In Küssaberg soll, nach fast zehn Jahren Planung, eine zusammenhängende Fläche von rund 200 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Das Areal, das ungefähr so groß ist wie 30 Fußballfelder, beginnt oberhalb von Küßnach und reicht bis hoch zur Küssaburg. Ähnlich wie auf dem bereits ausgewiesenen Areal der Orchideenwiesen in Höhe von Bechtersbohl, sind auch hier seltene Insekten, Tiere und Pflanzen beheimatet, die es zu schützen gilt.

Oberhalb von Küßnach soll das gut 200 Hektar große Naturschutzgebiet beginnen.
Oberhalb von Küßnach soll das gut 200 Hektar große Naturschutzgebiet beginnen. | Bild: Tina Prause

Begriffserklärung: Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet

Was ändert sich für ein Areal, wenn es Naturschutzgebiet wird?

Prinzipiell werden für jedes Gebiet individuell Regeln erstellt, um den Schutzzweck und die Wertigkeit dauerhaft zu erhalten.

Dennoch kann pauschal davon ausgegangen werden, das Betreten von Naturschutzgebieten ist nur auf befestigten und ausgewiesenen Wegen erlaubt und Hunde immer an der Leine zu führen sind.

Aktuell nur eine Bitte des Naturschutzvereins Küssaberg zum Schutz der Flora und Fauna. Sobald das Areal offiziell als Naturschutzgebiet ...
Aktuell nur eine Bitte des Naturschutzvereins Küssaberg zum Schutz der Flora und Fauna. Sobald das Areal offiziell als Naturschutzgebiet deklariert werden würde, ist das Betreten der Wiesen offiziell verboten. | Bild: Tina Prause

Auch das Entnehmen oder Beschädigen von Pflanzen ist verboten, ebenso wie das Errichten von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung.

Was müssen Grundstücksinhaber dann beachten?

Inhaber von Grundstücken, die in einem zukünftigen Naturschutzgebiet liegen, müssen aufgrund der doch sehr strikten Vorgaben möglicherweise mit einem Wertverlust. Auch für die Tierhaltung auf einer Weide, beispielsweise Kühe oder Pferde, gelten oft individuelle Auflagen.

Wie ist das Leben in einer Gemeinde betroffen?

In erster Linie ist es wohl mögliche Bebauungsfläche, die betroffen ist. Zwar bezieht sich die Naturschutz-Verordnung nur auf das Areal innerhalb des Naturschutzgebiets, doch so einfach lässt sich beides nicht trennen.

Es gilt beispielsweise zu beachten, dass sich in direkter Nachbarschaft an das Naturschutzgebiet angrenzende Gebäude nicht negativ auf das Naturschutzgebiet auswirken darf. Beispielsweise durch Lärm oder Licht.

Auch das Anpflanzen neuer Hochstämme kann zu den Auflagen eines Naturschutzgebietes gehören.
Auch das Anpflanzen neuer Hochstämme kann zu den Auflagen eines Naturschutzgebietes gehören. | Bild: Tina Prause

Hingegen positiv auswirken könnte sich ein großes Naturschutzgebiet im Hinblick auf die Entwicklung eines entsprechenden Tourismus-Konzepts. Viele Erholungssuchende schätzen naturnahen Urlaub und bieten neue Möglichkeiten für die Region. Eventuelle Fördergelder können zudem eine Entwicklung der Gemeinde in diesem Bereich unterstützen.

Wie geht es in Küssaberg weiter?

Nach momentaner Planung für das Naturschutzgebiet in Küssaberg soll es im Januar eine öffentliche Anhörung geben. Im nächsten Schritt könnte dann die offizielle Ernennung zum Naturschutzgebiet folgen.

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