In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates war Landrat Martin Kistler zu Gast, um über den Stand der Planung zu berichten. „Der Plan steht, bis 2028 wollen wir am Ziel sein“, stellte er zu Beginn fest. Dabei sei es wichtig, sich nicht von vornherein auf alle Details festzulegen, „denn wir müssen in allen Phasen flexibel bleiben“. Die Grundsatzbeschlüsse seien gefasst, aber es müssten noch viele weitere Meilensteine genommen werden. Die Basisdaten der Planung seien in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Albbruck und anderen Beteiligten, darunter die Karl-Gruppe, festgelegt worden.

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Inzwischen habe man auch eine Strategie bei der Auftragsvergabe entwickelt, um die Kosten im Griff zu behalten. Wichtig sei die Entscheidung für einen Totalpartner gewesen, „damit Planung und Bauausführung in einer Hand bleiben“. Bestandteil der Vergabe sei aber auch der Grundsatz gewesen, bei den Aufträgen auch Unternehmen des Mittelstandes zum Zuge kommen zu lassen, „damit ein Teil der Wertschöpfung in der Region oder im Kreis verbleibt“. Die Ausschreibungen für einen Totalpartner seien derzeit europaweit am Laufen. Daneben seien zusätzliche Fachgutachterleistungen erforderlich, die Ausschreibungen seien bereits durch die Gemeinde vorgenommen worden.

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Eine weitere Voraussetzung für die Realisierung des Projektes seien die positiven Zusagen des Landes für Fördermittel gewesen. „Da waren wir Schritt für Schritt gemeinsam mit dem Sozialministerium unterwegs, um die größtmögliche Förderung zu bekommen,“ so Kistler. Jetzt stünde die Masterplanung an, eine vorläufige Grobplanung, um die strukturelle Erschließung voranzubringen, aber auch unter dem Aspekt, Räume und Flächen für Planungsänderungen oder Erweiterungsmaßnahmen offen zu halten. Geplant sei eine Ost- und Westanbindung an die B 34 und an den öffentlichen Personennahverkehr. Ziel der technischen Masterplanung sei es, die Flächen ganzheitlich zu gestalten, etwa im Bereich der Wärmetechnik und dabei die Fördermittel, wo immer möglich, zu nutzen.

Umfassendes medizinisches Angebot

Zur Realisierung gehöre natürlich auch ein umfassendes medizinisches Angebot, „damit die Patienten nicht mit dem Hubschrauber nach Lörrach oder Singen geflogen werden müssen.“ Da stünden zwar die Details noch nicht fest, aber man werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Synergieeffekte zu erzielen. Dazu gehörten auch ambulante Angebote, wie Apotheken und Drogerien, „auch eine Bäckerei oder ein Frisör wäre nicht von Schaden.“ Das medizinische Konzept ziele darauf ab, den Bedarf weitestgehend selbst abzudecken, den medizinischen Fortschritt im Auge zu behalten und stets auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Damit biete der Neubau eine „unfassbar große Chance für den Kreis“, der Bevölkerung eine hervorragende medizinische Versorgung zu bieten, viele medizinische Bereiche selbst abzudecken, „damit wir die Patienten nicht wieder wegschicken müssen“.

Erste Erfolge wurden bereits in der Lungenheilkunde erzielt durch gute Kontakte mit St. Blasien. Ein wichtiger Fachbereich sei auch die Kinderheilkunde. Auch die Palliativmedizin sei ein besonderes Anliegen, „ein Sektor, der bei uns bisher nicht genügend abgebildet war.“ Martin Kistler: „Ich denke, dass wir mit unserem optimierten Leistungskonzept auf einem guten Weg sind.“ Jetzt gehe es zunächst darum, durch die europaweite Ausschreibung einen fähigen Realisierungspartner zu finden.

Schon im vergangenen Jahr kursierten Pläne, wie künftig die Bebauung auf dem Klinikareal und die Anbindung an die B 34 einmal aussehen könnte.
Schon im vergangenen Jahr kursierten Pläne, wie künftig die Bebauung auf dem Klinikareal und die Anbindung an die B 34 einmal aussehen könnte.

Ein weiterer Schritt sei die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens. „Wir haben jedenfalls Fahrt aufgenommen, wir sind auf einem guten Weg“, so der Landrat. Bürgermeister Stefan Kaiser schloss sich seinen Worten an und stellte fest: „Für den Kreis und unsere Gemeinde ist das ein Jahrhundertprojekt“.