Es ist bunt, klein und für so manche Straßenreinigungskraft ein jährliches Ärgernis: Konfetti. Die farbenfrohen Papierschnipsel sind für viele fasnachtswütige Narren fester Bestandteil der fünften Jahreszeit. Mitunter säckeweise oder in großen Wannen wird das Konfetti an den großen Umzügen in den Straßen verteilt.

Dennoch wird Konfetti bei närrischen Großveranstaltungen immer häufiger verboten. So auch jüngst beim großen Narrentreffen der VSAN in Bad Säckingen. „Das war Teil der Auflagen“, erklärt Muriel Schwerdtner, die Leiterin des Bad Säckinger Ordnungsamtes. Der Grund: Die Verschmutzung der innerstädtischen Straßen und Gassen durch das Konfetti.

Hauptproblem ist die Straßenreinigung

Ob ein Konfetti-Verbot ausgesprochen wird, wird von den jeweiligen Kommunen in Absprache mit den veranstaltenden Fasnachtsvereinen geregelt. Wie die hiesigen Ordnungsämter allesamt bestätigen, ist das Säubern der Straßen nach einer Fasnachtsveranstaltung das Hauptproblem. Je nach Witterung sei das Konfetti kaum zu beseitigen, besonders in Kopfsteinpflastern setze sich das Konfetti hartnäckig fest. „Das kriegt man mit der Kehrmaschine nicht raus“, weiß Schwerdtner.

Hier ist Konfetti erlaubt: Wie auf diesem Bild mit einem Hännemer Moosteufel aus dem Jahr 2008 dürfen die Narren in Laufenburg auch dieses Jahr wieder Konfetti unter die Zuschauer bringen.
Hier ist Konfetti erlaubt: Wie auf diesem Bild mit einem Hännemer Moosteufel aus dem Jahr 2008 dürfen die Narren in Laufenburg auch dieses Jahr wieder Konfetti unter die Zuschauer bringen. | Bild: Charlotte Fröse

Zudem sei zu viel Konfetti bei nassem Wetter auch für die Besucher nicht ungefährlich, wie ihr Kollege Christian Hausin erläutert: „Hinzu kommt die Rutschgefahr.“

Besonders bei Schnee mache das Konfetti den Mitarbeitern der städtischen Bauhöfe zu schaffen. Denn aus Schneebergen können die Kehrmaschinen das Konfetti nicht aufnehmen. „Teilweise landet es dann in der Kanalisation“, sagt Stefan Schmitz, Leiter des Ordnungsamtes in Wehr. Auch starker Wind kann das Konfetti in Nischen wehen, wo es nur schwer wieder beseitigt werden kann.

Kein Konfetti in Bad Säckingen

Doch obwohl die Problematik, die mit zu viel Konfetti einhergeht, überall dieselbe ist, wird sie dennoch unterschiedlich gehandhabt. Mancherorts gilt ein generelles Konfetti-Verbot, wie beispielsweise in Bad Säckingen.

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Egal ob bei Sonnenschein oder Regenschauer, in der Trompeterstadt findet die Fasnacht ohne Konfetti statt. „Man weiß im Vorfeld nicht, wie die Witterung ist und so ist das klar kommuniziert“, sagt Schwerdtner. Das Verbot soll vor allem die „Unmengen“ an Konfetti verhindern.

Flexible Regelungen in Wehr

Ein solch striktes Verbot gibt es in anderen Fasnachtsstädten, wie Wehr, nicht. „Wir entscheiden das am jeweiligen Tag, je nach Wetter“, so Schmitz. Für ihn hat sich dieses System der kurzfristigen Ansage bewährt. Nicht zuletzt, weil die Entscheidung auch immer in Absprache mit der örtlichen Narrenzunft gefällt wird. „Im Dialog funktioniert es immer besser, als mit Befehlen“, sagt Schmitz. So reagierten die meisten Narren einsichtig, wenn es ein Verbot gibt.

In Wehr ist es witterungsabhängig, ob Konfetti beim Umzug eingesetzt werden darf, oder nicht. Unser Archivbild zeigt die Bärenzunft in der Wehrer Hauptstraße.
In Wehr ist es witterungsabhängig, ob Konfetti beim Umzug eingesetzt werden darf, oder nicht. Unser Archivbild zeigt die Bärenzunft in der Wehrer Hauptstraße. | Bild: Gabriela Jasch-Ramsteck

Auch in Bad Säckingen habe es, laut Schwerdtner, wegen des Konfetti-Verbots keine Probleme gegeben.

Konfetti erlaubt

Bei den Umzügen am Fasnachtssamstag und am Fasnachtssonntag durch die Laufenburger Altstadt ist Konfetti erlaubt. So auch beim großen Umzug in Wehr. Allerdings kann in Wehr kurzfristig ein Verbot ausgesprochen werden, falls die schlechte Witterung das Streuen von Konfetti nicht erlauben sollte.

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Übrigens: In der Schweiz ist es vorgeschrieben, dass nur einfarbiges Konfetti verkauft und eingesetzt wird. Hintergrund: Damit soll verhindert werden, dass mehrfarbige Konfettimischungen wiederverwendet werden würden.