Die fünfjährige Generalsanierung des Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern ist Anfang Juli abgeschlossen worden. Im Albbrucker Turbinenhaus erfolgten vor Kurzem der Einbau und die Inbetriebnahme der letzten der insgesamt drei neuen Turbinen. Gegenüber unserer Zeitung betonte die Aufsichtsratsvorsitzende der RADAG und Leiterin Hydro Power und Biogas beim Konzern RWE Generation, Sandra Silva RiañoSandra Silva : „Wir haben rund 43 Millionen Euro in die Modernisierung des Rhein-Kraftwerks investiert. Zehn Prozent mehr Leistung und ein wartungsfreundlicher Betrieb stehen für diese Investition in die Zukunft.“

Austausch nach 80 Jahren

Nach über 80 Jahren Dauerbetrieb war ein großer Teil der Anlage sanierungsbedürftig. Dank neuester Technik könne nun effizienter und wartungsärmer mehr Strom als bisher produzieren werden, so Sandra Silva Riaño. Dazu wurden seit 2015 nacheinander die drei alten Kaplan-Turbinen sowie die Leittechnik und die Abströmung erneuert. Jetzt ist die dritte und letzte Turbine in Betrieb genommen worden.

Maßgeschneiderter Turbinensatz

„Grundlastfähige Wasserkraft trägt zu einer erfolgreichen und grenzübergreifenden Energiewende bei“, sagt Sandra Silva Riaño. Die Aufsichtsrats-Vorsitzende der RADAG betont: „Für jedes Kraftwerk müssen Turbinen maßgeschneidert
werden, denn überall unterscheiden sich Wasserdurchfluss oder Fallhöhe der Anlagen.“ Laut Firmenangaben bestehen die Turbinen der RADAG in Albbruck aus jeweils einem Laufrad mit einem Durchmesser von sieben Metern, einem Leitapparat sowie einem Generator. Jede der drei Turbinen verfügt über eine Leistung von 28 Megawatt.

Das Einheben einer der drei der neuen Turbinen in der Albbrucker RADAG-Anlage. Bild: RADAG
Das Einheben einer der drei der neuen Turbinen in der Albbrucker RADAG-Anlage. Bild: RADAG | Bild: (privat)

„Jedes Teil musste einzeln und in Handarbeit auseinander genommen, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Aber der Aufwand zahlt sich aus. Dank seines hochmodernen Designs mit vier statt fünf Flügeln kann das tonnenschwere Laufrad die Strömungs-Energie effizienter nutzen „, erklärt Projektleiter Andreas Göggel von der Schluchseewerk AG, die sich um die Betriebsführung der RADAG kümmert.

Strom für 13.000 zusätzliche Haushalte

Laut Göggel kann die RADAG nach Abschluss der General-Sanierung Strom für über 13.000 zusätzliche Haushalte erzeugen. 1998 hatte die RADAG eine neue Konzession beantragt, die mit Wirkung von September 2003 von den Behörden erteilt wurde. Sie beinhaltete auch den Bau des neuen Kraftwerks am Stauwehr in Dogern, das 2009 nach dreijähriger Bauzeit in Betrieb genommen worden ist.

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