Insgesamt 29 Zeitungsbände des „Bad Säckinger Tagblatt“, sind jetzt in den Besitz der Stadt Bad Säckingen übergegangen. Die komplette Sammlung stammt aus dem Nachlass des Archäologen Egon Gersbach, der im Januar des Jahres, im Alter von 98 Jahren in Tübingen verstorben ist.

Karl Braun (zweiter von links) und die Stadtarchivarin Eveline Klein (mitte) sind selbst nach Tübingen zur Familie Gersbach gefahren, um die Zeitungsbände nach Bad Säckingen zu holen. Auf dem Bild: Egon Gersbachs Söhne Bernhard (links) und Jürgen mit Ehefrau Ellen.
Karl Braun (zweiter von links) und die Stadtarchivarin Eveline Klein (mitte) sind selbst nach Tübingen zur Familie Gersbach gefahren, um die Zeitungsbände nach Bad Säckingen zu holen. Auf dem Bild: Egon Gersbachs Söhne Bernhard (links) und Jürgen mit Ehefrau Ellen. | Bild: privat

Gersbach ist 1921 in Bad Säckingen geboren und wurde bekannt als Ausgräber der Heuneburg, einer vor- und frühgeschichtlichen keltischen Höhensiedlung an der Donau zwischen Ulm und Sigmaringen. Zum Schluss lebte er in Tübingen, blieb aber seiner Heimatstadt stets verbunden. „Egon Gersbach kam jedes Jahr nach Bad Säckingen“, erzählt Karl Braun. Braun hatte engen Kontakt zu dem jetzt Verstorbenen und dessen Familie. Braun war es auch, der die Schenkung der Zeitungsbände vermittelt hatte.

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Egon Gersbachs Vater Emil ist der Gründer der archäologischen Abteilung des Hochrheinmuseums, dass ebenfalls im Dachgeschoss des Trompeterschlosses, untergebracht ist und heute in der Trägerschaft der Bad Säckingen ist. Emil Gersbach war ein Schriftsetzer und Buchdrucker in Bad Säckingen und interessierte sich für die Archäologie und Heimatforschung.

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Als Emil Gerbach 1963 verstarb, erhielt die Stad Bad Säckingen damals bereits die ersten Bände des „Trompeter von Säckingen“ von 1862 bis 1896 und das „Säckinger Tagblatt“ von 1899 bis 1918 als Leihgabe von der Familie Gersbach. Allerdings hat die Familie die Ausgaben zurückbehalten, in denen Artikel von Emil Gersbach veröffentliche worden sind. Jetzt nach dem Tod Egon Gersbachs, kamen vom „Säckinger Tagblatt“ weitere 29 Bände von 1919 bis 1937 als Schenkung hinzu. Und auch die bisherigen Leihgaben sind jetzt ein Geschenk der Familie.

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Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es der „Trompeter von Säckingen“. Eine Zeitung, die allerdings nur unregelmäßig erschienen ist. Bis 1896 gab es diese Zeitung, bevor sie dann drei Jahre später vom „Säckinger Tagblatt“ abgelöst worden ist. Auch diese Zeitung erschien etwa zwei bis dreimal in der Woche. „Je nachdem, was es zu berichten gab“, so die Stadtarchivarin.

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„Ich war begeistert, als Karl Braun bei mir angefragt hat, ob wir an den Zeitungsbänden interessiert seien“, erzählt Evelin Klein. Denn für die Stadtarchivarin sind seien sie eine wahre Quelle an Informationen aus einer Zeit, aus der in Bad Säckingen noch nicht so viel bekannt ist. Vor allem die Werbeanzeigen in den Ausgaben geben Aufschluss darüber, welche Unternehmen es in Bad Säckingen gegeben hat oder sogar noch gibt. „Aber auch die Artikel über die Geschehnisse in der Stadt, sind sehr aufschlussreich“, betont sie.

Um die Zeitungsbände sicher nach Bad Säckingen zu bringen, haben sich Eveline Klein und Karl Braun eigens auf den Weg nach Tübingen gemacht. Das war bereits im Februar. „Das wir dieses Geschenk erst so spät würdigen können, ist der Corona-Pandemie geschuldet“, so Klein. Inzwischen sind die Zeitungsbände alle im Magazin der Stadt Bad Säckingen untergebracht. „Dort sind sie sicher und gut verwahrt“, erklärt die Stadtarchivarin.