Die geplante Elektrifizierung der Hochrheinstrecke zwischen Basel und Erzingen wird Schritt für Schritt konkreter. In seiner jüngsten Sitzung hat der Waldshuter Kreistag am gestrigen Mittwoch weitere Weichen gestellt.

Landrat soll Verträge schließen

So wurde die Kreisverwaltung ermächtigt, entsprechende Verträge für die zusätzlichen Bahnhalte Waldshut-West und Bad Säckingen-Wallbach zu schließen. Die ersten Elektrozüge sollen ab September 2027 über die Gleise entlang des Rheins rollen.

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Aus den ursprünglichen Plänen, die Dieselzüge auf der Bahnlinie durch
E-Loks zu ersetzen, ist inzwischen ein Großprojekt geworden. Die 75 Kilometer lange Strecke zwischen Basel und Klettgau-Erzingen soll längst nicht nur elektrifiziert werden.

Viel Geld für Barrierefreiheit

So ist geplant, alle an der Strecke liegenden Bahnsteige zu verlängern und zu erhöhen. Der Bahnhof in Waldshut soll barrierefrei umgebaut werden. Neben der Einführung eines Halbstunden-Taktes sollen auch drei weitere Haltepunkte eingerichtet werden.

Nämlich in Rheinfelden-Warmbach, in Bad Säckingen-Wallbach und in Waldshut-Tiengen (Waldshut-West). Das alles führt dazu, dass die Kosten für das Gesamtpaket inzwischen mit mehr als 280 Millionen Euro taxiert werden.

Gute Aussichten für die Pendler auf der Hochrheinstrecke. Ab September 2027 sollen die ersten Elektrozüge zwischen Basel und Erzingen fahren.
Gute Aussichten für die Pendler auf der Hochrheinstrecke. Ab September 2027 sollen die ersten Elektrozüge zwischen Basel und Erzingen fahren. | Bild: Völk, Melanie

Eine Tatsache, die von den Kreisräten zwar durchaus kritisch gesehen wird, aber letztlich doch in Kauf genommen wird, gilt die Hochrhein-Strecke doch allgemein als Herzstück des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis (Klaus Denzinger, Wehr) oder wie es Michael Thater, Sprecher der Freien Wähler im Kreistag, sagte: „Die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke ist ein genialer Schritt zur Verbesserung der ÖNPV im Landkreis.“

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Bei aller Freude, dass die Elektrifizierung mit einem Ausbau und einer Modernisierung der Bahnlinie samt dazugehörender Infrastruktur einher geht, gab es in der Sitzung auch kritische Worte und weitere Forderungen. Laufenburgs Bürgermeister Ulrich Krieger (Freie Wähler) beispielsweise monierte sehr deutlich, dass in seiner Stadt kein Interregio-Express (IRE) mehr halten soll.

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Krieger: „Wir bezahlen, aber unsere Wünsche werden nur teilweise erfüllt.“ Mit Blick Richtung Osten sagte Krieger zudem, dass es auf dem etwa neun Kilometer langen Abschnitt zwischen Waldshut und Lauchringen gleich drei IRE-Haltepunkte gebe.

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Um die zusätzlichen Haltepunkte Wallbach und Waldshut-West auf den Weg zu bringen, wird der Landkreis mit beiden Kommunen einen gesonderten Vertrag schließen. Die Planungskosten, die das Land mit 40 Prozent bezuschusst, müssen von den beiden Städten übernommen werden. Für den Bau werden Zuschüsse in Höhe von gesamt 80 Prozent erwartet.