Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) hat eine neuerliche Panne gemeldet. Dieses Mal hat ein Mitarbeiter seit 2016 hinweg Messgeräte nicht auf ihre Tauglichkeit hin überprüft und die Prüfprotokolle gefälscht.

Transport ohne Strahlenmessung

Die Folge: Transportbehälter mit alten Brennelementen gingen ungeprüft auf die Reise ins Zwischenlager nach Würenlingen. Immerhin kann die Atomaufsichtsbehörde Entwarnung geben. Sicherheitsrelevante Auswirkungen hatte die Panne offensichtlich nicht.

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Wäre dies die erste Panne dieser Art, könnte man womöglich noch von menschlichem Versagen sprechen. Schließlich arbeiten auch in einem Atomkraftwerk „nur“ Menschen und diese machen nun einmal Fehler. Es ist eben mitnichten das erste Mal, dass menschliches Fehlverhalten oder Versagen zu Situationen führen, die die Menschen der Region in Gefahr hätten bringen können.

Verbesserungen bleiben aus

Schon einmal wurden sicherheitsrelevante Protokolle gefälscht. Doch obwohl damals Verbesserungsmaßnahmen geprüft werden sollten, riss die Serie der Unregelmäßigkeiten bis heute nicht ab. Die aktuelle Reaktion der Schweizer Atomaufsichtbehörde ist eindeutig: "Leider gab es in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Vorfällen aufgrund menschlichen Fehlverhaltens im KKL."

Ganz offensichtlich sind die vorhandenen Kontrollmechanismen nicht ausreichend. Dies gilt sowohl für das Kernkraftwerk selbst wie auch für das Ensi (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat). Wie anders kann es passieren, dass das jetzt bekannt gewordene Fehlverhalten eines Mitarbeiters für mindestens drei Jahre unentdeckt geblieben ist? Die Antwort kann nur lauten: Es herrscht dringender Nachholbedarf.

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