Frau Sattler, wie hoch schätzen Sie in Jestetten die Gewerbesteuerausfälle durch die Corona-Folgen ein?

Durch angeordnete Betriebsschließungen und stillstehende Produktionen können Mitarbeitende häufig nicht mehr voll beschäftigt werden. Dadurch werden den Kommunen Einnahmen wegbrechen. In Jestetten ist die Unternehmerlandschaft jedoch breit aufgestellt. Wir haben viele gewerbesteuerzahlende Betriebe und sind nicht von einem Hauptzahler abhängig. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, das Ausmaß zu beziffern. Wir werden die Entwicklung genau beobachten, doch im Moment steht noch die Bewältigung der Gesundheitskrise im Vordergrund.

Wie sehr beeinträchtigt die Pandemie die Bautätigkeiten der Gemeinde?

Der Neubau der Schulmensa sowie die Sanierung der Heizungsanlagen in der Grundschule und der Mehrzweckhalle Altenburg laufen planmäßig. Die Sanierung und Umnutzung des Bahnhofsgebäudes befindet sich in der Vorbereitung und wir haben dafür bereits einen Zuschuss vom Land erhalten. Wir wollen unsere kommunale Infrastruktur in Schuss halten und als öffentlicher Investor sehen wir uns auch in der Verantwortung, die Konjunktur am Laufen zu halten oder in Krisenzeiten anzuschieben.

Die Kindergärten sind geschlossen. Wie sind die Gebühren in Jestetten geregelt?

Entsprechend der Empfehlung des Gemeinde- und Städtetags haben wir die Kindergartengebühren für die Monate April und Mai ausgesetzt.

Wie sind Sie persönlich mit den individuellen Einschränkungen umgegangen?

Ich lese gern, fast alles, was mir zwischen die Finger kommt. So habe ich mich über den Coronavirus informiert und bevorzugt Berichte von Virologen und Wissenschaftlern gelesen. Die Ansteckungsgefahr und die möglichen Auswirkungen nehme ich sehr ernst, bin aber nicht übertrieben ängstlich. Ich halte mich so gut es eben geht an die von Bund und Land getroffenen Maßnahmen.