Mit einem begeisternden Kirchenkonzert wartete das Blasorchester des Musikvereins Rickenbach am Sonntag in der katholischen Pfarrkirche Rickenbach auf. Unter der Leitung von Stefan Wagner liefen die mehr als 40 Musiker zur Höchstform auf. Sie begeisterten die Zuhörer in der gut besetzten, allerdings recht kalten Kirche. Dies konnte die Zuhörer jedoch nicht an Begeisterungsstürmen hindern, die schließlich mit stehenden Ovationen beendet wurden.

Der Konzertreigen wurde mit dem "St. Florians Choral" des österreichischen Komponisten Thomas Doss eröffnet. Der Komponist verfasste den Choral als eine Verneigung vor seinem Vorbild Anton Bruckner, der in der Stiftskirche St. Florian viele seiner Werke schrieb. Schon in diesem ersten Stück zeigte das Orchester sich als harmonische Einheit und präsentierte sich rhythmisch stark. Danach erklangen mit „We hold these Truths“ des Komponisten James L. Hosay, bekannte Gospels und andere Lieder. Reichlich hatten einzelne Register Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen und das rhythmische Klatschen der gerade pausierenden Register sorgte für ein besonderes Klangerlebnis.

Mit der Wiedergabe des Stücks „Gabriel's Oboe“, aus dem Film „The Mission“, das Ennico Morricone komponierte und von Roland Kernen für Blasmusik arrangiert wurde, hatte der junge Musiker Sebastian Rünzi als Solist auf der Trompete Gelegenheit, mit seinem beeindruckenden Können klangrein, voluminös und emotional das Stück zum Erfolg zu führen. Von seinem Können zeigte sich nicht nur das Publikum begeistert, das den Beifall kaum beenden wollte, sondern auch Dirigent Stefan Wagner, der den Weg durch die Musikerreihen zurücklegte, um Sebastian Rünzi zu gratulieren.

Ein weiterer Höhepunkt war „When you believe“, ein Arrangement von Wim Stalmann, ein Werk aus dem Zeichentrickfilm der „Prinz von Ägypten“, wobei die Tochter des Dirigenten, Verena Wagner, den Gesangspart übernahm. Die Flötistin zeigte beeindruckend auf, dass ihre voluminöse, klangreine Stimme zum Orchestererfolg beitragen kann und schließlich zu Beifallsstürmen führt, die ebenfalls kaum enden wollten. Zu einem Hörgenuss wurde auch das Stück „Rest“, das auf einem Gedicht einer amerikanischen Poetin und Dichterin basiert und bereits ihre Vorfreude auf ihre Ruhe nach dem Tod erahnen ließ, Frank Tichele hatte das Werk komponiert. Anschließend kam mit „Westminster Carol“, ein Arrangement von James L. Hosay, zu Gehör. Weihnachtslieder bildeten den Abschluss des offiziellen Konzertteils.

Stehender, kaum enden wollender Applaus des Publikums sorgte dafür, dass schließlich mit der Filmmusik aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda eine Zugabe gewährt wurde. Diese weihnachtliche Musik, sehr feinfühlig vorgetragen, mit einem mächtigen Schluss, schloss sich beeindruckend den vorangegangenen Werken an. Ein gelungenes Konzert ging nach über einstündiger Dauer über die Bühne, wobei Dirigent Stefan Wagner es glänzend verstand, das Orchester zum Klangerlebnis zu führen.