Die Erschließungsmaßnahmen im Baugebiet „Auf Leim“ sind praktisch abgeschlossen, aber trotzdem ist nicht „Ende gut, alles gut“. Denn die 110-Kilovolt-Leitung, die über Jahrzehnte die Ausweisung von „Auf Leim“ als Baugebiet blockiert hatte, steht noch immer an Ort und Stelle. „Die Leitung ist ein Hemmschuh“, ärgerte sich Bürgermeister Adrian Schmidle in der jüngsten Gemeinderatssitzung darüber, dass die Hochspannungsleitung noch immer nicht weiter nördlich in Richtung Autobahn A 98 verlegt worden ist.

Denn genau das sieht die Planung vor, und war Voraussetzung für eine Bebauung „Auf Leim“. Die historische Chance ergab sich, als die Netze BW GmbH vor etwa sechs Jahren ihre Pläne für eine Sanierung der 110-Kilovolt-Leitung zwischen dem Umspannwerk Gurtweil und dem Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt auf den Tisch legte. Die Sanierung sollte in Bauabschnitten erfolgen, unter anderem in einem Bauabschnitt Murg. In diesem Zusammenhang hatte die Gemeinde Murg dann angeregt, die Trasse der Hochspannungsleitung zu verlegen.

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Weil die Verlegung der Trasse eine Plangenehmigung erfordert, liegen die Unterlagen derzeit beim Regierungspräsidium in Freiburg, und Betreiber wie auch Gemeinde Murg warten auf einen positiven Bescheid. Bürgermeister Adrian Schmidle ärgert das umso mehr, als mit Abschluss der Erschließung schon zu Beginn des neuen Jahres mit der Bebauung der Grundstücke begonnen werden könnte.

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Möglicherweise muss die Bebauung nun in Teilabschnitten erfolgen. Denn die Arbeiten in Nähe der 110-Kilovolt-Leitung sind gefährlich. Schon während der Erschließungsarbeiten war die Hochspannungsleitung stundenweise außer Betrieb, damit gefahrlos gearbeitet werden konnte. „Die Verantwortung übernehme ich nicht“, betonte der Bürgermeister. Er wolle nicht ausschließen, dass es Herbst 2021 wird, bis die Leitung versetzt ist.

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Ein Umstand, der umso ärgerlicher ist, als inzwischen das Bewerbungsverfahren um die Bauplätze praktisch abgeschlossen ist. 60 Bewerbungen seien eingegangen, informierte Schmidle, 30 Bewerber hätten inzwischen eine Rückmeldung erhalten.

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Ob mit dem Betreiber Gespräche hinsichtlich einer Kompensation geführt würden, erinnerte Rat Georg Kirschbaum (SPD) an die Zusage des Betreibers, die Leitung zu verlegen: „Der Gemeinde entsteht finanzieller Schaden und Mehrarbeit, wenn später verkauft werden kann.“ Der Bürgermeister meinte: „Wir prüfen das momentan.“