Viele Räume, in denen DRK-Bereitschaften in ihren Heimatorten vor der Corona-Krise immer an einem Tag Möglichkeiten zur Blutspende boten, sind zu klein, um Corona-Abstandsregeln einzuhalten. In der Gemeindehalle im Ortszentrum von Unterlauchringen ist jetzt ein Blutspendezentrum eingerichtet worden, in dem Menschen an fünf Tagen hintereinander Blut für Unfallopfer und Schwerkranke spenden können.

Erste Aktion endet am 8. Mai

Die Blutspendenbeauftragte Andrea Heide vom DRK Lauchringen und Bereitschaftsleiter Sven Tiefert vom DRK Tiengen leiten den Einsatz. Am Freitag, 8. Mai, ist der letzte Tag dieser ersten Blutspendeaktion. Anmeldung im Internet oder per kostenlosem Anruf (0800/119 49 11) ist nötig.

Die Rezeption bei der Blutspende in Unterlauchringen mit Hotelflair und Mund-Nasebedeckung.
Die Rezeption bei der Blutspende in Unterlauchringen mit Hotelflair und Mund-Nasebedeckung. | Bild: Arete Anna Mohringer-Keller

DRK-Bereitschaftsmitglieder übernehmen die Einlasskontrolle. Die Frage nach einem Auslandsaufenthalt in den vergangenen vier Wochen gehört ebenso dazu wie die nach dem Gesundheitszustand und die kontaktlose Messung der Körpertemperatur. Auch wird für jeden ein Einweg-Mund-Nasenschutz bereitgehalten. Überall in der Halle stehen Pumpspender zur Handdesinfektion. Nach der Einlasskontrolle erwarten weitere DRK-Helfer die Blutspender, um die Namen mit der Liste der Angemeldeten abzugleichen. Nach dem Ausfüllen von Formularen steht ein Arztgespräch an. Ein Blutströpfchen wird aus der Fingerkuppe entnommen, um Blutwerte zu bestimmen.

Blutspendereferent Alexander Sieber mit der Blutspendenbeauftragten Andrea Heide vom DRK Lauchringen und mit Helferin Svea Matt vom DRK Tiengen.
Blutspendereferent Alexander Sieber mit der Blutspendenbeauftragten Andrea Heide vom DRK Lauchringen und mit Helferin Svea Matt vom DRK Tiengen. | Bild: Arete Anna Mohringer-Keller

Einen Ruheraum gibt es nicht, die Spender ruhen sich auf dem Feldbett aus, auf dem sie bei der Blutentnahme liegen. Am Ausgang nehmen sie ein abgepacktes Vesperpaket entgegen. Getränke stehen in verschlossenen Flaschen bereit. Alle Stationen liegen an einem „Einbahn-Parcours“.

Nach der Corona-Krise wird viel Blut gebraucht

Das Abstandsgebot zur Ansteckungsvermeidung ist nur ein Grund für die zentralisierte Blutspende. Der andere Grund ist das ungewisse Abrufverhalten von Kliniken für Blutpräparate. „Wenn planbare Operationen ausfallen, um Klinikbetten für Corona-Patienten freizuhalten, werden weniger Blutpräparate gebraucht. Doch eines Tages werden diese Eingriffe nachgeholt, und der Bedarf an Blutspenden wird in die Höhe schnellen“, erklärt Alexander Sieber, als Referent des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen für Südbaden zuständig.