Bisher fuhren die ausleihbaren Lastenräder unter dem Markennamen TINK durch das Stadtgebiet von Konstanz. Zukünftig sollen sie zusammen mit den Leihrädern von Konrad unter dessen Bezeichnung fahren. Anbieter sind die Stadtwerke Konstanz. Markengetreu werden zukünftig alle Räder im Stadtwerke-Rot erstrahlen.

Pro Ausleihstelle stehen maximal zwei Lastenräder zur Verfügung. Erstere sind nach Möglichkeit zentral und gut erreichbar angelegt. Meist befinden sie sich in der Nähe einer Bushaltestelle. In Litzelstetten soll der Stellplatz auf dem Parkplatz Holdersteig/Ecke Dorfwiesenweg eingerichtet werden und in Dingelsdorf auf dem Dorfplatz direkt hinter der Bushaltestelle.

In Wallhausen ist bereits die Fläche beim Spielplatz gegenüber der Bushaltestelle Linzgaublick gepflastert. In Dettingen ist die Ausleihstelle am Rand des Dorfplatzes vorgesehen. Polina Vorobyeva vom Amt für Stadtplanung und Umwelt und Jessica Kugler von den Stadtwerken erläuterten die Pläne.

In Wallhausen ist bereits die Fläche beim Spielplatz gegenüber der Bushaltestelle Linzgaublick gepflastert. Die beiden privaten ...
In Wallhausen ist bereits die Fläche beim Spielplatz gegenüber der Bushaltestelle Linzgaublick gepflastert. Die beiden privaten Fahrradgespanne vermitteln in etwa den Platzbedarf. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Die Ortschaftsräte der vier Ortsteile – Litzelstetten, Dingelsdorf, Dettingen und Wallhausen – begrüßen grundsätzlich, dass es auch dort bald die Lastenräder, die in Konstanz gerne genutzt werden, zum Mieten geben wird. Aber die Planung sollte nach deren Wunsch an der einen oder anderen Stelle überdacht werden.

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Stellplatzfrage sorgt für Diskussionen

Der in Litzelstetten geplante Aufstellort findet bei den Ortschaftsräten nicht ungeteilte Begeisterung. Sie rügten, dass den Anwohnern Autostellplätze weggenommen werden. Sie hätten den Standort lieber beim Lebensmittelladen Nah und Gut und damit näher an der Bushaltestelle gesehen und wünschten sich nochmalige Verhandlungen mit dem Eigentümer.

Ortsvorsteher Wolfgang Gensle (CDU) sieht allerdings keine Möglichkeit zur Nachverhandlung, wie er auf Nachfrage erklärte. Polina Vorobyeva hatte zuvor berichtet, dass der Eigentümer den Wunsch der Stadt abgelehnt habe. Mit der Neugestaltung der Martin-Schleyer-Straße oder mit der Neugestaltung der Ortsmitte – was aber noch einige Jahre dauern wird – werde sich laut Gensle bestimmt ein attraktiverer Standort finden.

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Manfred Renz (CDU) benannte das Hauptproblem mit dem geplanten Stellplatz in Dingelsdorf. Auf dem Dorfplatz würde es verschiedene Aktivitäten geben und die Räder würden dabei im Weg stehen. Ortsvorsteher Heiner Fuchs (CDU) erläuterte, dass dort beim Herbstfest ein Stand stehen würde. An der Fasnacht ist der Platz Teil der Aufstellfläche des Festzeltes.

Fuchs regte an, dass von den örtlichen Handwerkern die Haltebögen und Fahrräder zwischenzeitlich woanders aufgestellt werden könnten. Das müsse aber jeweils mit dem Betreiber abgesprochen werden, mahnte Jessica Kugler. Wenn der Dorfplatz nicht geeignet sei, finde sich sicher ein anderer Platz, sagte Polina Vorobyeva zuversichtlich. Heiner Fuchs sicherte Unterstützung bei der Suche zu und ließ sich die erforderlichen Maße geben.

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Ladestationen werden nicht entstehen

An den Stellplätzen soll es keine Ladestation geben. Stattdessen soll der Austausch der Akkus durch einen Ortsansässigen Betrieb erfolgen, der eigens ein Schnellladegerät erhalten soll. „Ich sehe Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit“, erklärte Ulrike Längle von der Sozialliberalen Wählergemeinschaft Dingelsdorf (SLWD) und verwies auf Öffnungszeiten, die möglicherweise nicht mit den Bedürfnissen der Nutzer übereinstimmen. „Eine gute Frage“, gestand Jessica Kugler ein.

Sie führte weiter aus, dass ein E-Lastenrad nur ausgeliehen werden könne, wenn der Akku zu mindestens zehn Prozent geladen sei. Der aktuelle Ladezustand könne nicht automatisch übermittelt werden. Sei dieser zu gering, dann „schränkt das die Nutzung ein“, mokierte sich Längle. „Dann brauchen wir doch eine Akkuladestation“, schlussfolgerte sie. Wenn der Ladezustand mitgeteilt würde, wäre das im Sinne des Nutzers, sprang ihr Heiner Fuchs bei.

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„Ein E-Bike mit leerem Akku zu fahren macht keinen Spaß“, betonte er. Julia Thiedmann (Freie Wähler) hält es für sinnvoll, dass der Akku bereits bei 50 Prozent getauscht werden oder eine Ladestation vorhanden sein sollte. Von einem Zuschauer kam der Einwand, dass die nötige Technik zur automatischen Übertragung des Ladezustandes bei den elektrisch betriebenen Tretrollern verfügbar sei.

„Nichts ist in Stein gemeißelt“

Den Dettinger Standort am Dorfplatz hält Hans-Peter Kärcher (CDU) für weniger gut geeignet. Besser fände er ihn im Schmidtenbühl oder beim Kaufhaus Okle. „Ich kann die Kritik nachvollziehen, aber bei mir überwiegt die Freude“, erklärte sein Fraktionskollege Kurt Demmler.

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Andreas Schwabedissen (Freie Liste) sieht die Rückgabe skeptisch, da sie am Ausleihort erfolgen müsse. „Es wäre wünschenswert, wenn es einen Austausch zwischen den Teilorten gäbe“, erklärte Jessica Kugler. Für den Fahrradaustausch würden sehr hohe Kosten anfallen. „Aber nichts ist in Stein gemeißelt“, betont sie.

Der Preis erscheint Alfred Reichle (SPD) zu teuer. „Ich habe Zweifel, dass da jemand vom Auto umsteigt“, betont er. So werde kein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, mutmaßt er.