Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Corona-Virus und den gleichzeitig unvermindert anhaltenden Eindämmungsbemühungen, überschlagen sich auch in Bad Säckingen die Ereignisse. Die Schulen und Kitas in der Stadt werden wie überall im Land ab Dienstag bis zu den Osterferien geschlossen bleiben. Mit der Messe „Gartenlust„, die seit Freitag unter verstärkten Sicherheitsbestimmungen im Schlosspark läuft, dürfte die auf absehbare Zeit letzte Großveranstaltung in der Region über die Bühne gehen. Und abgesehen davon ruft die Stadt die Bürger dazu auf, auch den Gang aufs Rathaus nur im Notfall anzutreten.

Vieles hänge noch in der Schwebe, und vor allem seien der Kenntnisstand und auch die von übergeordneten Instanzen empfohlenen Maßnahmen häufig schon binnen Stunden überholt, bedauerten die Vertreter der Stadtverwaltung Bad Säckingen bei einem Pressegespräch am Freitagvormittag. Und tatsächlich folgten in den darauffolgenden Stunden etliche Neueinschätzungen und Maßgaben, die teilweise kurzfristig Geltung erlangen.

Im Kindergarten Rheinau blieb bereits am Freitag aufgrund von Personalmangel eine Gruppe geschlossen. Erste Mitarbeiter seien nach Kontakt zu einer mit Corona infizierten Lehrkraft aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt worden, so Guhl. Weitere Erzieher seien anderweitig erkrankt. Ab Dienstag sollen schließlich gemäß Vorgabe des Landes alle Schulen und Kitas geschlossen bleiben. „Vieles ist in dieser Hinsicht noch unklar, vor allem wie ein Notangebot im Bereich Kinderbetreuung bewerkstelligt werden soll“, so Bürgermeister Alexander Guhl.

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Ebenso gelten auch striktere Vorgaben, wenn es um den Besuch auf dem Rathaus geht. Hier raten die Vertreter der Verwaltung, nur dann persönlich vorbei zu kommen, wenn sich der Behördengang nicht aufschieben lasse, so Ordnungsamtsleiter Markus Haag. Im Zweifelsfall sollte telefonisch oder per E-Mail vorab geklärt werden, ob ein persönliches Erscheinen notwendig ist. Auch zu einer vorherigen Terminvereinbarung rät Haag, um Wartezeiten, möglicherweise in einer Gruppe, zu vermeiden.

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Die Nebeneingänge des Rathauses bleiben ab Montag geschlossen, am Haupteingang müssen Besucher zunächst die Hände desinfizieren, bevor sie das Rathaus betreten dürfen, so Haag. „Es ist ein Ausnahmezustand – auch für uns. Aber Grund zur Panik besteht deshalb nicht“, betont Alexander Guhl. Doch solle die Verwaltung funktionsfähig gehalten werden, komme die Stadt nicht um strikte Regelungen zum Schutz der Mitarbeiter herum.

Für Veranstaltungen gelten drastische Beschränkungen

Auch auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Stadt wirkt sich Corona massiv aus. Gemäß einer Allgemeinverfügung, die am Samstag Gültigkeit erlangt, sind Veranstaltungen ab 200 Besuchern meldepflichtig und werden nur nach eingehender Risikoanalyse genehmigt.

Alles über 1000 Besuchern hat keine Chance auf Genehmigung. Sämtliche städtischen Veranstaltungen sind abgesagt. Und im Grunde rät die Verwaltung allen Veranstaltern schon allein aus Haftungsgründen dazu, alles abzusagen. Privatfeste wie große Hochzeitsfeiern zählen dazu ebenso wie öffentliche Anlässe. Bisher gilt die Allgemeinverfügung bis zum 3. April. Inwieweit sie noch verlängert wird, ist derzeit nicht abzusehen.

Auf alle Fälle ist ein rechtzeitiger Antrag notwendig, betont Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Muriel Schwerdtner. Bei zeitlich weit in der Zukunft liegenden Events sollten Organisatoren jedoch noch warten, denn noch sei nicht absehbar, wie sich die Sache weiterentwickle.

Am Freitagnachmittag erging eine Empfehlung des Landratsamts Waldshut, wonach Veranstaltungen ab 50 Besuchern abgesagt werden sollen – egal ob im Freien oder in Räumen. Schwerdtner dazu: „Ich gehe davon aus, dass wir unsere Verfügung in der nächsten Woche anpassen.“

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