Die letzte Zeit ist es ruhig geworden um das Zechenwihler Hotzenhaus. Seit Ende September ist der denkmalgeschützte Bau für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Kein Tag der offenen Tür, keine Hochzeiten mehr. Doch die Ruhe trügt. Hinter den Kulissen wurde geplant und auch handfest gearbeitet. Ergebnis ist ein neues Sanierungskonzept für den Ökonomieteil, das auch schon genehmigt ist. Was jetzt noch fehlt, ist zusätzliches Geld. Das neue Konzept machte weitere Förderanträge erforderlich.

Auf Anraten des Statikers

„Wir haben keine Angst, dass das Haus zusammenbricht“, beteuert Georg Kirschbau, Vorsitzender des Fördervereins Zechenwihler Hotzenhauses auf Nachfrage dieser Zeitung, warum der für Ende September geplante Tag der offenen Tür abgesagt wurde. Vielmehr seien Bauvorbereitungsarbeiten gemacht worden. Unter anderem seien Löcher ins Fundament gegraben worden. Statiker und Architekt hätten daraufhin geraten, das Haus für die Öffentlichkeit zu schließen. „Wir machen das aus versicherungstechnischen Gründen. Wir gehen in Absprache mit dem Bürgermeister auf die ganz sichere Seite“, so der Vorsitzende.

Neues Sanierungskonzept als Grund

Grund für diese ganz speziellen Bauvorbereitungsarbeiten ist ein neues Sanierungskonzept. Anstatt mit neuen Holzverbindungen zu sanieren, kommt nun Stahl zum Einsatz: „Ein Innenskelett aus Stahl dient der Verstärkung. An dieser Konstruktion wird das Holz festgemacht“, erklärt Kirschbaum und führt aus: Der Nachteil von Holz wäre die große Menge gewesen, die verwendet hätte werden müssen: „Da hätte man von der originalen Architektur nichts mehr gesehen.“ Der Mann, der das neue Konzept ins Spiel brachte, ist Professor Dieter Steinmetz aus Ettlingen, inzwischen auch der neue Statiker der Sanierung im Zechenwihler Hotzenhaus. „Das ist exakt der Fachmann, den wir brauchen“, so Kirschbaum zufrieden über jenen Mann, der sich seit Jahrzehnten mit Ingenieurholzbau beschäftigt, Lehrbeauftragter und Honorarprofesser an der Fachhochschule Karlsruhe war.

Sanierung wird teurer

Bereits im Juli genehmigte die Untere Denkmalbehörde das neue Sanierungskonzept. „Die waren begeistert“, bezieht sich Kirschbaum auf jenen Termin im Mai, an dem Vertreter von Vereinen, Gemeinderat, Untere Denkmalbehörde und Landesamt für Denkmalschutz das neue Konzept vor Ort erörterten. Das Konzept sei als beispielhaft für andere Sanierungsvorhaben mit Denkmalschutz gewertet worden, so Kirschbaum. Da die Sanierung mit Stahl teurer als mit Holz kommt, musste der Verein nach den schon genehmigten Förderantragen zusätzliche an Denkmalschutz und Denkmalstiftung stellen. Eine Behörde habe bereits genehmigt, so Kirschbaum. Er hofft, dass die zweite Zusage bald kommt. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2019. Die Verteuerung, die der Vorsitzende noch nicht öffentlich machen will, wird keine Auswirkungen auf den bisherigen Anteil der Gemeinde Murg (100 000 Euro) und den Zuschuss aus dem ELR (Entwicklung Ländlicher Raum – 318 000 Euro) haben. Geplant ist die Aufstockung der bisherigen Zuschüsse der beiden Denkmalbehörden (bisher 215 000 Euro und 100 000 Euro). Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat bereits auf 150.00 Euro erhöht. Nach bisheriger Budgetierung sind rund 220 000 Euro vom Verein über Spenden und Kredite zu finanzieren.