Ein Landwirt aus dem Landkreis Waldshut soll seine Schweine und Rinder gequält haben, vor allem bei der Schlachtung. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft nun Anzeige erstattet, wie das Landratsamt Waldshut in einer Pressemitteilung mitteilt. Nach SÜDKURIER-Recherchen sollen die Schweine und Rinder des Landwirts knietief in den eigenen Fäkalien gestanden haben. Außerdem soll er sie vor der Schlachtung mit Schüssen aus einer Langwaffe betäubt haben.

Wie die Verstöße herauskamen

Eine Tierschutzorganisation soll laut Landratsamt Waldshut über mehrere Wochen heimlich Videoaufnahmen in dem landwirtschaftlichen Betrieb mit eigener Schlachtung gedreht haben, wie das Landratsamt informiert. Die Aufnahmen würden die gravierenden Verstöße gegen den Tierschutz bei der Schlachtung zeigen. Das Veterinäramt Waldshut erfuhr am Freitag, 9. Okobter, von diesen Aufnahmen. Daraufhin konnte ermittelt werden, um welchen Betrieb es sich handelt.

Beamten fanden Kleinkalibergewehr

Am Samstag, 10. Oktober, kontrollierte dann das Veterinäramt in Begleitung von Fachleuten des Regierungspräsidiums sowie der Polizei den landwirtschaftlichen Betrieb. Dabei stellten sie ein Kleinkalibergewehr sicher, wie das Landratsamt informiert. Der Landwirt soll die Tiere mit dieser Waffe betäubt haben, bevor er die Rinder und Schweine schlachtete. Außerdem sollen die Tiere des Landwirts knietief in den eigenen Fäkalien gestanden haben. Dies bestätigte ein Sprecher der Tierschutzorganisation.

Die Folgen für den Landwirt

Dem Besitzer des Hofs sei die Schlachtung mit sofortiger Wirkung untersagt worden, informiert das Landratsamt. Außerdem sei ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot sowie die sofortige Beseitigung der vorgefundenen Mängel angeordnet worden. Nach Sichtung der Videoaufnahmen, die das Veterinäramt am Montag, 12. Oktober, erhielt, wurde laut Landratsamt Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Diese habe nun die Ermittlungen übernommen.

War der Landwirt bereits auffällig?

In dem Betrieb hätten in den vergangenen Jahren regelmäßige, überwiegend unangekündigte Kontrollen stattgefunden, schreibt das Landratsamt in seiner Mitteilung. „Es lagen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass dort gravierende Mängel bei der Schlachtung oder Haltung vorliegen könnten“, so das Landratsamt weiter. Auch habe es bisher keine Anzeigen, Beschwerden oder sonstige Anhaltspunkte für Mängel gegeben.

Das könnte Sie auch interessieren
Das könnte Sie auch interessieren

 

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €