Für die Gemeinde Murg ist es Neuland, ebenso für die Kommunalentwicklung GmbH als Erschließungsträger, und für die Energiedienst Holding AG ist die zentrale Wärmeversorgung mit Kalter Nahwärme im Baugebiet „Auf Leim“ das größte Projekt dieser Art. Gestern informierten sich vor Ort die Beteiligten, unter anderem Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, und Bürgermeister Adrian Schmidle über den Fortgang der Arbeiten.

Stolz auf Projekt

Es ist ein Projekt, auf das alle sichtlich stolz sind: „Murg geht in Sachen Klimaschutz innovative Wege, und es ist schön, dass Energiedienst als klimaneutraler Unternehmer dabei ist. Es ist ein tolles Referenzprogramm“, würdigte der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, Jörg Reichert, den Entschluss der Gemeinde Murg, im neuen Baugebiet zusammen mit Energiedienst als Partner einen nachhaltigen Weg in Sachen Wärmeversorgung zu gehen.

Die Partner in Sachen Kalter Nahwarme trafen sich im Baugebiet „Auf Leim“ (von links): Projektleiter Stefan Schlachter von ...
Die Partner in Sachen Kalter Nahwarme trafen sich im Baugebiet „Auf Leim“ (von links): Projektleiter Stefan Schlachter von Energiedienst, Frank Lorkowski von der Kommunalentwicklung GmbH, Christian Koch von der Fachfirma Koch, Jörg Reichert, Vorstandsvorsitzender von der Energiedienst Holding AG und Bürgermeister Adrian Schmidle. | Bild: Brigitte Chymo

„Wir hätten im Baugebiet „Auf Leim“ auch bloß die Straßen ziehen können. Aber wir haben uns Gedanken gemacht. Wir müssen für die Zukunft unserer Kinder etwas tun“, so Bürgermeister Adrian Schmidle. „Es ist ein Herzensprojekt der Gemeinde“, erinnerte Schmidle daran, dass sich schon sein Amtsvorgänger vor über 12 Jahren um das im Flächennutzungsplan als Baugebiet ausgewiesene „Auf Leim“ bemüht hatte. Größte Hürde war damals die 110 kV Hochspannungsleitung, die nun verlegt wird.

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„Es ist eine Chance, sein Haus klimaneutral zu versorgen. Wir müssen die Häuslebauer mitnehmen“, so Projektleiter Stefan Schlachter von Energiedienst und betonte: „Die Fördermöglichkeiten sind äußerst attraktiv.“

„Die vorgesehenen Bohrungen sind alle drin, wir sind im Zeitrahmen“, informierte Schlachter zum aktuellen Baufortschritt. Demnach fraßen sich sich die Bohrer der Fachfirma Koch aus Dotternhausen sechs Wochen lang entlang der Erschließungsstraßen durch teilweise sehr harten Granit in 160 Meter Tiefe. In die 32 Bohrlöcher wurden Sonden eingebracht, die in den kommenden Wochen in einem nächsten Arbeitsschritt von Energiedienst an ein Ringleitungsnetz angeschlossen werden. Von dort aus werden weitere Leitungen als Hausanschluss an die Baugrundstücke gelegt. In den Leitungen fließt ein Wasser-Glykolgemisch, die sogenannte Sole, das die Wärme über die Sonden aufnimmt.

„Wir sind wirklich auf einem sehr guten Weg“, unterstrich auch Frank Lorkowski von der Kommunalentwicklung GmbH in Freiburg, die als Erschließungsträger mit dabei ist und zum ersten Mal ein Projekt dieser Art abwickelt.

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Der Startschuss für die Kalte Nahwärme war nach vielen Gesprächen aller Beteiligten erfolgt. „Es war auch Neuland für Kommunen. Da war zum Beispiel die Frage, ob es eine zentrale Ausschreibung gibt oder einzelne Vergaben. Wir hatten daher auch eine Juristen mit an Bord“, erklärte der Bürgermeister.

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Dass im Baugebiet „Auf Leim“ die Dinge rund laufen, ist mit ein Verdienst der Dienstleister aus der Region. „Die Planung ist das eine, man muss aber auch den Machern auch auf die Schulter klopfen“, würdigte Roman Gayer die Arbeit der ausführenden Baufirmen.