Ein Hagelwetter von bislang kaum bekanntem Ausmaß ging über Ewattingen nieder. Die Feuerwehr musste zu insgesamt vier Einsätzen ausrücken. Eine Schlamm- und Geröllflut durchzog von der Lembacher Straße her bis zum Rathaus und zum Haus Kramer den Ort. Auf der L 171 stand das Wasser auf kompletter Straßenbreite so hoch wie die Bordsteine und floss talwärts.

Wasser steht bis zu zehn Zentimeter hoch

Der Himmel über der Wutachschlucht und über Ewattingen und Münchingen hatte sich in den späten Nachmittagsstunden rabenschwarz zugezogen, ein Hagelwetter „prasselte 20 bis 30 Minuten auf das Gebiet nieder“, erzählt Andreas Kaiser, Gesamtkommandant der Feuerwehr Wutach. Die Abteilung Münchingen und Ewattingen rückten um 16.30 Uhr zu einem zweistündigen Einsatz aus. Ein auf der Verbindungsstraße Münchingen – Ewattingen liegender Baum musste entfernt werden, in drei Kellern in der Schwimmbadstraße habe das Wasser bis zu zehn Zentimeter hoch gestanden, so der Gesamtkommandant auf Nachfrage der Zeitung. Die 15 ausgerückten Wehrmänner hatten die Lage dank dreier Wassersauger allerdings recht zügig im Griff.

Schlamm- und Geröllfluten auf den Straßen

Bedrohlicher war eine Schlamm- und Geröllflut, die sich von den Feldern und Banketten südlich von Ewattingen im Bereich, wo der Weg Am Fohrenberg und die Lembacher Straße aufeinandertreffen, schließlich die Lembacher Straße mehr als einen Kilometer hinab bis vor das Rathausgebäude und weiter bis bis zum Haus von Karlheinz Kramer zog. Der kommunale Bauhof habe die Bereiche nach dem Unwetter schnell räumen können, erläuterte Andreas Kaiser.

70-Jährige: "Unwetter in der Dichte noch nicht erlebt"

In vielen Privatgärten der Ewattinger sei das letzte Obst, das nach dem Unwetter am 4. Juli noch an den Bäumen gehangen war, durch das Hagelwetter heruntergeschlagen, Gärten in Mitleidenschaft gezogen worden. Ebenso erging es Landwirten auf Getreidefeldern, teils wurden letzte Körner aus den Ähren geschlagen. Selbst Fahrzeuge seien durch die Hagelkörner in Mitleidenschaft gezogen – sein Privatfahrzeug habe bei der Fahrt zum Gerätehaus leichte Dellen abbekommen, erzählt Andreas Kaiser.

Er habe nach dem Unwetter mit 60- bis 70-Jährigen aus dem Dorf gesprochen, erzählt Andreas Kaiser weiter. Keiner habe sich an eine solche Dichte von extremen Hagelwettern wie in den vergangenen Wochen erinnern können. Bereits beim Hagelwetter Anfang Juli sei ein Keller in der Schwimmbadstraße von Wasser betroffen gewesen, so Andreas Kaiser. Die Kanalisation könne bei länger anhaltendem Starkregen und Hagel die Wassermassen selbst auf abschüssigen Straßen nicht mehr schlucken. Die L 171 sei deshalb ab der Burg bis hinunter zum Gasthaus Hirschen „Land unter“ gestanden.

Stefan Kech, Anwohner der Amtshausstraßen in Ewattingen, schildert im Gespräch, dass es diesmal zwar nicht so stark gehagelt habe wie Anfang Juli, dafür seien jedoch die Hagelkörner teils deutlich größer gewesen. Während das Unwetter in Wutach tobte, blieb es in Umlandgemeinden nahezu trocken.