Die Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür. Doch von erwartungsvoller Spannung ist derzeit keine Spur. Denn die Coronaregeln sind trotz der niedrigen Ansteckungszahlen eine große Hemmschwelle für einen Sommertraum 2021.

Der Plan

Bereits vor sechs Wochen hat der Unternehmer Elmar Huber von „Huber Festverleih“ angekündigt, dass es diesmal kein Public Viewing im Schlosspark geben wird. Doch ermutigt durch die schnell sinkenden Corona-Fallzahlen reagierte Huber. Statt im Schlosspark, soll es eine kleinere Ausgabe auf dem Gelände des früheren DHL-Zustellzentrums in den Langfuhren geben. Das Außengelände vor der großen Halle bietet Platz genug für die Zuschauer und einer Leinwand. „Ich bin vorbereitet und mache was“, sagte Elmar Huber noch vor wenigen Tagen motiviert.

Das gewohnte Bild vergangener Fußballmeisterschaften: So ein dichtes Gedränge wird es in diesem Jahr während der Fußball-EM sicher nicht geben.
Das gewohnte Bild vergangener Fußballmeisterschaften: So ein dichtes Gedränge wird es in diesem Jahr während der Fußball-EM sicher nicht geben. | Bild: Archiv/Marion Rank

Allerdings ist nur etwas geplant an den Spieltagen, wenn Deutschland auf dem Feld steht. Bedingt durch seinen Festverleih, ist Huber in der Lage, kurzfristig einen Bier- oder Toilettenwagen aufzustellen, den Grill auszupacken und seine Fußballfans zu dem großen Ereignis zu begrüßen. Doch die Anfrage beim Rechts- und Ordnungsamt der Stadtverwaltung holte den Unternehmer schnell aus dem Fußballhimmel auf den Boden der Tatsachen zurück.

Die Vorgaben

Denn „das Public Viewing kann nur im Rahmen einer gaststättenrechtlichen Konzession durchgeführt werden“, heißt es aus dem Rechts- und Ordnungsamt. Weil die Veranstaltung draußen stattfinden sollte, gelten die drei G (Getestet, Geimpft, Genesen) als Zugangsvoraussetzung für die Gäste bei Huber nicht. Doch werden auf dem Platz feste Sitzplätze an Tischen mit einem Abstand von 1,5 Metern pro Tisch benötigt. Pro Tisch dürfen nur zehn Personen aus maximal drei Haushalten sitzen, Kinder unter 13 Jahren nicht mitgerechnet. Auch Genesene und vollständig Geimpfte müssen nicht berücksichtigt werden.

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Eine Durchmischung der Personen an den Tischen dürfe nicht stattfinden und das schließt somit aus, dass sich die Gäste ihr Essen oder ihre Getränke am Stand holen dürfen. Auch genügend Aufsichtspersonal wird benötigt, das darauf achtet, dass die Auflagen alle und zu jeder Zeit eingehalten werden. Weiterhin muss Elmar Huber über ein Hygienekonzept gemäß der Coronaverordnung verfügen, das er auf Verlangen vorzeigen kann.

Noch einmal überdenken

Damit hat Elmar Huber nicht gerechnet. Zwar hat er damit gerechnet, dass es Auflagen geben wird und er hat im Internet auch einen Ticketverkauf eingerichtet. „Wenn die Leute ein Ticket kaufen, habe ich gleichzeitig alle persönlichen Daten der Personen“, erklärt Huber den Hintergrund. „Ich muss noch einmal eine Nacht darüber schlafen und nachdenken“, sagt er. Wie seine Entscheidung ausfallen wird, möchte er rechtzeitig bekannt geben.

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Ist das jetzt die Chance für die durch Corona gebeutelte Gastronomie? „Wir machen nicht viel“, erklärt zum Beispiel Hamit Duygu, Wirt der „Alten Zunft“. Zu den Deutschlandspielen wird er einen Fernseher vor die Tür stellen. Noch immer hat er eine Baustelle vor der Tür, die ihm die Möglichkeit nimmt, sich in seiner Außengastronomie auszuweiten. Bei schlechtem Wetter wird der Fernseher im Innenbereich des Restaurants stehen. Doch dann gelten auch die für die Gastronomie bekannten Vorschriften. „GGG“ für innen und einen Abstand der Personen von 2,5 Metern.

Andere Angebote abgesagt

Für die Gemeinde Murg stand ebenfalls früh fest, dass es in diesem Jahr kein Public Viewing auf der Murger Mitte geben wird. Und auch das zuvor angekündigte Public Viewing des FC Herrischried ist wieder abgesagt worden.