Altstadtsanierung (1980 bis 1995)

Eine Reihe von markanten Vorhaben unter durchaus schwierigen Bedingungen wurden während des ersten und zugleich am längsten dauernden Landessanierungsprogramms (Lsp) realisiert: „Damals war die Hauptstraße noch eine stark befahrene Hauptverkehrsader zwischen Deutschland und der Schweiz„, erinnerte Roland Hecker.

Neu gestaltet wurde die Hauptstraße. Diese Projekt konnte aber erst nach Fertigstellung der neuen Rheinbrücke vollständig abgeschlossen werden.
Neu gestaltet wurde die Hauptstraße. Diese Projekt konnte aber erst nach Fertigstellung der neuen Rheinbrücke vollständig abgeschlossen werden. | Bild: Baier, Markus

Hinzu kamen denkmalschutzrechliche Vorgaben, die die Baumaßnahmen für Stadt wie auch die Immobilienbesitzer häufig kompliziert und kostspielig gemacht haben. Und dennoch konnten etliche weitreichende Projekte realisiert, wie die Schaffung der Arkaden entlang der Straße. Vorhaben wie der Abbruch des „Sternen“-Saals hätten sich als unerwartet emotionale und politische Themen erwiesen, so Hecker.

Neu geschaffen wurden die Arkaden entlang der Hauptstraße.
Neu geschaffen wurden die Arkaden entlang der Hauptstraße. | Bild: Baier, Markus
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Hingegen konnten auch Projekte im Bereich der touristischen Aufwertung umgesetzt werden. Die Treppenabgänge zur Rheinpromenade und deren Neugestaltung nannte er als Beispiele: „Dieser ganze Bereich wurde wesentlich näher an die Stadt herangeholt.“ Ebenso heiß diskutiert wurden laut Hecker die Erweiterung von Rathaus und Bibliothek.

Die Rheinpromenade wurde im Zuge der Stadtsanierung erheblich aufgewertet und durch Verbindungen enger an die Altstadt angebunden.
Die Rheinpromenade wurde im Zuge der Stadtsanierung erheblich aufgewertet und durch Verbindungen enger an die Altstadt angebunden. | Bild: Baier, Markus

Sonderprogramm Rathaussanierung (1990 bis 1992)

Die Modernisierung des historischen Rathausgebäudes wurde mit Sondermitteln des Landes und des Bundes gefördert. Konkret ging es um die technische Modernisierung, Barrierefreiheit und andere Aspekte. Es habe sich als organisatorische Herausforderung erwiesen, die Verwaltung am Laufen zu halten, denn die Rathausmitarbeiter seien auf verschiedene Gebäude verteilt worden. „Zwischenzeitlich gäbe es aber durchaus weiteren Handlungsbedarf“, räumte Hecker ein.

Schon gut 30 Jahre her ist die grundlegende Modernisierung des Laufenburger Rathauses.
Schon gut 30 Jahre her ist die grundlegende Modernisierung des Laufenburger Rathauses. | Bild: Baier, Markus

Andelsbachstraße (1997 bis 2009)

„Sicherheit für Fußgänger und der Zugang zur Heiliggeist-Kirche waren hier zentrale Aspekte“, erinnerte Roland Hecker. In diesem Zuge seien etliche Gebäude abgerissen und neugebaut worden. Besonders das Wohn- und Geschäftshaus in der Mitte der Andelsbachstraße nannte Hecker als Beispiel. Hier befand sich früher ein kleiner Einzelhandelsmarkt. Neu entstanden ist in diesem Zuge auch das Altenpflegeheim.

Die Andelsbachstraße wurde durch die Sanierung erheblich aufgewertet.
Die Andelsbachstraße wurde durch die Sanierung erheblich aufgewertet. | Bild: Baier, Markus
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Die Topografie war durchweg eine enorme Herausforderung, gerade im Bereich der Erneuerung der Versorgungsleitungen. Doch die Stadt habe die Gelegenheit genutzt, in diesem Zuge auch andere Projekte zu realisieren. Die Neugestaltung der Hauptstraße sei beispielsweise möglich geworden, auch weil zwischenzeitlich der Verkehr über die neue Rheinbrücke fuhr. Ebenso konnte der Rathausvorplatz neu gestaltet und zur Kirche hin geöffnet werden. Dass während der Arbeiten ein historischer Wehrturm zum Vorschein kam, bezeichnete Hecker als unerwarteten Glücksfall.

Saniert wurde das Schlössle Laufenburg. Laut Hecker hat sich der Mut der Stadt in diesem Bereich gewohnt
Saniert wurde das Schlössle Laufenburg. Laut Hecker hat sich der Mut der Stadt in diesem Bereich gewohnt | Bild: Baier, Markus

Vor allem dankte Hecker den damaligen Gemeinderäten für ihren Mut, auch das Schlössle in diesem Zuge mitzusanieren: „Man war sich damals unsicher, ob das eine gute Idee ist, aber es war die richtige Entscheidung.“ Denn in der Folge sei das ganze Umfeld erheblich aufgewertet worden.

Sanierung Rappensteinhalle (2009 bis 2012)

Im Rahmen des sogenannten Bund-Länder-Investitionspaktes zur energetischen Modernisierung der sozialen Infrastruktur (IVP) wurde die Hallensanierung vorgenommen. Hecker dazu: „Es ging um eine Sanierung nach modernen Gesichtspunkten, insbesondere in den Bereichen Brandschutz und Barrierefreiheit.“ Zugleich sei das Ganze auch der Einstieg in das Sanierungsprojekt „Dreispitz“ gewesen, das die Stadt bis heute beschäftigt.

