Ambrosia: „Für Allergiker hoch problematisch“

„Nicht lebensbedrohlich, aber für Allergiker hoch problematisch“, so lautet die Einschätzung von Michaela Berthold-Sieber, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauverbandes Hochrhein. Auch Bad Säckingens Umweltreferent Ralf Däubler warnt vor dieser Pflanze.

In der Region komme sie zwar noch verhältnismäßig selten vor: „Aber es gilt, den Anfängen zu wehren, damit es uns nicht so geht, wie in einigen Gebieten entlang des Oberrheins„, so Däubler. Dort gebe es stellenweise ganze Ambrosia-Felder.

Vor der Ausbreitung der Pflanze warnt auch die Landesanstalt für Umwelt (LUBW), die dazu aufruft, Pflanzenfunde zu melden. Däubler selbst nimmt die Problematik so ernst, dass er bei einer Meldung umgehend selbst tätig werde – und das schon seit vielen Jahren, wie er sagt.

In Bad Säckingen habe es bislang nur vereinzelte Funde der Ambrosia gegeben, etwa in der Güterstraße, der Hauensteinstraße und der Sonnenhalde. Dass es so bleibt, sei erklärtes Ziel des Umweltreferates, weswegen Däubler auch immer versucht, Betroffene und Anrainer zu sensibilisieren: „Oft fehlt es einfach an der Sachkenntnis, was es mit dieser Pflanze auf sich hat.“

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Ambrosia-Samen werden unter anderem über verunreinigtes Vogelfutter verbreitet. In vielen Teilen Baden-Württembergs wuchert die Pflanze auch entlang von Straßen und in Blühstreifen, so das LUBW. Dies begünstige die Verbreitung. Die Blütezeit der Ambrosia beginnt in diesen Tagen – und damit die heiße Phase für Allergiker, die bis zu den ersten Frostnächten anhält.

Die Pollen können Heuschnupfen, Bindehautreizungen und sogar Asthma auslösen. Auch vor direkter Berührung der Pflanze warnen Experten: „Die Pflanze sollte nur mit Handschuhen angefasst werden. In der Blütezeit sollte man auch einen Mundschutz und Schutzkleidung tragen“, rät Ralf Däubler. Die ausgerissene Pflanze sollte in einen Müllsack verstaut und über den Restmüll entsorgt werden.

Achtung, giftig: Die Giftstoffe des Jakobskreuzkrauts können sogar in Nahrungsmitteln nachgewiesen werden.
Achtung, giftig: Die Giftstoffe des Jakobskreuzkrauts können sogar in Nahrungsmitteln nachgewiesen werden. | Bild: Marion Nickig

Jakobskreuzkraut: Leuchtend gelb, aber giftig

Aufgrund ihrer leuchtend gelben Farbe wird die Pflanze gerne unterschätzt, teilweise sogar für Deko-Zwecke verwendet. Dabei ist sie von den Neophyten in der Region mit eine der gefährlichsten: „Die Pflanze enthält Giftstoffe, die über die Haut aufgenommen werden können und sich sogar in Lebensmitteln wie Milch oder Honig wiederfinden können“, sagt Michaela Berthold-Sieber.

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Vorkommen hat der Obst- und Gartenbauverband in der Region einige ausgemacht. Vorwiegend verbreite sich die Pflanze beispielsweise entlang der Hauptverkehrswege: „Über verunreinigte Mähwerke wurde das Jakobskreuzkraut zwischenzeitlich selbst in die Wiesen verschleppt.“

Auch Ralf Däubler spricht von einem „von Menschen gemachten Problem“ und mahnt auch hier bei der Entsorgung zum Einsatz von Schutzmaßnahmen wie Handschuhen. Gleichzeitig warnt er aber auch davor, „in Hysterie auszubrechen“. Nur die wenigsten Neophytenarten seien tatsächlich in irgendeiner Form giftig.

Der Riesenbärenklau kann bis zu fünf Meter hoch werden. Eine Berührung der Pflanze kann insbesondere unter Einwirkung von Sonnenlicht zu Verbrennungserscheinungen führen.
Der Riesenbärenklau kann bis zu fünf Meter hoch werden. Eine Berührung der Pflanze kann insbesondere unter Einwirkung von Sonnenlicht zu Verbrennungserscheinungen führen. | Bild: Marion Nickig

Riesenbärenklau: Berührung führt zu Verbrennungserscheinungen

Die Pflanze ist in der Region inzwischen in großer Menge anzutreffen, teilweise sogar unweit von Spielplätzen, und verdrängt dabei auch heimische Pflanzen wie Michaela Berthold-Sieber sagt: „Problematisch ist der Saft der Pflanze.“

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Schon die bloße Berührung reiche aus, um sich in Verbindung mit Sonnenlicht schwere verbrennungsartige Erscheinungen zuzuziehen, die mehrere Wochen andauern. In schweren Fällen könne das sogar Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufprobleme nach sich ziehen, warnen Experten.

Die Symptome treten dabei in der Regel erst 24 Stunden nach dem Kontakt mit der Pflanze auf. Die Bekämpfung sollte vor Samenbildung erfolgen. Dabei muss Wurzelstock ausgegraben werden, weil ansonsten im Folgejahr ein erneuter Austrieb zu erwarten ist.

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