Rickenbach – In Rickenbach wurde erst kürzlich ein Mädchentraum wahr, den ein Ärztepaar aus Egg möglich machte: Es hat für das syrische Mädchen Malak Alahmad (zehn Jahre) die musikalische Ausbildung in der Bläserjugend Hotzenwald übernommen.

Die Ärztin Marianne Baitsch mit Zweitwohnsitz in Egg, ist an ihrem Lebensmittelpunkt in Basel und Lörrach schon in einigen Hilfsprojekten tätig. Seit der Ankunft der syrischen Familie Alahmad in Rickenbach unterstützt Familie Baitsch auch ihre Integration – sowohl schulisch, wie auch in der Freizeit. So sprechen die drei Töchter Malak, Maya und Mirjam bereits flüssig Deutsch und der Vater, gelernter Maler und Kulissenbauer, fand eine Arbeit bei Vogt Plastic in Hottingen.

In der Grundschule nahm Malak Alahmad, dank des Einsatzes der Musiklehrerin Gabi Barth, am Blockflötenunterricht der Bläserjugend Hotzenwald teil. Schließlich lernte sie beim Aktionstag verschiedene Instrumente kennen und entdeckte so ihr Talent an der Klarinette.

Hier griffen nun mehrere Rädchen im Getriebe ineinander: Zunächst bemühte sich Gabi Barth um ein Leihinstrument, das Malak über die Mitgliedschaft in der Bläserjugend im Musikverein 1860 Rickenbach erhalten konnte. „Für die Kosten der Instrumentalausbildung stellte sich Marianne Baitsch zur Verfügung und übernahm damit eine musikalische Patenschaft, die so gar nicht selbstverständlich ist“, berichtet Ralf Eckert, Jugendleiter des Musikvereins Rickenbach.

Malak erhält nun seit fast eineinhalb Jahren Klarinettenunterricht über die Bläserjugend an der Jugendmusikschule Bad Säckingen und spielt bereits im Vorstufenorchester bei den BJH-Music-Kids mit. „Sie ist mit großem Elan bei der Sache, die Familie ist sehr stolz“, erzählt Jugendleiter Ralf Eckert. Doch da noch andere Flüchtlingskinder musikalisch talentiert sind, überlegt man in der Bläserjugend Hotzenwald, wie man ähnliche Beispiele finanzieren kann.

„Es ist auch für einheimische Familien nicht immer einfach und selbstverständlich, ihren Kindern eine fundierte musikalische Ausbildung zu ermöglichen“, sagt Jugendleiter Ralf Eckert und stößt damit ein Thema an, das die Bläserjugend Hotzenwald zusammen mit der Jugendmusikschule schon einige Zeit diskutiert: Die Möglichkeiten die Breitenförderung aufrechtzuerhalten, trotz der zunehmenden Professionalisierung der Vereinsausbildung. „Trotzdem sind solche kleinen, gelungenen Momente in der Integration erfreulich. Uns vom Musikverein Rickenbach zeigt es, wie die Musik Menschen miteinander verbinden kann“, sagt Jugendleiter Ralf Eckert abschließend.