Acht Dörfer, vier Täler: Das ist die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf im Naturpark Südschwarzwald. Jeder Ortsteil hat seine Besonderheiten. die wir in einer Serie vorstellen werden. Den Auftakt macht heute Berau.

Wegen der schönen Landschaft mit herrlicher Fernsicht zu den Alpen und guter Gastronomie ist Berau außerdem ein beliebter Urlaubsort. Das Erntedankfest mit Umzug ist überregional bekannt und wird seit rund 50 Jahren von der Trachtenkapelle ausgerichtet. Es zeigt jährlich eine beeindruckende Leistung der Dorfgemeinschaft. Der Schwedenfelsen und die Tannholzwand im Schlüchttal bieten Kletterern auch von außerhalb der Landkreisgrenzen reizvolle Herausforderungen.

Der Dorfkern lässt sich bei der Kirche St. Pankratius, beim Gasthaus „Rössle“, Rathaus, bei Kindergarten und Schule ausmachen. Das frühere Frauenkloster gehört zu den prägenden Gebäuden im Ort. Der Siedlungsraum hat sich in den Baugebieten Neuwiesen und Falkenstein stark ausgedehnt. Das einst bäuerlich-handwerklich geprägte Dorf ist eine wachsende Wohngemeinde geworden, in der es noch fünf Voll- und einige Nebenerwerbslandwirte gibt.

Die günstige Lage und die gut erreichbaren Arbeitsplätze am Hochrhein und in der Schweiz sind für viele ausschlaggebend, hier zu bauen. Einige Firmen, Handwerksbetriebe, Gastronomie, Kindergarten, Grundschule, Arzt und ein Lebensmittelgeschäft bieten eine gute Infrastruktur und eine ganze Anzahl Arbeitsplätze. Die Schule Berau ist Referenzgrundschule des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg.

Ralf Hindsches vor dem Vereinslokal des Vereins Historisches Berau. Fünf weitere Vereine haben ihr Domizil beim Gemeindehaus. „Ich genieße das Verhältnis untereinander. Wir sind uns wohlgesonnen und wollen das Dorf gemeinsam weiter entwickeln. Durch unser Tun bringen wir Jung und Alt zusammen. Das macht unser Berau auch so liebenswert.“
Ralf Hindsches vor dem Vereinslokal des Vereins Historisches Berau. Fünf weitere Vereine haben ihr Domizil beim Gemeindehaus. „Ich genieße das Verhältnis untereinander. Wir sind uns wohlgesonnen und wollen das Dorf gemeinsam weiter entwickeln. Durch unser Tun bringen wir Jung und Alt zusammen. Das macht unser Berau auch so liebenswert.“ | Bild: Ursula Ortlieb

Der Berauer Ralf Hindsches betont: „Hier bin ich verwurzelt und lebe gerne hier. Die Generationen pflegen ein gutes Miteinander.“ Es sei die Mentalität der Berauer, das Anpacken, der besondere Geist mit Blick in die Zukunft und die wunderschöne Landschaft, was Berau so lebens- und liebenswert mache. „Auch die Jungen bleiben gerne im Dorf“, erzählt Hindsches, der mit Frau und zwei Söhnen in der Klosterstraße wohnt und ein Grafikbüro betreibt.

Das frühere Frauenkloster (1112 bis 1806) ist ein prägendes historisches Gebäude und heute ein Haus mit verschiedenen Wohnungen.
Das frühere Frauenkloster (1112 bis 1806) ist ein prägendes historisches Gebäude und heute ein Haus mit verschiedenen Wohnungen. | Bild: Ralf Hindsches

Familien, die schon seit Generationen in Berau leben, sind mit dem alten Dorf natürlich in besonderem Maße verwurzelt. Aber auch diejenigen, die im Laufe der Zeit hinzukamen und ansässig wurden, fühlen sich hier zu Hause. Das vielfältige Dorfleben gestalten 14 Vereinen mit. Die Falkensteinhalle am Ortsrand ist Schauplatz für große Veranstaltungen. Schön gelegen ist die Bruckenholzhütte am Waldrand und Treffpunkt für alle Generationen.

Ein Luftbild von Berau mit dem Witznau Stausee (links).
Ein Luftbild von Berau mit dem Witznau Stausee (links). | Bild: Privat

Ralf Hindsches brennt für Geschichte. Er gründete 2009 mit 14 Mitstreitern den Verein Historisches Berau, der dafür sorgt, dass die reiche dörfliche Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. 2020 sollten die Ergebnisse zehnjähriger Forschungen über die Historie des Frauenklosters und Ignatz Gumpp in einer Ausstellung präsentiert werden. Doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Der Geschichtspfad „Die Berauer Wuhr“ mit historischen Führungen und ein weiterer Platz bei der „Heidenschanze“ sind dem Verein zu verdanken.

Reizvolle Natur

Wanderwege und -pfade sind für Naturliebhaber ein Anziehungspunkt. Seltene Fauna und Flora findet man an den Halden des Schwarzatals. In den Tälern von Schlücht, Schwarza und Mettma sind in jüngster Vergangenheit sogar Gemsen wieder heimisch geworden.