektoren ohne Gottesdienstbesucher gehalten. Wer virtuell dabei sein wollte, konnte per Livestream zu Hause daran teilnehmen.

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Die Corona-Pandemie hat den normalen Gottesdienstablauf auf den Kopf gestellt. Infektionsschutz wird sehr ernst genommen. Mesnerin Barbara Bulai öffnet jeweils den Haupteingang, niemand muss die Türklinke in die Hand nehmen. Die Weihwassergefäße am Ein- und Ausgang sind leer, stattdessen sind Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände bereitgestellt. Die Gesangsbücher sind weggeräumt. Wer ein eigenes „Gotteslob“ hat, bringt es selbst mit. Sitzplätze, auch im Altarraum, sind mit Mindestabständen markiert und nur jede zweite Bankreihe kann genutzt werden. „Die Leute sind schon von sich aus sehr vernünftig“, sagt Aurelia Zolg, die am Sonntag mit Heinrich Schnitzer und Simone Kempkes den Wortgottesdienst leitete. Kantoren auf der Empore singen in den Gottesdiensten, begleitet von den Organisten. Die Anwesenden hören zu oder summen mit. Der Gesang ist noch nicht erlaubt. Kommunion wird nach vorheriger Desinfektion der Hände, mit Mundschutz und direkt in der Bank ausgeteilt, weil in der Birkendorfer Kirche kein Rundlauf möglich ist.

Die Kantorinnen Ursela Rogg und Maria Moser (Tochter und Mutter) sowie Organist Daniel Hirzle umrahmten am Sonntag den Gottesdienst in Birkendorf musikalisch. Gemeinsames Singen der Gemeinde ist noch nicht erlaubt.
Die Kantorinnen Ursela Rogg und Maria Moser (Tochter und Mutter) sowie Organist Daniel Hirzle umrahmten am Sonntag den Gottesdienst in Birkendorf musikalisch. Gemeinsames Singen der Gemeinde ist noch nicht erlaubt. | Bild: Ursula Ortlieb

Menschenschlangen gibt es nicht, zumal noch viele Leute lieber daheim vor den Fernsehern den Gottesdienst mitfeiern. „Ich freu mich, nach langer Zeit endlich wieder Gottesdienst mit den Leuten feiern zu können. Das hat uns allen gefehlt“, sagt Aurelia Zolg. Sie leitet seit vielen Jahren Gottesdienste in Birkendorf, wenn Pater Christoph abwechselnd in einer der sechs Pfarreien Eucharistie feiert. Bis die Corona Verordnungen eine konstituierende Sitzung des neu gewählten Gremiums zulassen, ist Aurelia Zolg noch Vorsitzende des Pfarrgemeinderats.

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