Der Ausbau der Elektromobilität in Wehr schreitet voran: Am Freitag wurde eine zweite öffentliche Ladesäule beim Parkplatz neben der Mediathek in Betrieb genommen. Die im August 2017 installierte und eigentlich als Provisorium gedachte Säule im Rathauspark neben der Stadthalle wird wegen der hohen Nachfrage weiterhin in Betrieb bleiben. Bürgermeister Michael Thater erklärte, die Stadt verfolge das Ziel, eine dritte Ladesäule in einem Wohngebiet aufzustellen.

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Beide Ladesäulen verfügen jeweils über zwei Ladepunkte, sodass sowohl bei der Mediathek als auch bei der Stadthalle ein Elektroauto von „My-E-Car“ für das Carsharing zur Verfügung steht. An den anderen zwei Plätzen können Bürger ihre privaten Elektroautos laden. Die neue Säule neben der Mediathek hat auch einen konventionellen Stecker, an dem Elektrofahrräder mit Strom „betankt“ werden können. Georg Freidel, der Beauftragte für den European Energy Award, begrüßte, dass die neue Ladesäule an einer prominenten Stelle aufgestellt worden sei und somit für den Umstieg auf Elektromobilität werbe.

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Die Kosten für eine Ladesäule betragen zwischen 10 000 und 15 000 Euro und werden zu 40 Prozent von der Bundesregierung gefördert, wie Nils Hoesch, der Leiter der Elektromobilität beim Versorger Energiedienst, erklärte. Sein Unternehmen übernahm die restlichen Investitionskosten. Beide Säulen verfügen jeweils über zwei Ladepunkte mit einer Leistung von 22 Kilowatt und sind roamingfähig, das heißt, auch Ladenetzkunden anderer Betreiber können sie mit den Zugangskarten nutzen.

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Spontane Nutzer können sich via QR-Code den Zugang freischalten. Die Ladedauer hängt von dem Wagen ab. Für das Carsharing stehen Fahrzeuge der Marke Renault Zoe zu Verfügung, die binnen einer Stunde geladen werden können, was einer Reichweite von etwa 100 Kilometern entspricht. Die Kosten dafür bezifferte Nils Hoesch auf fünf bis sechs Euro, entsprechend 40 Cent pro Kilowattstunde.

Mitarbeiter der Stadt Wehr nutzen ein Elektroauto.
Mitarbeiter der Stadt Wehr nutzen ein Elektroauto. | Bild: Michael Gottstein

Die Fahrzeuge von „My-E-Car“ werden zu 60 Prozent von der Stadtverwaltung genutzt. Nach Angaben des Umweltbeauftragten Clemens Thoma seien mit dem Renault Zoe seit der Inbetriebnahme der ersten Säule 28 000 Kilometer zurückgelegt worden. Alleine mit den Dienstfahrten der Rathausmitarbeiter wurden 3,8 Tonnen Kohlendioxid eingespart, da Energiedienst den Strom aus Wasserkraft gewinnt.