In den Bad Säckinger Altenheimen gilt seit geraumer Zeit Besuchsverbot für Angehörige. Ältere Menschen gehören zu der Gruppe mit dem höchsten Risiko, an einer Infektion mit dem Coronavirus zu versterben. Drinnen versucht man den Menschen das Leben derweil so angenehm wie möglich zu machen. Interne Schutzmaßnahmen wurden verstärkt. Wir haben beim Alten- und Pflegeheim St. Marienhaus und beim Seniorenzentrum St. Franziskus nachgefragt.

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So sieht die Situation im St. Marienhaus aus

Im Alten-und Pflegeheim St. Marienhaus müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Montag Schutzmasken tragen, Das gilt auch für Besucher, die aus medizinischen Gründen das Haus betreten müssen, etwa Ärzte der Therapeuten, genauso für Heimbewohner, die das Haus vorübergehend verlassen. Das käme aber nur sehr selten vor, erklärt Heimleiterin Geraldine Dumont: „98 Prozent der Bewohner bleiben drin.“ Knapp wird das Schutzmaterial noch nicht. Dennoch hat das Haus einen Aufruf gestartet, der bereits auf offenen Ohren gestoßen ist: Gefragt sind selbst genähte Masken. Auf der Facebookseite (St. Marienhaus) findet sich hierzu ein Schnittmuster. Vorteil gegenüber den Standardmasken ist, dass sich diese waschen lassen – und keine Allergien verursachen, wie das manchmal der Fall sei. Auch Desinfektionsmittel ist im St. Marienhaus noch genug vorhanden. Wie lange das reiche, wisse man jedoch nicht. Auch hier gilt: Wer welches hat, kann das gerne vorbeibringen.

„Solange der Corona-Virus draußen bleibt ist gut. Dafür tun wir alles“- Geraldine Dumont, Heimleiterin St. Marienhaus
„Solange der Corona-Virus draußen bleibt ist gut. Dafür tun wir alles“- Geraldine Dumont, Heimleiterin St. Marienhaus | Bild: Linke, Frank

Wie verbringt das Personal die Freizeit?

Für das tägliche Leben des Pflegepersonals in der Freizeit gelten die allgemeingültigen Regeln, also soziale Kontakte minimieren und Abstand halten. „Da könne wir nur appellieren“, meint Geraldine Dumont, die davon ausgeht, dass sich die Mitarbeiter daran halten. Niemand wolle die Bewohner in Gefahr bringen. Was den Personalstand angeht, macht sich Geraldine Dumont derzeit noch keine Sorgen. Es sei alles im grünen Bereich. Die Heimleiterin: „Solange der Corona-Virus draußen bleibt ist gut. Dafür tun wir alles.“ So sind auch die einzelnen Wohngruppen separiert. Deren Pfleger dürfen sich untereinander nicht mehr treffen. Sollte sich jemand mit dem Corona-Virus infizieren, wären nicht gleich alle Wohnbereich betroffen. Diesen Fall will sich Geraldine Dumont aber lieber nicht ausmalen. Der Pandemieplan des Landes und der eigene würden dann greifen. Es käme zu weitreichenden Quarantänemaßnahmen, mögliche Personalausfälle müssten kompensiert werden.

„Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet, glauben aber nicht, dass es soweit kommt“ – Hartmut Fricke, Geschäftsführer Franziskusheim
„Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet, glauben aber nicht, dass es soweit kommt“ – Hartmut Fricke, Geschäftsführer Franziskusheim | Bild: Linke, Frank

Schutzmaßnahmen im St. Franziskusheim

Einen solches „Worstcase-Szenario“ möchte sich auch Hartmut Fricke, Geschäftsführer im Seniorenzentrum St. Franziskus, nicht vorstellen. Wie Geraldine Dumont bleibt auch er optimistisch: „Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet, glauben aber nicht, dass es soweit kommt.“ Zum Schutz der Bewohner wurde organisatorisch einiges umgestellt. Kontakte des Pflegepersonals untereinander werden unter anderem durch geänderte Dienstpläne und Bildung kleiner Teams weitgehend reduziert, Wohngruppen ganz separiert. Kommuniziert werde über interne Software, per E-Mail oder Telefon. Außerdem stehe man im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht, so Fricke. „Es gibt klare Regeln um mögliche Infektionsketten zu unterbinden.“ Haushalten müsse man mit den Schutzmasken. Die seien „sehr, sehr knapp“ im St. Franziskus. Nachschub habe man schon vor Wochen bestellt. Fricke hofft täglich auf Lieferung.

In den Alten- und Pflegeheimen gilt derzeit Besuchsverbot. Um Infektionen vorzubeugen gelten strenge Regeln.
In den Alten- und Pflegeheimen gilt derzeit Besuchsverbot. Um Infektionen vorzubeugen gelten strenge Regeln. | Bild: Linke, Frank

Ganz großes Lob an das Pflegepersonal

Lob sprechen Fricke wie Geraldine Dumont dem Pflegepersonal aus. Es gebe viel neue Herausforderungen zu bewältigen. Fricke: „Das ist große Bewunderung wert.“ Das Personal müsse nun auch den Wegfall des Besuchs von Angehörigen kompensieren. So würden die Bewohner sinnvoll beschäftigt. Wie im Marienhaus wurde weiter die Möglichkeit geschaffen, über Skype mit den Angehörigen zu sprechen. Unterstützung erfahre man im Übrigen auch von den niedergelassenen Ärzten.

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