Die Flutkatastrophe hat vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz große Schäden angerichtet – auch für Landwirte. „Bei vielen Bauern wurden die Heu- und Strohvorräte weggeschwemmt. Was noch übrig ist, wurde nass und das kann man wegschmeißen, weil es sonst schimmelt. Auch die Felder sind verschlammt“, sagt Kai-Uwe Zeitz.

Deshalb initiierte der Landwirt aus dem Waldshut-Tiengener Ortsteil Krenkingen gemeinsam mit Joachim Kramer, Landwirt im Stühlinger Ortsteil Mauchen, eine Hilfsaktion im Landkreis Waldshut, um Heu und Stroh für die betroffenen Landwirte zu spenden. „Die Idee kam von Joachim – er meinte, dass wir denen irgendwie helfen müssen“, sagt Zeitz.

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Schnell schafften die Landwirte es, Mitstreiter für ihre Spendenaktion zu finden: Sie teilten den Aufruf in einer WhatsApp-Gruppe, in der sich junge Landwirte vernetzen, der Rest war Mundpropaganda: Etwa zwei Dutzend Bauern, hauptsächlich aus dem Landkreis Waldshut, gaben zu verstehen, dass sie bereit wären, Heu- und Strohspenden zur Verfügung zu stellen. „Zurzeit ist sowieso Heuernte, also hat jeder etwas übrig“, so Zeitz.

Innerhalb eines halben Tages habe sich der Spendenaufruf so verbreitet, dass der eine Lastwagen, den Zeitz gratis zur Verfügung stellen wollte, längst nicht mehr ausreichte – „manche wollten einen halben Lastwagen mit Heuballen spenden“. Durch den Maschinenring, quasi die „Carsharing-Plattform“ für Landmaschinen, ließen sich zwei weitere Lastwagen finden.

Kai-Uwe Zeitz
Kai-Uwe Zeitz | Bild: SK

Drei LKW stehen nun also auf Abruf bereit, um in den vom Hochwasser stark betroffenen Regionen mit Heu und Stroh auszuhelfen. „Die Erstversorgung vor Ort sieht gut aus. Es kann sein, dass unsere Hilfsgüter erst in zwei Wochen gebraucht werden, dann fahren wir los. Wir können uns vorstellen, einen Tag oben zu bleiben und dann bei Bedarf vor Ort noch mithelfen“, sagt Kai-Uwe Zeitz.

Als Joachim Kramer und er die Spendenaktion planten, war die Vernetzung mit Landwirten aus den betroffenen Regionen noch schwierig, die Lage sei „unübersichtlich“ gewesen. Mittlerweile hat der Maschinenring eine Online-Börse für Nährstoffe und Futtermittel eingerichtet, auf der auch das Hilfsangebot von Zeitz und seinen Anhängern einsehbar ist.

Zeitz rät allen Landwirten, die noch bereit zu einer Spende wären, sich selbst auf der Futtermittelbörse portal-maschinenring.de zu registrieren. Für hilfsbereite Nicht-Landwirte bietet sich zudem die Möglichkeit, über verschiedene Spendenkonten Geld in die betroffenen Regionen zu schicken.

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