Gut sechs Wochen sind seit dem verheerenden Unwetter vergangen, dass in vielen Teilen von Kadelburg große Schäden angerichtet hat. Neben vielen Haushalten und Straßenzügen wurde auch die Grundschule von den Wassermassen überrascht. Aus aktueller Sicht liegt der Schadenswert hier über 100.000 Euro. Die Sanierungsarbeiten selbst werden noch einige Wochen Zeit in Anspruch nehmen.

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Der im Untergeschoss gelegene Materialraum war komplett mit Wasser geflutet. Die hier gelagerten Schul- und Bastelmaterialien, Schränke und Regale mussten entsorgt werden. Die Trockenarbeiten laufen.

Ähnlich sah es im Heizraum aus, wo erst gut zwei Wochen zuvor ein neuer Kessel eingebaut wurde. Hier liegt durch Wasser und Schlamm ein Totalschaden vor. Ein neuer Kessel musste beauftragt werden. Ähnlich betroffen ist der Schulserver. Eine Reparatur war auch hier nicht möglich.

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Während die Schäden im Untergeschoss offensichtlich waren, zeigte sich etwas später, dass der größte und aufwendigste Schaden in der Schulaula ist. Das Wasser hat seinen Weg in den Estrich gefunden. Bereits seit gut drei Wochen laufen die Trocknungsarbeiten. Erst wenn diese komplett abgeschlossen sind, kann mit der Wiederherstellung der Aula begonnen werden.

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„Jeder macht, was er kann“, lobte der zuständige Mitarbeiter des Bauamts, Klaus Gäng, die Flexibilität der hiesigen Handwerksbetriebe. Dennoch ist ein Abschluss der Arbeiten noch nicht in Sicht.

„Der Schaden am Gebäude ist weitaus größer als zuerst gedacht“

Marina Bakschat (32) hat seit Dezember 2018 die kommissarische Schulleitung. Aktuell wird auch ihr beruflicher Alltag von den Folgen des Unwetters geprägt.

Frau Bakschat, rückblickend betrachtet, wie haben Sie die Situation in der Schule am Morgen nach dem schweren Unwetter erlebt?

Geschockt, ungläubig, hilflos. Der Unterricht konnte zum Glück erst einmal nahezu normal anlaufen, da die Schulräume im Altbau nicht betroffen waren. Das EG im Neubau mit den Toiletten musste jedoch gesperrt werden, da der Boden mit einer sehr rutschigen Schlammschicht bedeckt war. Durch sofortiges Anpacken aller abkömmlicher Lehrerinnen, Betreuerinnen, einiger Schüler und zusätzlichen freiwilligen Helfern aus Familien und Bekanntenkreisen konnten wir einige Materialien aus dem Keller bergen und in einer Art Wasch- und Trockenstraße säubern und somit retten. Notfallmäßig wurde spontan die alte Sporthalle zu unserem Materiallager umgebaut. Diese Aufräumarbeiten dauerten ununterbrochen und exakt bis zum nächsten Regenguss um circa 15.20 Uhr an. Es war wirklich sehr rührend zu sehen, wie das gesamte Lehrer- und Betreuerteam in solch einer Ausnahmesituation so effektiv Hand in Hand gearbeitet haben. Es tat jedoch allen weh zu sehen, wie containerweise gutes und teilweise sehr teures Lern- und Lehrmaterial in den Abfall flog.

Es sind viele Lehrmaterialien durch das Wasser vernichtet worden. Wie relevant ist dies für den Unterricht aktuell?

Das gigantische Ausmaß des Schadens wurde uns erst nach und nach bewusst. In diesem Raum lagerten nicht nur die Schülerbücher, die Lehr- und Lernmaterialien und der Papiervorrat, sondern auch unser Server. Der Serverschaden legte für eine ganze Weile unser Netzwerk lahm. Und auch jetzt gilt es noch die Konsequenzen dieses Schadens zu beheben. Der aktuelle Unterricht ist zum Glück wenig betroffen, da die Lehrkräfte die Materialien für die zu behandelnden Themen in den Klassenzimmern hatten. Erst jetzt fällt es auf, welche Materialien wirklich nicht mehr in der alten Sporthalle aufzufinden sind. Diese Dinge werden nun nach und nach neu beschafft.

Auch die Schulaula ist ein Schwerpunkt. Wie genau ist dadurch der Schulalltag betroffen und wann rechnen Sie mit einer Normalisierung?

Der Schaden am Gebäude ist weitaus größer als zuerst gedacht. Das EG vom Neubau muss komplett saniert werden. Vermutlich werden die Baumaßnahmen bis ins nächste Schuljahr hineinreichen, da zuerst der Boden getrocknet werden muss. Auch die Toiletten sind davon betroffen, sodass im Moment alle Kinder in den Altbau auf die Toilette müssen. Drei Betreuungsräume fehlen uns für den Ganztagesbereich, wodurch nun auf die Klassenzimmer oder bei schönem Wetter auf den Hof ausgewichen werden muss. Aber auch hier haben sich soweit alle Beteiligten- Kinder, Betreuer und Lehrer- mit der Situation arrangiert. Ob die Aula im nächsten SJ zur Einschulung genutzt werden kann, bleibt noch abzuwarten. Alternativideen sind bereits in Planung.