Der Waldbadbetrieb ist mit einem blauen Auge davongekommen. Gabriele Wöhrle-Metzger, Geschäftsführerin der Tourismus GmbH, zu der das Waldbad gehört, legte im Gemeinderat am Montag die Zahlen vor. Danach ist das Defizit doch nicht so hoch wie zunächst befürchtet. Die Geschäftsführerin hatte vor Öffnung durch den reduzierten Coronabetrieb mit einem zusätzlichen Minus von 200.000 Euro gerechnet. Schlussendlich ist das Defizit nur um 130.000 Euro angewachsen. Das Waldbad macht ohnehin in regulären Jahren ein jährliches Minus von 500.000 Euro. Zu dieser halben Million kommen die 130.000 Euro an Mehrkosten nun oben drauf, sodass sich das Waldbad-Defizit in diesem Jahr auf 630.000 Euro summiert.

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Die Geschäftsführerin ist dennoch froh, dass es statt der angenommenen 700.000 nun 70.000 Euro weniger wurden. Dies sei vor allem dem engagierten Einsatz des Schwimmbadteams sowie von DLRG und Technischem Hilfswerk zu verdanken. Die Vereinfachung der Eintrittstarife hätten zudem die geringeren Erlöse etwas kompensiert, da ermäßigte Eintritte weggefielen. Es gab lediglich die Tarife Erwachsene (3,50 Euro) und Jugendliche (1,50 Euro). Kinder bis sechs Jahren seien eintrittfsfrei gewesen.

Insgesamt haben trotz Coronabetrieb und den damit begrenzten Besucherzahlen über 27.000 Menschen das Waldbad besucht, teilte Wöhrle-Metzger mit. Es waren 17.000 Erwachsene, 6000 Jugendliche und 4000 Kinder unter sechs Jahren. Die Einnahmen seien noch nicht auf Heller und Pfennig abgerechnet, aber sie werden laut Geschäftsführerin bei rund 66.000 Euro liegen. Das seien 50.000 Euro weniger als in dem Vergleichsjahr 2019.

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Große Posten für Zusatzkosten seien etwa Sicherheitspersonal und Online-Buchungssystem (32.000), Coronasabsperrungen, Markierung, Desinfektionsmittel etc. (12.000), Personal (36.000), Reparaturen (37.000). Durch die verkürzte Öffnungszeit seien indessen im Mai und teilweise im Juni keine Kosten für Wasser, Abwasser, Strom und Gas entstanden, was sich entlastend in der Rechnung mit 44.000 Euro auswirke, so die Geschäftsführerin.

Das Waldbad schloss geplant am 13. September. Die Sanierung habe begonnen. Das Bad erhält wegen Undichtigkeit ein Edelstahlbecken. Wöhrle-Metzger kündigte aber an, im Mai 2021 wieder zu öffnen, wenn die Arbeiten planmäßig verliefen.

Stadtrat Michael Koubik (Grüne) bedankte sich für die „tolle Organisation“ durch das Schwimmbadteam und lobte die Disziplin der Badbesucher. Clemens Pfeiffer (CDU) sagte: Ich bin froh, dass wir uns nicht weggeduckt haben“. Er erinnerte damit an die Sitzung im Juni, als es um die Frage ging: Öffnen oder nicht. Franz Storz (Grüne) geht davon aus, dass einige der diesjährigen Anschaffungen für den Coronabetrieb sowie das Konzept und auch die Erfahrungen im kommenden Jahr wieder nutzbar sein werden. Bürgermeister Alexander Guhl ergänzte abschließend: Das wichtigste sei, dass man ohne Coronafälle durch die Saison gekommen sei.

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