Die Stadt rüstet in Sachen E-Mobilität weiter auf. Die Stadtverwaltung ist bei dem Thema in vielen Bereichen Vorreiter, jetzt ziehen zusehends auch Private nach. Dabei spielen Elektrofahrräder eine immer größer werdenden Rolle – und das nicht nur mehr im Freizeit-, sondern auch im Nutzfahrzeugbereich. Die Idee: Nicht nur der Bürger soll aufs Rad, sondern auch die Güter.

Auf dem Münsterplatz wurde deshalb kürzlich eines der ersten Lastenfahrräder mit Elektromotor vorgestellt, das im professionellen Handwerksbereich unterwegs ist. Baumpfleger Felix Braasch aus Bad Säckingen hat vor einem halben Jahr sein Start-Up gegründet und als Firmenfahrzeug ein solches E-Lastenrad gekauft. Für die meist lokalen Aufträge nimmt er das Rad, berichtet der Firmengründer, für weiter entfernte Aufträge kommt dann eher der konventionelle Firmenwagen zum Einsatz. Wobei, fügt Braasch hinzu, er habe mit dem Rad auch schon Aufträge in Rheinfelden und Waldshut abgewickelt.

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Die Stadt Bad Säckingen unterstützt solchen Anschaffungen, indem sie die Abwicklung des Zuschussverfahrens übernimmt. Braasch hat von Land für seine Investition 30 Prozent Förderung erhalten. Das Lastenrad kostete 8500 Euro. Stefan Riedl vom Radfachmann Riedl-Leirer, weiß übrigens, dass es nicht das einzige E-Lastenrad im Handwerksbereich in Bad Säckingen ist – „aber zumindest das einzige eines Baumschneiders“, fügt Braasch hinzu.

Das elektrische Bürgerauto fährt in Bad Säckingen seit 2016. Ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme zogen damals Klaus Strittmatter (Leiter Technischer Dienst), Bürgermeister Alexander Guhl, Albert Zeh (Leiter Polizeirevier) und Umweltreferent Ralf Däubler erste positive Bilanz.
Das elektrische Bürgerauto fährt in Bad Säckingen seit 2016. Ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme zogen damals Klaus Strittmatter (Leiter Technischer Dienst), Bürgermeister Alexander Guhl, Albert Zeh (Leiter Polizeirevier) und Umweltreferent Ralf Däubler erste positive Bilanz. | Bild: Baier, Markus

Solche Räder seien für viele Betriebe mit kurzen Wegen geeignet, meint der städtische Umweltbeauftragte Ralf Däubler. Die Erfahrungen von Baumpfleger Braasch, der sein ganzes Equipment transportiert, müssten eigentlich ermutigen. Auch schwerere Modelle seien am Markt, so Stefan Riedl, sie können auf einer Ladefläche von 2,5 Europaletten bis zu 800 Kilogramm laden. „So etwas ist prädestiniert für Handwerk und Kleingewerbe im Stadtgebiet“, sagte Bürgermeister Alexander Guhl.

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Auch die Stadt hatte bereits längere Zeit ein solches Rad zu Testzwecken. Im Rahmen eines Pilotprojektes des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt sei es zur Verfügung gestellt worden. Ergebnis: Amtsbote Horst Podien erhielt danach eins, der technische Dienst und demnächst soll noch ein E-Lastenfahrrad angeschafft werden, das sich Bürger ausleihen können, so Guhl.

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Es müsse etwas geschehen, der Individualverkehr ersticke die deutschen Innenstädte. Deshalb versuche die Stadt, nicht nur die Bürger aufs Rad zu bringen, sondern nun auch die Güter. Allerdings müsse die Stadt hier mit einem entsprechenden Verkehrskonzept auch Farbe bekennen. „Irgendwann müssen wir die politische Entscheidung treffen, welchem Verkehr wir in der Stadt den Vorrang geben“, so Guhl.