Allmählich kehrt das Leben ins Rathaus zurück. Seit Montag ist die Verwaltung für den Publikumsverkehr wieder geöffnet. Zumindest für Terminangelegenheiten und unaufschiebbare Behördengänge. Küssabergs Bürgermeister strahlt, trotz aller Sorgen, schon seit Beginn der Corona-Krise Optimismus aus. Die zu erwartenden Einbußen bei den Steuereinnahmen hemmen seinen Tatendrang nicht, und er vertraut einem gut funktionierenden Staatsgefüge.

Seine persönliche Einschätzung

„Ehrlich gesagt, hatte ich die Corona-Krise in dieser Dimension nicht auf dem Schirm“, sagt der Rathauschef. Mit der Schließung der Schulen und Kindergärten sei deutlich geworden, wie ernst die Lage ist. „Ich bin jetzt 40 Jahre im öffentlichen Dienst. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Er vergleicht die Situation mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weber zieht als positiv eingestellter Mensch für sich den Schluss, dass sich das Staatswesen auch in der Krise bewährt habe. Alle Behörden vom Bund bis hinunter zu den kleinsten Entscheidungsträgern hätten gut zusammen gearbeitet. „Wir sind gut aufgestellt, wir haben den Stresstest in der öffentlichen Verwaltung bestanden. Das beruhigt mich“, sagt Weber mit Blick auf weitere Herausforderungen.

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Stolz ist er auf seine Mitarbeiter, die die Belastung, auch außerhalb der Arbeitszeiten, weggesteckt hätten. „Am Anfang war der Respekt, die Verwaltung hat alles in den Griff bekommen, sachlich gearbeitet und st gut mit der Situation umgegangen.“

Die Steuerausfälle

Die Gemeinde Küssaberg plant jährlich mit einem Anteil an der Einkommensteuer von 4 Millionen Euro und 2 Millionen Euro Gewerbesteuer. Bei der Einkommensteuer rechnet Weber mit einem Rückgang, „ich hoffe unter einer Million.“ Da müsse man aber die Steuerschätzung des Bundes abwarten. Er hofft, dass die Gemeinde zwei Drittel der geplanten Gewerbesteuer einnimmt.

Die Baumaßnahmen

Die Baumaßnahmen sollen wie geplant durchgezogen werden. Die für die Pfingstferien geplante Sanierung der Gemeinschaftsschule konnte sogar vorgezogen werden. „Wir bauen bis zum Tag der Öffnung“, sagt Weber. Allein wegen des Zuschusses von 50 Prozent für das 1,2-Millionen-Projekt. In das Seniorenprojekt in Kadelburg „Wohnen im Alter“ investiert die Gemeinde 4,4 Millionen Euro, 350.000 Euro gibt‘s vom Land.

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Bis Ende des Jahres sollen im Neubaugebiet „Wüstreben“ 40 Bauplätze entstehen. Die Erschließunsgarbeiten kosten 1,2 Millionen Euro. Weber: „Es wäre schon psychologisch betrachtet ein falsches Signal, wenn die Kommunen alles stoppen würden.“

Die Kindergartengebühren

Nach dem jüngsten Gemeinderatsbeschluss werden die Kindergartengebühren für die Monate April und Mai erlassen. Das reißt kein Loch in die Gemeindekasse. „Der Ausfall ist gedeckt durch die Soforthilfe des Landes“, erklärt Manfred Weber. 33.000 Euro erhält Küssaberg monatlich.

Sein persönlicher Ausblick

Weber geht nicht davon aus, dass die Corona-Krise in wenigen Wochen überstanden ist: „Darauf müssen wir uns einstellen, aber wir müssen optimistisch bleiben. Das Leben mit Corona zu gestalten, ist unsere Aufgabe.“ Viel mehr Sorgen macht er sich um die Arbeitsplätze. Sein großes Ziel: „Wir müssen die in Küssaberg wichtigen, wohnortnahen Arbeitsplätze erhalten.“

Informationen im Internet:
http://www.kuessaberg.info

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