Mit der Sanierung der Rappensteinhalle wurde vor nunmehr zehn Jahren das Sanierungsgebiet „Dreispitz“ eingeleitet.
Mit der Sanierung der Rappensteinhalle wurde vor nunmehr zehn Jahren das Sanierungsgebiet „Dreispitz“ eingeleitet. | Bild: Baier, Markus

Sanierungsgebiet „Dreispitz“ (2012 bis 2020)

Voraussichtlich noch dieses Jahr wird das größte Projekt der Stadt Laufenburg der vergangenen Jahre seinen Abschluss finden. Nicht immer ganz einfach sei das Vorhaben vonstatten gegangen, zu dem auch die Sanierung des Parkdecks Rheinterrasse nahe der Altstadt gehörte, so Hecker. Hier seien erfreulicher Weise Fördermittel geflossen.

Das Parkdeck Rheinterrasse wurde vor wenigen Jahren aufwendig saniert.
Das Parkdeck Rheinterrasse wurde vor wenigen Jahren aufwendig saniert. | Bild: Baier, Markus

Schwierigkeiten gab es unter anderem bei der Gestaltung der Freiflächen auf dem Rappenstein, für die eine Mehrfachbeauftragung von Planern vorgenommen wurde. Ebendies habe sich aber ausgezahlt. Es seien ansprechende Einrichtungen geschaffen worden, die sich einer guten Nutzung erfreuen, erklärte Hecker.

Bauabschnitt 1 der Freianlagen Rappenstein ist fertig. Die weiteren Abschnitte sollen in den nächsten Jahren folgen.
Bauabschnitt 1 der Freianlagen Rappenstein ist fertig. Die weiteren Abschnitte sollen in den nächsten Jahren folgen. | Bild: Baier, Markus
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Die größte Einzelmaßnahme im Zuge des Sanierungsprogramms „Dreispitz“ war der Abbruch und Neubau des Kindergartens, verbunden mit der Zwischennutzung des ehemaligen Feuerwehrhauses Brunnenmatt als Übergangskindergarten. Es sei ein durchaus aufwendiges Vorhaben gewesen, doch es habe keine Alternative gegeben, denn der alte Kindergarten war zu marode.

Der Bau des Kindergartens Rappenstein war die größte Einzelmaßnahme im Sanierungsgebiet Dreispitz.
Der Bau des Kindergartens Rappenstein war die größte Einzelmaßnahme im Sanierungsgebiet Dreispitz. | Bild: Baier, Markus

Mit der Codman-Straße befinde sich aktuell das letzte Vorhaben in diesem Zusammenhang auf der Zielgerade. Dann könne zur Endabrechnung geschritten werden.

Die Sanierung der Codman-Straße ist die vorerst letzte Maßnahme im Sanierungsgebiet „Dreispitz“.
Die Sanierung der Codman-Straße ist die vorerst letzte Maßnahme im Sanierungsgebiet „Dreispitz“. | Bild: Baier, Markus

Erfreuliche Nachrichten hatte Hecker obendrein im Gepäck. Es habe eine Lücke von 100.000 Euro gegeben. Nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium konnte er aber bekannt geben, dass die Finanzierung über zusätzliche Fördermittel gesichert sei.

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Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Gesamtmaßnahme auf 1,2 Millionen Euro. Davon werden 800.000 Euro über Fördermittel finanziert. Die Stadt habe privaten Investoren etwa 100.000 Euro an Unterstützung gewährt. Diese hätten im Gegenzug 28 Wohnungen wieder bewohnbar gemacht, so Hecker.

Perspektiven

„Die Aufgaben werden Ihnen auch in Zukunft nicht ausgehen“, gab der scheidende Entwicklungsverantwortliche dem Gemeinderat mit auf den Weg. Auf dem Rappenstein stehen die weiteren Bauabschnitte der Freianlagen auf dem Programm. Das Gebiet Brunnenmatt müsse überplant werden. Und generell sei die Begleitung einer zeitgemäßen Stadtentwicklung mit Förderung privater Vorhaben eine Daueraufgabe der Stadt.

„Es war spannend und anspruchsvoll. Aber wir mussten keine einzige Entscheidung bereuen.“Roland Hecker, Projektleiter der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung.
„Es war spannend und anspruchsvoll. Aber wir mussten keine einzige Entscheidung bereuen.“Roland Hecker, Projektleiter der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung. | Bild: Archiv

Würdigung von Heckers Wirken in Laufenburg

„Die Stadt hat Ihnen sehr viel zu verdanken“, brachte es Bürgermeister Ulrich Krieger auf den Punkt. Hecker habe Laufenburg ein anderes Gesicht verliehen: „Sie haben in vielen Bereichen Ihre Spuren hniterlassen.“ Vor allem habe er als Bürgermeister die Art des Stadtplaners zu schätzen gewusst, so Krieger: „Sie hatten immer eine langfristige Strategie und Sie sind ein unheimlicher Diplomat. Und das hat funktioniert.“

Auch seitens des Gemeinderats gab es viel Lob: „Sie haben gerade in der Altstadt eine wahre Herkules-Aufgabe bewältigt“, kommentierte Frank Dittmar (CDU). Nicht nur sei die Sanierung unter laufendem Verkehr eine große Herausforderung gewesen, sondern es habe auch viele Widerstände gegeben.

Robert Terbeck (SPD) konstatierte: „Sie waren einer der wenigen Fachleute, denen ich immer vertraut und nie widersprochen habe.“

Hecker selbst zog eine zufriedene Bilanz seines Wirkens: „Es war spannend und anspruchsvoll. Aber wir mussten keine einzige Entscheidung bereuen.“