„Die Bürger im Jestetter Zipfel sind im Bereich des öffentlichen Verkehrs von der Grundversorgung abgeschnitten, das ist ein katastrophaler Zustand“, sagte die Jestetter Bürgermeisterin Ira Sattler. Pendler müssen derzeit zum Teil lange Umwege in Kauf nehmen.

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Als die Landesgrenze am 16. März geschlossen wurde, fuhr die Regionalbahn S9 zwischen Schaffhausen und Zürich-Hauptbahnhof noch fahrplanmäßig weiter. Die Züge waren schwach besetzt, die Schweizer Grenzwache nur sehr selten und der deutsche Zoll überhaupt nie anzutreffen.

Ramon Kübler, Inhaber einer Kickboxschule in Jestetten.
Ramon Kübler, Inhaber einer Kickboxschule in Jestetten. | Bild: Thomas Güntert

Ab dem 20. März fuhren bereits etliche Züge ohne Ankündigung und Halt durch Jestetten und Lottstetten. Bürgermeisterin Ira Sattler erklärte, dass durch Intervention der Schaffhauser Kantonsregierung, des Schweizer Botschafters sowie von Landrat Martin Kistler erreicht wurde, dass die Züge an den beiden deutschen Bahnhöfen wieder halten.

Norbert Hohenbichler, Pendler aus Lottstetten.
Norbert Hohenbichler, Pendler aus Lottstetten. | Bild: Thomas Güntert

Wie gehen Pendler mit der Situation um?

Bernhard Wick, Pendler aus Lottstetten.
Bernhard Wick, Pendler aus Lottstetten. | Bild: Thomas Güntert

Dieser Erfolg war aber nur von kurzer Dauer. Am 27. März hat sich die Rechtslage bereits wieder geändert: Die Jestetter Bürgermeisterin wurde vom Schaffhauser Regierungspräsidenten Martin Kessler informiert, dass die deutsche Bundespolizeidirektion die Einstellung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs zwischen Deutschland und der Schweiz zum 30. März angeordnet hat.

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Daraufhin hat Ira Sattler an das Bundesinnenministerium geschrieben, Landrat Martin Kistler hat die Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner und Rita Schwarzelühr-Sutter eingeschaltet und sich an den Präsidenten der Bundespolizeidirektion Stuttgart gewandt. Der Schaffhauser Regierungspräsident hat zudem ein Protestschreiben verfasst.

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„Alles vergeblich“, sagte Ira Sattler. Die SBB teilte am 3. April mit, dass der Wegfall der Halte in Jestetten und Lottstetten vorerst bis zum 20. April gelten soll. „Ob wir den grenzüberschreitenden Bahnverkehr wieder zum Laufen bekommen, wird entscheidend davon abhängen, wie beide Staaten künftig mit den Einreiseverboten und Grenzkontrollen umgehen werden“, schätzt die Jestetter Bürgermeisterin.

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