Dass die Sanierung des Gebäudes seitens der Stadtverwaltung favorisiert wird, ist ein offenes Geheimnis. Nicht nur die Kosten sind dabei ein gewichtiges Argument – eine Sanierung wäre deutlich billiger als ein Neubau, wenngleich bei einem Gebäuderundgang am Montagabend noch keine konkreten Zahlen bekannt gegeben wurden.

Auch der Faktor Zeit spielt eine Rolle – eine Sanierung ließe sich deutlich schneller bewerkstelligen und der Gesundheitscampus somit zügiger in Betrieb nehmen. Von der Nutzungsdauer gebe es zwischen Neubau und Sanierung keine Unterschiede, so Peter Mast. Schließlich werde in diesem Zuge auch die Haustechnik erneuert. Das letzte Wort hat aber der Aufsichtsrat der Campus GmbH.

Die Kapelle soll erhalten bleiben: Laut Joachim Gottstein sei die Einrichtung nicht nur aus materieller Sicht ein Schmuckstück, sondern besonders auch aus emotionaler.
Die Kapelle soll erhalten bleiben: Laut Joachim Gottstein sei die Einrichtung nicht nur aus materieller Sicht ein Schmuckstück, sondern besonders auch aus emotionaler. | Bild: Baier, Markus

Gebäudezustand deutlich besser als angenommen

Vom Zustand des Gebäudes konnten sich Gemeinderat, Aufsichtsrat, Amtsleiter der Stadtverwaltung und Vertreter der Campus GmbH am Montagabend einen eigenen Eindruck verschaffen. Mit einer Mischung aus Unmut und Fassungslosigkeit durchschritten die Teilnehmer des Rundgangs die leergeräumten Behandlungsräume, die allgemein trostlose Atmosphäre des Gebäudes machte betroffen.

Doch es herrscht auch eine gehörige Aufbruchstimmung. Besonders groß ist diese bei Joachim Gottstein, früherer Werkstattleiter des Spitals Bad Säckingen und jetzt in Diensten des Rehaklinikums Bad Säckingen. Und das hat seinen Grund.

Vor allem liegt es daran, dass der bauliche Zustand des Gebäudes nachweislich wesentlich besser ist, als dies von den Spitäler-Verantwortlichen stets behauptet wurde. Ein wesentlicher Teil der Patientenzimmer in den oberen Etagen wurde beispielsweise erst vor wenigen Jahren saniert, wie Gottstein darstellte: "Etwa sechs Millionen Euro wurden investiert."

"Es gibt keine versteckten Mängel im Gebäude"

Das einst plakativ in den Raum gestellte Asbest-Problem sei ebensowenig existent wie das Ameisenproblem, das vor etwa zwei Jahren zur Schließung des OP-Trakts geführt hatte. Verdeckte Mängel weise das Haus keine mehr auf.

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Für die Nutzung für Reha- und Pflegeangebote wären die Voraussetzungen in den Zimmern ideal, so Peter Mast weiter. Zumal: Die Anforderungen seien in vielen Bereichen nicht so rigide wie für einen Klinikbetrieb. Die vorhandenen Brandschutzmaßnahmen, etwa die Treppen, über die Menschen in Sicherheit gebracht werden können, seien beispielsweise ausreichend.

Reichlich Platz: Die fühere Krankenhausküche bietet großes Potential für eine künftige Nutzung.
Reichlich Platz: Die frühere Krankenhausküche bietet großes Potential für eine künftige Nutzung. | Bild: Baier, Markus

Sanierung würde Gesundheitscampus beschleunigen

Geplant ist die Aufstockung des Gebäudes um ein 4. Obergeschoss in Leichtbauweise. In diesem Zuge würde auch das Dach erneuert. "Insgesamt stünden uns dann 11000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung", so Mast. Bekanntlich soll zusätzlich ein weiterer Anbau in Richtung Aqualon-Therme erstellt werden. Am Ende sollen neben dem Gesundheitscampus auch die Rehaklinik und das Marienhaus mit ihren Angeboten auf den Campus umgesiedelt werden. Hinzu kommen DRK, ein Kindergarten und Personalwohnungen.

Die bauliche Situation im Erdgeschoss bezeichnete Peter Mast derweil als äußerst zuträglich für die geplante Nutzung für Arztpraxen undergänzende Dienstleistungsangebote: "Das Gebäude ruht auf tragenden Säulen, die Wände lassen sich problemlos herausnehmen", so Mast. Das ermögliche eine Praxisplanung und eine flexible Raumeinteilung auf einer Fläche von fast 4200 Quadratmetern.

Krankenhauskapelle bleibt erhalten

Von den früheren OPs werden voraussichtlich zwei für ambulante Operationen weiter genutzt. Im Untergeschoss gibt es eine Küche, von der aus täglich um die 1000 Mahlzeiten zubereitet und an Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen verteilt werden können. Erhalten bleiben soll übrigens auch die Krankenhauskapelle, die seit der Schließung in einer Art Dornröschenschlaf verharrt. Auch dies wäre aus emotionaler Sicht sicherlich ein wichtiges Signal, ist sich Techniker Joachim Gottstein sicher.

All dies steht natürlich unter dem Vorbehalt der Entscheidung des Aufsichtsrats. Die Mitglieder sollen noch in diesem Jahr ihr Votum abgeben. Dann soll es zügig mit der Realisierung des Campus' weitergehen. Sprich: Praxisplanung mit den Interessenten. Im Fall der Entscheidung für eine Sanierung soll es dann auch noch im 1. Quartal an die Entkernung des Gebäudes gehen. Geprüft werde auch die Sanierung der Tiefgarage. Hier gibt es lauf Peter Mast, Geschäftsführer der Campus GmbH, zwei Varianten, die untersucht werden.

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