"Es gibt eine schöne Naturvielfalt in dem Land, vor allem in der Kansairegion mit vielen Bergen, Flüssen und Wäldern", gibt sich der Abenteurer Artur Tibelius aus Horheim begeistert. "Man wird auf einer solchen Reise selbstständiger und selbstbewusster", unterstreicht er den Wert der Erfahrungen, die er gegenwärtig auf seiner langen Japanreise sammelt.

Sprachlich fit durch VHS-Kurs

Die Anfangszeit sei zwar aufgrund vieler organisatorischer und bürokratischer Angelegenheiten schwierig gewesen, doch mittlerweile habe er sich gut eingelebt im Land der Kirschblüten und Samurai. Die Japaner sind nach Angaben des 25-Jährigen sehr hilfsbereit, sprechen jedoch selten Englisch. "Es ist empfehlenswert sich vor einer solchen Reise zumindest Grundkentnisse der Landessprache anzueignen", erzählt Tibelius, der sich im Vorfeld durch einen VHS-Japanischkurs fit gemacht hat.

Tokio – Megastadt am Puls der Zeit

Die erste Station seiner Reise, die am 4. Juli begann, führte in die Hauptstadt Tokio, die vor allem unter Anime-Freunden beliebt ist. Die Dimensionen der großen Stadt haben Tibelius beeindruckt. "In Shibuya gibt es eine Riesenkreuzung, auf der täglich abertausende Menschen den Zebrastreifen überqueren."

<strong>Land der Superlative:</strong> Die Akashi-Kaiky-Brücke gilt als längste Hängebrücke der Welt.
Land der Superlative: Die Akashi-Kaiky-Brücke gilt als längste Hängebrücke der Welt. | Bild: Artur Tibelius

Öffentliche Verkehrsmittel seien regelmäßig überfüllt und in Supermärkten gebe es lange Schlangen. Dennoch, was vor diesem Hintergrund erstaunlich scheint, herrsche in den Straßen Sauberkeit und Ordnung, kein chaotisches Gedränge. "Bus und Bahn sind stets pünktlich", hebt Tibelius mit einem Augenzwinkern hervor und sieht darin einen Unterschied zwischen Deutschland und Japan.

Hoher Plastikverbrauch und kein Trinkgeld

Imposant wirkte die längste Hängebrücke der Welt, die er in Kobe bestaunen konnte. Die Hitze, die Deutschland jüngst so übel mitgespielt hat, ist in Japan im Sommer die Regel. Tibelius war positiv überrascht, dass es in den meisten Restaurants zum Essen gratis Tee und Wasser gibt.

<strong>Fernöstliche Kultur:</strong> Der buddhistische Ginkaku-ji-Tempel in Kyoto.
Fernöstliche Kultur: Der buddhistische Ginkaku-ji-Tempel in Kyoto. | Bild: Artur Tibelius

Skurill empfand er die Tatsache, dass üblicherweise kein Trinkgeld gezahlt, sondern auf den Punkt genau die Rechnung beglichen wird. Negativ sieht der Reisende hingegen den hohen Plastikverbrauch in Japan. Viele Lebensmittel seien in den Packungen nochmals verpackt.

Einblicke in die religiöse Welt

Neben Natur und Leuten ist Artur Tibelius aber auch spirituell interessiert. Besonders hebt er dabei den Ginkakuji-Tempel und den Fushi-Inari-Schrein hervor. "Es ist erstaunlich, wie gut die historischen und religiösen Gebäude in Japan erhalten sind", gibt sich der Abenteurer von dieser Seite des Landes angetan. Generell seien die Menschen in Japan sehr zurückhaltend. Den meisten Kontakt hatte Tibelius bisher mit anderen Ausländern, etwa aus Neuseeland oder Australien.

Auf der Suche nach Arbeit

"Mit der Zeit werde ich aber sicher noch mehr Japaner kennenlernen", ist er sich sicher und gibt einen Ausblick auf die weitere Reiseplanung: "Ich werde sicherlich Hiroshima und Fukuoka besuchen. Sapporo auf der nördlichen Insel Hokaido ist ein weiteres Ziel. Ansonsten plane ich spontan. Ab Oktober werde ich voraussichtlich eine Arbeitsstelle suchen müssen."

<strong>Sehenswerte Natur:</strong> Artur Tibelius an einem Panoramablick über das japanische Fischerdorf Ine bei Kyoto.
Sehenswerte Natur: Artur Tibelius an einem Panoramablick über das japanische Fischerdorf Ine bei Kyoto. | Bild: Tim Heinemann

Vorstellbar wäre es für ihn, im privaten Kontext Deutsch-Unterricht zu geben, da sich die Sprache dort wachsender Beliebtheit erfreut. "Ich würde auch im Service arbeiten, kellnern zum Beispiel. Auch eine Anstellung im Ski-Ressort in des Fujiama wäre eine Option."

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Bis dahin wird der Abenteurer aber wohl noch einiges erleben. Derzeit durchstreift Artur Tibelius überwiegend mit dem Fahrrad die Region um Kyoto.