Die Planung für den Gesundheitscampus Bad Säckingen wird immer konkreter und umfangreicher. Die Campus GmbH sei nach Unterzeichnung des Erbbaurechtsvertrags und derFormierung des Aufsichtsratsgremiums endlich handlungsfähig sei, sagt Campusmanager und Geschäftsführer des Rehaklinikums Bad Säckingen, Peter Mast im Gespräch mit unserer Zeitung. In Kürze soll der Aufsichtsrat erste Beschlüsse auf den Weg bringen, dann geht es an die Umsetzung. Zuvor sollen aber die Bürger der Region Gelegenheit erhalten, sich aus erster Hand ein Bild von den Plänen zu machen und zugleich eigene Vorschläge einzubringen.

Das ehemalige Krankenhaus (links) wird zum Gesundheitscampus, in das auch die Rehaklinik (Bildmitte) einziehen will. Per Anbau soll ein Durchgang zum Aqualon (rechts) geschaffen werden.
Das ehemalige Krankenhaus (links) wird zum Gesundheitscampus, in das auch die Rehaklinik (Bildmitte) einziehen will. Per Anbau soll ein Durchgang zum Aqualon (rechts) geschaffen werden. | Bild: Baier, Markus

Projektentwicklung geht zügig voran

Tatsächlich hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan, wie Mast darstellt. Die Planung sieht, vorbehaltlich noch zu treffender Beschlüsse, aktuell so aus: "Wir wollen das Krankenhausgebäude nach Möglichkeit sanieren und aufstocken", schildert Peter Mast.

Das ist wörtlich gemeint: Es soll unter ein Stockwerk auf das bestehende Gebäude drauf gesetzt werden. Außerdem sieht die Planung einen geräumigen Anbau in Richtung Aqualon-Therme vor, wobei hier im besten Fall ein direkter Durchgang zur Therme entstehen soll. Entsprechende Gespräche mit der Aqualon-Betriebsleitung seien auf einem guten Weg, so Mast.

Die Rehaklinik Bad Säckingen hofft, die Insolvenz im Januar abschließen zu können. Die Klinik soll nach Planungen zum Gesundheitscampus ins ehemalige Spitalgebäude ziehen.
Die Rehaklinik Bad Säckingen hofft, die Insolvenz im Januar abschließen zu können. Die Klinik soll nach Planungen zum Gesundheitscampus ins ehemalige Spitalgebäude ziehen. | Bild: Gerber, Andreas

Rehaklinik verlagert Standort

Wesentlich deutlicher als bisher wird das Ziel verfolgt, die Rehaklinik von ihrem jetzigen Standort in den Campus zu verlegen: "Das jetzige Gebäude ist 40 Jahre alt, eine Sanierung im laufenden Betrieb lässt sich kaum bewerkstelligen", begründet Mast. "Werden die vorgeschlagenen Maßnahmen wie geplant umgesetzt, würden unter anderem 140 Einzelzimmer für die Rehaklinik entstehen", so Mast.

Die Integration der Rehaklinik werde das Gesamtprojekt aller Wahrscheinlichkeit nach zwar teurer machen, als die zunächst veranschlagten 35 Millionen Euro Gesamtkosten. Aber die Finanzierung sei gesichert, zudem würden durch die Lösung aus Masts Sicht zusätzliche Synergien geschaffen.

Was mit der Rehaklinik-Immobilie geschehe, sei noch offen. Die Stadt will die Immobilie samt umgebendem Grundstück bekanntlich kaufen: "Damit hätte sie ein 17000 Quadratmeter großes Filetstück zur Verfügung", so Mast.

Mit der Integration in den Campus soll zugleich das Reha-Angebot um den Fachbereich geriatrische Reha erweitert werden. In diesem Bereich herrscht seit der Schließung der Marienhaus-Klinik vor einigen Jahren eine massive Unterversorgung in der gesamten Region.

Auch ein Pflegeheim soll im Campus errichtet werden. Aufgrund der neuen Heimbauverordnung, die nächstes Jahr endgültig in Kraft tritt, gebe es hier Auflagen, die bestehende Einrichtungen nur schwer erfüllen können, so Mast. Außerdem sehe der Erbbaurechtsvertrag zwischen Stadt und Landkreis eine entsprechende Einrichtung vor.

