Der Tourismus im Hotzenwald hat einen leichten Dämpfer erlitten. "Im Geschäftsjahr 2017 haben die Hotzenwald-Gemeinden gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 5,8 Prozent in den Übernachtungen und ein Minus von 1,9 Prozent in den Ankünften erzielt", berichtete Nicola Vonhof, Geschäftsführerin der Hotzenwald Tourismus GmbH, im Gemeinderat am Montag. Gleichzeitig habe sich die Bettenzahl im Hotzenwald um 1,8 Prozent reduziert, so Vonhof weiter.

Trotz dieses Rückgangs konnten in Görwihl die Gästeankünfte um 1,7 Prozent gesteigert werden. "Leider konnte dieser positive Trend bei den Übernachtungen nicht gehalten werden", sagte Vonhof. Konkret: Sie liegen mit 3243 Übernachtungen und 10,6 im Minus. Die Aufenthaltsdauer der Görwihler Gäste sank infolgedessen von 4,1 Tage in 2016 auf 3,6 Tage in 2017.

Rückgang bei Hotels. Positive Entwicklung bei Gasthöfen

In Görwihl sei das Übernachtungsminus vor allem auf die Kategorie "Hotels" zurückzuführen, erklärte Vonhof. Allein bei den Hotels wurde ein Rückgang von 3062 Übernachtungen verzeichnet. Telefonische Rückfragen der Hotzenwald Tourismus GmbH ergaben, dass die Betreiber 2017 mit Erkrankungen zu kämpfen hatten und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit spanischen Bustouren gekündigt wurde, da die Zahlungsmoral der Veranstalter zu wünschen übrig ließ.

Eine positive Entwicklung meldete Vonhof dafür bei der Kategorie "Gasthöfe". Hier stiegen die Übernachtungen um 831, was einem Zuwachs von 86 Prozent entspricht. "Dies ist umso erfreulicher, als gleichzeitig das Bettenangebot von 20 auf zwölf Betten gesunken ist", so Vonhof.

Renovierungen von Gastronomiebetrieben im Blick

Ihr Fazit für den gesamten Hotzenwald: "Die Zahlen belegen, dass die Betriebe, die ihren Gästen ein attraktives, zeitgemäßes Angebot zur Verfügung stellen, sich gut am Markt behaupten. Problematisch sind die Betriebe, die einen großen Renovierungsstau haben und nicht den Ansprüchen der Gäste genügen. Ihre Entwicklung wird weiter rückläufig sein."

Positive Impulse sah Vonhof durch den im Sommer 2017 eröffneten Wanderweg "Albsteig". Die erste Etappe führt die Wanderer bis Tiefenstein. Einige Gastgeber bieten einen kostenpflichtigen Transfer an, der gerne genutzt wird und die Wanderer sogar bis nach Segeten führt.

Neues Projekt "Natürlicher Dorfurlaub"

Dennoch: Gemeinderat Roland Mutter wollte wissen, "welche Ideen die Tourismus GmbH gegen den Negativtrend hat". Öffentlich könne sie sich dazu nicht äußern, antwortete Vonhof. Immerhin: Einen Aufschwung erhoffe sie sich durch das Projekt "Nadu – Natürlicher Dorfurlaub", das 2020 anlaufen soll.

Dafür will Vonhof die Gemeinden Rickenbach und Herrischried anmelden, weil sie KONUS (steht für kostenlose Nutzung des ÖPNV für Schwarzwaldurlauber) angeschlossen sind, Görwihl jedoch nicht. Was wiederum mit der Kurtaxe zu tun hat, die der Görwihler Gemeinderat vor zehn Jahren abgeschafft hat. Dazu bemerkte Roland Mutter: "Man sollte wieder über die Kurtaxe nachdenken."