Im ehemaligen Krankenhausgebäude entsteht das Herzstück des Gesundheitscampus: Das Fachärztezentrum.
Im ehemaligen Krankenhausgebäude entsteht das Herzstück des Gesundheitscampus: Das Fachärztezentrum. | Bild: Reinhardt, Lukas

Das Herzstück des Campus

Im ehemaligen Krankenhausgebäude wird das Herzstück des Gesundheitscampus angesiedelt sein: Das Fachärztezentrum mit den Disziplinen Gynäkologie, Kardiologie, Notfallbehandlung, Orthopädie, Radiologie, Allgemeinmedizin und der Möglichkeit zu ambulanten Operationen.

Auch der ambulante kassenärztliche Bereitschaftsdienst ist weiterhin in dem Gebäude angesiedelt. Ergänzt wird das Angebot durch medizinische Dienstleistungen, eine Apotheke, Therapiepraxen, eine Hebammenpraxis und eine Caféteria, so Mast.

Die Umsetzung dieses Bereichs hat laut dem Campusmanager Priorität und möglichst als erstes fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

Kindergartenplätze in Bad Säckingen sind knapp. Ein neuer Kindergarten soll auf auf dem Areal beim Gesundheitscampus gebaut werden.
Kindergartenplätze in Bad Säckingen sind knapp. Ein neuer Kindergarten soll auf auf dem Areal beim Gesundheitscampus gebaut werden. | Bild: Kanele, Susanne

Neubauten auf dem Campus-Areal

Neben den Erweiterungen des bestehenden Gebäudes sollen auch zusätzliche Immobilien auf dem 50000 Quadratmeter mehrere zusätzliche Gebäude entstehen. Hier müsse allerdings die Standortfrage noch mit dem Aufsichtsrat geklärt werden, erklärt Mast.

Konkret geht es bei den Neubauten um ein neues DRK-Heim. Das Rote Kreuz ist seit längerem auf der Suche nach einem neuen Standort für Zentrale und Rettungsdienst, da die vorhandenen räumlichen Kapazitäten erschöpft sind.

Außerdem soll auch ein Kindergarten und ein Wohnhaus mit Personalwohnungen errichtet werden. Derweil bemühen sich die beteiligten Stellen, die bestehende psychiatrische Tagesklinik an ihrem jetzigen Standort am westlichen Rand des Geländes zu erhalten.

So geht es jetzt weiter

"Nach Unterzeichnung des Erbbaurechtsvertrags und nach Besetzung des Aufsichtsrats sind wir endlich handlungsfähig", sagt Peter Mast. Das heißt: Nun könne die Campus GmbH verbindliche Gespräche mit den potentiellen Mietern führen und Verträge abschließen. "Wir werden gemeinsam mit den Mietern eine vernünftige Raum- und Funktionsplanung erarbeiten", so Mast.

Mit dem zuständigen Architekten wird die Detailplanung besprochen. Dann werden die Gewerke ausgeschrieben: "Wir werden wohl eine europaweite Ausschreibung vornehmen müssen." Er rechne damit, dass bis Ende des ersten Quartals 2019 die Ausschreibungen vorgenommen sind, erklärt Peter Mast.

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Erwartungen an Bürgerversammlung

Den Planungsprozess möglichst transparent zu halten, sei ein wichtiges Ziel der Campus GmbH. Daher wird Peter Mast gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Guhl zunächst am Freitag, 16. November, um 19 Uhr im Rahmen einer Bürgerversammlung im Kursaal das Projekt vorstellen. Am Samstag, 17. November, wird Mast um 10.30 Uhr bei einer Veranstaltung der BI für den Gesundheitsstandort Bad Säckingen in der Rheinbrückstraße für Gespräche und persönliche Fragen bereit stehen.

"Jetzt sind wir in der Planungsphase, jetzt können die Leute noch mitreden. Wir sind offen für Ideen, auch wenn es keine Garantie gibt, dass sich alles umsetzen lässt", so Mast

Der Aspekt der Bürgerbeteiligung diene für vor allem der Qualitätssicherung, sagt Mast. Es gehe darum, einerseits das Projekt auf breite öffentliche Akzeptanz zu bauen. Andererseits dienen die Veranstaltungen aber auch als Gradmesser für die Stimmung in der Bevölkerung und als Orientierung, ob sich die Verantwortlichen mit ihrer Planung auf dem richtigen Weg befinden.

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